18.03.2021, 16:28 Uhr

Heimisches Erdgas aus Hoogstede

Die Bohrung Adorf Z15 wurde im Jahr 2020 in Hoogstede fündig. Foto: Schöning

© Stefan Schöning Fotodesign

Die Bohrung Adorf Z15 wurde im Jahr 2020 in Hoogstede fündig. Foto: Schöning

Hoogstede In Kürze starten Fachleute auf dem Neptune Energy-Betriebsplatz an der Kreisstraße Bathorner Diek in Hoogstede mit dem Aufbau einer 60 Meter hohen Bohranlage. Ab Mitte April werden Ingenieure und Techniker vor Ort eine Erdgasbohrung namens „Adorf Z16“ niederbringen. Die Bohrung wird ihre Endteufe bei rund 3400 Metern voraussichtlich im August erreichen. Die gesamte Bohrstrecke wird knapp 5000 Meter lang sein. „Es ist schön zu sehen, wenn aus der Theorie endlich Praxis wird. Unsere Experten planen ein solches Projekt schon Monate im Voraus“, berichtet Neptune Energy-Geschäftsführer Dr. Andreas Scheck.

Ingenieurskunst aus der Grafschaft Bentheim

Um alle Arbeiten nach dem aktuellen Stand der Technik umzusetzen, investiert das Unternehmen rund 15 Millionen Euro. Außerdem arbeitet das Projektteam mit Fachunternehmen aus der Region zusammen. Die Bohranlage wird von der Firma KCA Deutag aus Bad Bentheim gestellt. Ard Louis, Leiter des Europageschäfts bei KCA, erklärt: „Wir nutzen in Hoogstede hochmoderne Technik, die wir in vielen Ländern im Einsatz haben. Da ist es schön, direkt vor der Haustür aktiv zu werden.“ Die Bohrung wird das Team vor Ort mit einem System aus Stahlrohren und Zement mehrfach gegenüber dem Grundwasser abdichten. Absperrvorrichtungen und Drucküberwachungen werden die Bohrung zusätzlich sichern. Den Bohrplatz hat Neptune Energy bereits in Zusammenarbeit mit der Firma Jan Kwade & Sohn aus Ringe errichtet. Der Geschäftsführer des Familienunternehmens Hendrik Kwade zeigt sich sehr zufrieden: „Soweit ich informiert bin, hat die Zusammenarbeit mit den Neptune Energy-Kollegen gewohntermaßen sehr gut funktioniert. Trotz des extremen Winterwetters Anfang Februar konnten wir alle Arbeiten rechtzeitig und in hoher Qualität fertigstellen.“

Sicherheit im Fokus

Bei dem Bohrplatz handelt es sich um die Erweiterung eines schon bestehenden 9000 Quadratmeter großen Neptune Energy-Betriebsplatzes der Bohrung „Adorf Z15“. Diese hat das Unternehmen bereits im Winter 2019/2020 abgeteuft. Die „Adorf Z16“ werden Fachleute 33 Meter nördlich vom Ansatzpunkt dieser bestehenden Bohrung niederbringen. Dafür hat das Projektteam den Platz um einen 3860 Quadratmeter flüssigkeitsdichten, inneren Bereich und 750 Quadratmeter Schotterfläche erweitert. Dieser innere, versiegelte Bereich umschließt den Bohrkeller und das Bohrturmfundament aus Stahlbeton. Der Bohrplatz ist mit einem Entwässerungssystem ausgestattet. Dadurch können keine Flüssigkeiten in das Erdreich gelangen. Sämtliches Regenwasser wird während der Bohrphase aufgefangen und fachgerecht entsorgt.

Erdgasversorgung aus Hoogstede

Bereits die Nachbar-Bohrung Adorf Z15 war für Neptune Energy ein voller Erfolg. „Pro Jahr könnte die Adorf Z15 derzeit schätzungsweise knapp 70 Prozent aller Haushalte in der Grafschaft Bentheim mit Erdgas versorgen“, erklärt Scheck und ergänzt: „Deshalb setzen wir auch in die zweite Bohrung aus Hoogstede große Hoffnungen.“ Während der Bohrphase sind mindestens neun Mitarbeiter und Dienstleister rund um die Uhr vor Ort. Nach kurzzeitigen Fördertests entscheiden Neptune Energy-Experten über das weitere Vorgehen. Falls das Unternehmen aus der „Adorf Z16“ wirtschaftlich Erdgas fördern kann, schließt das Projektteam die Bohrung an das regionale Erdgasnetz an. Externe Sachverständige haben alle Belange des Naturschutzes betrachtet – im landschaftspflegerischen Begleitplan einschließlich einer artenschutzrechtlichen Prüfung sowie einer Umweltverträglichkeitsvorprüfung. Die Arbeiten stehen unter Aufsicht des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG).