27.06.2019, 13:00 Uhr

Heime bereiten sich auf den neuen Pflege-TÜV vor

Der Fachbereich Soziales und Gesundheit veranstaltete eine Fortbildungsveranstaltung zu den Neuerungen in den Pflegeeinrichtungen, die ab Herbst gelten. Dann werden neue Qualitätsprüfungen umgesetzt.

Mitarbeiter aus Verwaltung und Pflegeeinrichtungen sind gespannt auf den neuen „Pflege-TÜV“. Foto: Landkreis Grafschaft Bentheim

Mitarbeiter aus Verwaltung und Pflegeeinrichtungen sind gespannt auf den neuen „Pflege-TÜV“. Foto: Landkreis Grafschaft Bentheim

„Die Versorgung von Pflegebedürftigen in den Pflegeheimen ist schon länger ein großes Thema beim Landkreis Grafschaft Bentheim und wird es auch künftig bleiben.“ Mit diesen Worten begrüßte Gitta Mäulen, Leiterin des Fachbereiches Soziales und Gesundheit die Teilnehmer einer Fortbildungsveranstaltung zum Thema „Pflege-TÜV“ im Nordhorner Kreishaus.

Ab Herbst 2019 müssen sich bundesweit alle stationären Pflegeeinrichtungen den Neuerungen der „indikatorengestützten Qualitätsprüfung“, kurz Pflege-TÜV, stellen. Die Pflegenoten werden abgeschafft, weil dieses Verfahren seit langer Zeit in der Kritik steht, da die meisten Heime mit „gut“ oder „sehr gut“ bewertet werden. „Qualitätsunterschiede sind dabei für Angehörige bisher kaum zu erkennen“, sagte Referent Hermann-Josef Ahmann von der Vincentz Akademie. Deshalb werden nun die neuen indikatorengestützten Qualitätsprüfungen ab Herbst 2019 bundesweit umgesetzt.

So sind in einem ersten Schritt einrichtungsrelevante Daten zu erfassen. In der Folge werden dann halbjährlich interne Qualitätsdaten zur Versorgung der Bewohner festgehalten und an eine Datenabgleichsstelle gemeldet. Am Ende stehen dann eine externe Qualitätsprüfung und die Zusammenfassung der Ergebnisse in einer Qualitätsdarstellung, den Angehörigen auf gesonderten Internetseiten der Pflegekassen eine bessere Vergleichbarkeit von Heimen ermöglicht. Erste Ergebnisse sollen im zweiten Halbjahr 2020 veröffentlicht werden, alle sechs Monate wiederholt sich dann die „TÜV-Prüfung“.

Menschen, die auf der Suche nach einem Pflegeheim sind, können dann bundesweit alle Einrichtungen vergleichen. Zehn ausgewählte Indikatoren wie zum Beispiel Mobilität, Gewichtsverlust, Aktualität der Schmerzeinschätzung und Anwendung von Gurten werden in fünf Stufen bewertet.

Mit der Umsetzung der neuen Qualitätsprüfungen kommt auf die Pflegeeinrichtungen eine ambitionierte Aufgabe zu, die einen hohen Personalaufwand erfordert. Hermann-Josef Ahmann ermunterte vor allem die Leitungskräfte, den neuen „Pflege-TÜV“ optimistisch anzugehen, mögliche Synergien mit dem internen Qualitätsmanagement zu nutzten und mit der Vorbereitung auf das neue Verfahren schon jetzt zu beginnen.

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