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27.05.2020, 14:54 Uhr

Handwerkskammer: „Ausbildung muss im Fokus bleiben“

Die Vollversammlung der Handwerkskammer Osnabrück–Emsland–Grafschaft Bentheim wirft einen Blick auf die Wirtschaftslage und appelliert an die Betriebe, sich für den Nachwuchs einzusetzen. Außerdem auf der Tagesordnung: eine Allianz für Nachhaltigkeit.

Kammerpräsident Reiner Möhle (links) und Hauptgeschäftsführer Sven Ruschhaupt (rechts) gratulieren Peter Beckmann, der zum neuen stellvertretenden Hauptgeschäftsführer berufen wurde. Foto: Handwerkskammer

Kammerpräsident Reiner Möhle (links) und Hauptgeschäftsführer Sven Ruschhaupt (rechts) gratulieren Peter Beckmann, der zum neuen stellvertretenden Hauptgeschäftsführer berufen wurde. Foto: Handwerkskammer

Osnabrück Unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln und unter Ausschluss der Öffentlichkeit befasste sich die Vollversammlung der Handwerkskammer am 26. Mai schwerpunktmäßig mit der wirtschaftlichen Situation und den Perspektiven der fast 11.000 Handwerksbetriebe mit ihren 100.000 Beschäftigten im Kammerbezirk. „Wir werden Betriebe verlieren, aber das Handwerk der Region ist robust aufgestellt und wird in der Gesamtheit diese besondere Wirtschaftskrise meistern“, ist Kammerpräsident Reiner Möhle überzeugt. Daher appelliert das „Parlament des Handwerks“ an die Betriebe, weiterhin das hohe Niveau der Ausbildungsleistung im Kammerbezirk zu halten. Möhle: „Wir müssen auch an die Zeit nach Corona denken, und Ausbildung bedeutet die sicherste Form der Nachwuchsgewinnung von Facharbeitskräften.“

Nach einer bundesweiten Umfrage unter Handwerksbetrieben beabsichtigen zwar rund 42 Prozent der befragten Betriebe, ihr Ausbildungsengagement auf gleichem oder höherem Niveau fortzusetzen. Allerdings sagen aber auch 25 Prozent, dass sie im Herbst weniger Ausbildungsplätze anbieten wollen. „Wir rufen daher gemeinsam mit den Landkreisen im Kammerbezirk, den Kommunen, der IHK und der Agentur für Arbeit unsere Mitgliedsbetriebe dazu auf, in ihren bisherigen hervorragenden Ausbildungsaktivitäten nicht nachzulassen.“ Aktuell müsse jetzt zeitnah das Matching am Ausbildungsmarkt in den Fokus genommen werden. Berufsorientierungsmaßnahmen in den Schulen sollen möglichst zeitnah in digitalen Formaten nachgeholt werden, denn aufgrund der Schulschließungen und Kontakteinschränkungen sind Berufsorientierungsmaßnahmen und Ausbildungsmessen ausgefallen.

Einstimmig beschlossen wurde ebenfalls ein Grundsatzpapier „Nachhaltigkeit und Handwerk“, welches eine Darstellung der Leistungen und Leistungspotenziale des Handwerks in den drei Nachhaltigkeitsfeldern Ökonomie, Ökologie und Soziales entsprechend der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen ist. Hauptgeschäftsführer Sven Ruschhaupt: „Ziel ist es, das Handwerk in der öffentlichen und politischen Wahrnehmung als Nachhaltigkeitsgarant zu stärken, denn das regionale Handwerk bekennt sich zum Ziel einer nachhaltigen sozialen, ökonomischen und ökologischen Entwicklung und damit zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Dabei muss immer der Grundsatz im Blick behalten werden, dass Umwelt- und Klimaschutz, Wachstum und Zusammenhalt als unternehmerische Zielsetzungen zusammenpassen müssen.“

Zum neuen stellvertretenden Hauptgeschäftsführer wurde einstimmig Peter Beckmann berufen. Der Geschäftsführer des Dezernats Betriebsberatung und Strukturförderung tritt die Nachfolge von Harald Schlieck an, der in den Ruhestand verabschiedet wurde.

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