19.10.2021, 10:10 Uhr

Herausforderungen der Pflege bei Konferenz diskutiert

Teilnehmer der Konferenz (von links): Thomas Altgeld, Thomas Nerlinger, Gitta Mäulen, Prof. Dr. Thomas Klie, Dr. Sigrid Leferink, Prof. Dr. Stefanie Seeling, Elisabeth Eistrup, Dr. Annegret Hölscher und Hanna Reurik. Foto: Landkreis

Teilnehmer der Konferenz (von links): Thomas Altgeld, Thomas Nerlinger, Gitta Mäulen, Prof. Dr. Thomas Klie, Dr. Sigrid Leferink, Prof. Dr. Stefanie Seeling, Elisabeth Eistrup, Dr. Annegret Hölscher und Hanna Reurik. Foto: Landkreis

Nordhorn Das Thema Pflege stand im Mittelpunkt der vor wenigen Tagen stattgefundenen 7. Gesundheitskonferenz der Gesundheitsregion Grafschaft Bentheim im Nordhorner NINO-Hochbau.

Teilnehmer waren rund 80 Fachleute aus der Region. „Wir müssen dieses Thema anpacken und schon jetzt die Weichen stellen. Die Zahl der als pflegebedürftig eingestuften Menschen im Landkreis hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt“, stellte Landrat Uwe Fietzek in seiner Eröffnungsrede fest. Die Pflege finde in der Grafschaft noch weitgehend zuhause durch Angehörige statt. Da sei durch gebündelte Strukturen unbedingt dafür zu sorgen, die pflegenden Angehörigen gut zu unterstützen. Zugleich sei es eine große Herausforderung, den Fachkräftemangel in der Pflege zu lösen. „Wir müssen jetzt schon die Voraussetzungen dafür schaffen, dass ältere und pflegebedürftige Menschen in der Grafschaft auch in Zukunft gut versorgt sind“, betonte Landrat Fietzek. „Das regionale Pflegekompetenzzentrum (ReKo) ist ein wichtiger Baustein, um dieses Ziel zu erreichen.“

So stand das Modell ReKo bei der Gesundheitskonferenz auch im Fokus. Prof. Dr. Thomas Klie, Sozialexperte und Rechtswissenschaftler an der Evangelischen Hochschule Freiburg, beleuchtete die Aufgaben und Ziele des Projektes, in dem auch die Pflegestützpunkte der Landkreise Grafschaft Bentheim und Emsland eingebunden sind. Vor dem Hintergrund der jetzt schon fehlenden Pflegekräfte betrachtet Prof. Klie die ambulante Pflege als kollabierendes System. Die Arbeitsbedingungen seien in der ambulanten Pflege am wenigsten attraktiv. Gerade dort aber würden etwa 80 Prozent der Menschen mit Pflegebedarf versorgt. Es ginge darum, innovative Wege zu finden, um die Menschen in ihren vier Wänden bedarfsgerecht zu versorgen und auch darum, seitens des Gesetzgebers durch Rahmenbedingungen die häusliche Pflege zu stärken.

Elisabeth Eistrup von der Arbeitsgemeinschaft Pflege stellte die „Pflegetische Grafschaft Bentheim“ vor, die seit 2018 im Landkreis durchgeführt werden und regionale Akteure in den einzelnen Kommunen miteinander ins Gespräch bringen. Zum Abschluss drehte sich bei der Themenrunde alles um die künftigen Herausforderungen und wie diese gestaltet werden können.

„Vielfältige Aktivitäten setzt der Landkreis mit den Beteiligten aus den Bereichen Gesundheit und Pflege bereits um. Die Sorge für Menschen im Alter fordert alle gesellschaftlichen Kräfte, auch das Ehrenamt spielt hier eine besondere Rolle. Angehörige müssen als der „größte Pflegedienst Deutschlands“ unbedingt stärker unterstützt werden“, heißt es in einem Statement vonseiten des Landkreises.

Alle Konferenzteilnehmer zeigten sich darüber einig, dass die zukünftigen Herausforderungen nur mit einer gemeinsamen Gestaltung der medizinischen wie der pflegerischen Versorgung bewältigt werden könnten.

Ems-Vechte