11.03.2020, 13:53 Uhr

Helga Fanderl präsentiert Kurzfilme in Lingener Kunsthalle

Am Freitag, 27. März,19 Uhr, wird in den Räumen der Kunsthalle Lingen eine ganz besondere „Ausstellung“ eröffnet: Die Bilder an den Wänden sind nicht haptisch, sondern virtuell. Die Filmemacherin Helga Fanderl zeigt sogenannte 16-Millimeter-Blowups.

Eine Szene aus dem Film „Der mit dem Tier von mir“. Foto: Helga Fanderl

Eine Szene aus dem Film „Der mit dem Tier von mir“. Foto: Helga Fanderl

Lingen Konstellationen“ ist der Titel einer Präsentation von Kurzfilmen der Künstlerin Helga Fanderl. Die Filme sind vom 28. März bis 17. Mai in den Räumen der Kunsthalle Lingen zu sehen. Die Filmemacherin Helga Fanderl wurde in Ingolstadt geboren und lebt heute in Berlin. Sie studierte von 1987 bis 1992 an der Hochschule für bildende Künste in Frankfurt am Main bei Peter Kubelka und anschließend an der Cooper Union School of Arts New York bei Robert Breer. Ihre Filme präsentierte sie unter anderem bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen , sie sind unter anderem in den Sammlungen des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt am Main sowie in der Sammlung des Centre Pompidou in Paris vertreten. Pflasterzeichnen, Apfelernte, Mädchen oder Karpfen in Farbe schwimmend – die Titel aus ihrem inzwischen auf rund 1000 Filme angewachsenen Werk von Helga Fanderl bezeichnen wörtlich das jeweilige Motiv, oder besser: das Ereignis, das sie mit der Handkamera aufgenommen hat. Ihr geht es darum, ihre Wahrnehmung vorgefundener Realität beziehungsweise ihren Gegenstand, die Figur im Moment des Filmens zu gestalten. Die Filme werden nicht nachbearbeitet, sondern sie charakterisiert das Unmittelbare und das Direkte der Aufnahme im Augenblick des Geschehens und des Schneidens in der Kamera. Die kurzen Sequenzen entstehen auf eine sehr körperliche Art in einer Filmsprache, die man vergleichen kann mit Bildauffassungen und Gesten in der Zeichnung und Malerei. Helga Fanderl stellt ihre Filme in wechselnden Programmen selbst vor; die Filmprojektion direkt im Zuschauerraum gehört wie das Surren des Vorführapparats zum Setting ihrer Präsentationen: Kino im Original.

Für die Ausstellung stellt Helga Fanderl ein Programm von 16-Millimeter-Blowups ihrer originalen Super-8-Filme zusammen. Am Abend der Eröffnung findet um 21 Uhr eine Vorführung durch Helga Fanderl statt. Die Kunsthalle Lingen dankt der OLB Stiftung für die großzügige Unterstützung der Ausstellung. Ebenfalls dankt sie dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, dem Landkreis Emsland, der Stadt Lingen (Ems) und der Kulturstiftung Heinrich Kampmann für großzügige Förderung.

Helga Fanderl präsentiert Kurzfilme in Lingener Kunsthalle
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