22.02.2021, 16:23 Uhr

Helmuth Hoffmann will Direkt-Kandidat für Die Linke werden

Helmut Hoffmann ist seit 2016 in Schüttorf politisch tätig. Foto: privat

Helmut Hoffmann ist seit 2016 in Schüttorf politisch tätig. Foto: privat

Schüttorf Der Schüttorfer Helmuth Hoffmann bewirbt sich als Bundestags-Direktkandidat für Die Linke im Wahlkreis 31 (Mittelems). Entschieden wird darüber auf der nächsten gemeinsamen Versammlung der Parteiorganisationen im Emsland und der Grafschaft Bentheim.

Der 36 Jahre alte Hoffmann ist in der Schüttorfer Kommunalpolitik kein unbeschriebenes Blatt. Er sitzt dort seit 2016 im Stadt- und Samtgemeinderat. Aus seiner kommunalpolitischen Erfahrung weiß Hoffmann nach eigener Aussage, „dass viele bundespolitischen Gesetze und Verordnungen auch Auswirkungen auf die kommunalpolitischen Entscheidungen in den Städten und Gemeinden haben.“

Deshalb seien seine politischen Zielsetzungen, die er als Direktkandidat der Linken in die Wahldebatten einbringen möchte, an den konkreten Lebensbedingungen der Menschen vor allem in den Städten und Gemeinden ausgerichtet. Dazu zählt für Hoffmann auch eine bessere Anbindung an den ÖPNV und eine Fahrpreisgestaltung, die an den Geldbeuteln der Menschen ausgerichtet sei, die jeden Euro zweimal umdrehten, bevor sie ihn ausgäben. Dabei hat Hoffmann seine Heimatstadt Schüttorf und die Grafschaft besonders im Blick und sagt: „Es kann nicht richtig sein, dass es zum Beispiel keine direkte Verbindung zum Beispiel nach Gildehaus oder Emlichheim gibt. Wir müssen den ÖPNV so gestalten, dass mehr Menschen dazu animiert werden, ihr Auto häufiger stehen zu lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Dass erreicht man aber nur mit einer guten Anbindung, wo mindestens stündlich ein Zug oder ein Bus fährt. Und das zu Preisen, die deutlich günstiger sind als die Kosten für eine Fahrt mit dem PKW. Für Geringverdiener und Rentner sollte die Nutzung des ÖPNV am besten kostenlos sein.“

Einen weiteren Schwerpunkt seiner politischen Arbeit sieht Hoffmann in der Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft. „In den letzten Monaten haben wir bei uns immer wieder Protestaktionen der Landwirte gesehen. Sehr viele von ihnen haben berechtigte Angst um ihre Existenz. Diese Ängste müssen wir ernst nehmen und dafür sorgen, dass sich konventionelle Landwirtschaft wieder lohnt. Aber der industriellen Massentierhaltung sollten wir Einhalt gebieten und am besten ganz abschaffen. Ich bin fest davon überzeugt, dass bessere Lebensbedingungen für Tiere auch zu besseren Arbeits- und Lebensbedingungen für die Landwirte führen werden. Das geht aber nur gemeinsam mit den Landwirten. Nur Regeln von oben vorzugeben, die dann leicht umgangen werden können, bringt keinem etwas.“

Auch im Kleinen sieht Hoffman einen Bedarf an mehr Tierwohl. So will er sich für eine bundesweite Kastrationspflicht für Katzen einsetzen. „Einige Städte und Gemeinden haben dies bereits erfolgreich eingeführt. Da sich aber freilaufende Katzen nicht an Grenzen halten und sich auch überregional vermehren, sollte es am besten eine bundesweit einheitliche Regelung geben. Katzenhalter, die sich eine Kastration nicht leisten können, müssen natürlich finanziell unterstützt werden“, sagt der Kandidat.

Des Weiteren sei ihm klar, dass eine ausreichende Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum zu einer zentralen Aufgabenstellung auch im ländlichen Raum werde. „Private Investoren schaffen zwar so viel Wohnraum wie selten zuvor, aber diesen Wohnraum können sich in den allermeisten Fällen nur Menschen mit einem höheren Einkommen leisten. Und selbst die müssen oftmals bis an ihre finanzielle Schmerzgrenzen gehen“, lautet seine Kritik. Bezahlbaren Wohnraum könne man seiner Meinung nach nur schaffen, wenn kommunale Wohnungsbaugesellschaften und gemeinnützige Baugenossenschaften gestärkt würden.

Als Linker nimmt Hoffmann für sich in Anspruch, dass der Abbau von sozialen Ungerechtigkeiten für ihn eine Herzensangelegenheit sei. Deshalb fordert er einen deutlich höheren Mindestlohn, die Wiedereinführung der Vermögenssteuer und eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf maximal 40 Stunden. Hoffmann wörtlich: „Auch nach Corona sollten Arbeitnehmer, wo immer es möglich ist, im Homeoffice arbeiten dürfen. Hier kann man zum Beispiel eine bestimmte Anzahl an Tagen pro Woche zuhause arbeiten und den Rest im Büro.“

Für Hoffman zeigt die aktuelle Pandemie, dass vor allem in der Pflege die Arbeitsbedingungen und Einkommen dringend verbessert werden müssten. „Wir brauchen mehr engagierte und gut ausgebildete Kräfte in diesem Bereich. Das geht nur, wenn die Pflegeberufe besonders für junge Menschen attraktiver werden. Auch müssen wir unsere Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen stärken. Sie gehören in öffentlicher Hand. Mit der Gesundheit der Menschen darf kein Profit erwirtschaftet werden. Wenn ich höre,dass Geburtenstationen geschlossen werden, weil sie nicht rentabel sind, dann weiß ich: Es läuft etwas falsch in unserem System, das darf nicht so weitergehen“, sagt der Kandidat abschließend.

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