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14.05.2019, 13:02 Uhr

Nachruf: Hart – aber herzlich

Die Nachricht überraschte viele Grafschafter: Am Donnerstag vergangener Woche verstarb die Nordhorner Gastronomin Brigitte Müller im Alter von 75 Jahren.

Nachruf: Hart – aber herzlich

Auch Rockstar Udo Lindenberg gehörte zu den Gästen der Gastronomin Brigitte Müller. Foto: Rainer Müller

Von Rainer Müller

Geboren wurde Brigitte Gedenk im November 1944 im brandenburgischen Steinhagen während der Vertreibung. Halb erfroren landete ihre Familie bei Verwandten in Neuenhaus.

Nach der Schule begann Brigitte Gedenk eine Lehre als Kauffrau im Einzelhandel beim Lebensmittelhändler Röttgers an der Bentheimer Straße in Nordhorn und wurde Jahre später „rechte Hand“ im Supermarkt Tigges gegenüber dem Nordhorner Bahnhof, der seit April 1963 von Gastwirt Reinhard Müller geführt wurde. Die beiden jungen Leute verliebten sich schnell und heirateten im August 1965. Ab diesem Zeitpunkt ging Brigitte Müller ihrem Mann zur Seite und legte den Grundstein für geschäftlichen Erfolg. Unvergessen sind die selbst gemachten Frikadellen, deren Zutaten Brigitte Müller natürlich bei Tigges einkaufte. Viele NINO-Mitarbeiter und Fahrgäste der Bentheimer Eisenbahn schätzten die Qualität der „Hackfleisch-Pralinen“. Der Bahnhof wurde durch das zielstrebige, straff organisierte Wirken Brigitte Müllers in den 1970er-Jahren zum beliebten Treffpunkt und Veranstaltungsort. Vor allem Taxifahrer und Nachtschwärmer liebten es, bei einem Glas Bier oder einer Tasse Kaffee mit Brigitte Müller am großen runden Stammtisch zu klönen und neueste Nordhorner Nachrichten auszutauschen. Dabei zeichnete sie aus, auf Leute herzlich zugehen zu können und ein offenes Ohr für kleine und große Nöte zu haben. Parteien aller Couleur gaben sich bei den MVB (Müllers vom Bahnhof) regelmäßig ein Stelldichein. Unvergessen auch der Besuch von Bundeskanzler Willy Brandt im Jahr 1974.

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Brigitte Müller mit Ehemann Reinhard (links) und Bürgermeister Meinhard Hüsemann beim Richtfest für das Hotel Riverside.. Foto: Rainer Müller

Brigitte Müller im Kreise ihrer Familie beim Richtfest für das Hotel Riverside. Foto: Rainer Müller

1988 kam mit dem Kauf des Hotels am Stadtring der Durchbruch: Brigitte Müller setzte mit Ehemann Reinhard Erweiterungspläne um, während die Kinder Reinhard, Thorsten und Silke unter den wachsamen Augen ihrer Mutter mit eigenen Objekten in die Gastronomieszene hineinwuchsen. Sie und ihr Vater trauern jetzt um eine Frau und Mutter, die „den Laden“ mit harter Hand zusammengehalten hat und nun würdevoll gegangen ist.