23.09.2022, 17:30 Uhr

Häufige Fehlalarme binden unnötig Kräfte der Schüttorfer Wehren

Traten im Anschluss an die zahlreichen Beförderungen, Ernennungen und Ehrungen in versammelter Mannschaft zum Gruppenfoto an (von links): Gemeindebrandmeister Hermann Rademaker, stellvertretender Gemeindebrandmeister und Ortsbrandmeister Simon Vernim, Kreisbereitschaftsführer Guido Schroven, Werner Meyer, stellvertretende Samtgemeindebürgermeisterin Stephanie Hopmann, Ralf Alferink, Jens Grävemäter, Timo Schrapp, Anna Buhr, Oliver Bussmann, Wilhelm Bergmann, Gerwin Rademaker, Heinrich Deters, Uwe Neesen, Jan Stockhorst und Kreisbrandmeister Daniel Loehrke. Foto: Buhr

Traten im Anschluss an die zahlreichen Beförderungen, Ernennungen und Ehrungen in versammelter Mannschaft zum Gruppenfoto an (von links): Gemeindebrandmeister Hermann Rademaker, stellvertretender Gemeindebrandmeister und Ortsbrandmeister Simon Vernim, Kreisbereitschaftsführer Guido Schroven, Werner Meyer, stellvertretende Samtgemeindebürgermeisterin Stephanie Hopmann, Ralf Alferink, Jens Grävemäter, Timo Schrapp, Anna Buhr, Oliver Bussmann, Wilhelm Bergmann, Gerwin Rademaker, Heinrich Deters, Uwe Neesen, Jan Stockhorst und Kreisbrandmeister Daniel Loehrke. Foto: Buhr

Zum ersten Mal nach zweijähriger Zwangspause konnte Gemeindebrandmeister Hermann Rademaker kürzlich wieder die Mitglieder der Feuerwehren Isterberg, Ohne und Schüttorf sowie einige geladene Gäste zur turnusgemäßen Jahreshauptversammlung der Wehren der Gemeinde Schüttorf im Feuerwehrhaus der Ortsfeuerwehr Ohne begrüßen.

„Ganz gut durch die Pandemie gekommen“

„Die letzten zwei Jahre waren auch bei uns in der Feuerwehr von der Pandemie geprägt“, stellte Rademaker zu Beginn seines Jahresberichts fest, der unter anderem auch den kompletten Ausfall des Dienstbetriebes thematisierte. So konnten Onlinedienste, Dienstabende in Gruppenstärke und Besprechungen nur in kleinster Runde durchgeführt werden, was für die Führungskräfte zusätzlichen Arbeitsaufwand darstellte. „Dazu gab es keine kameradschaftlichen Veranstaltungen, die das Feuerwehrleben sonst doch prägen“, bedauerte Rademaker. Zudem mussten wechselnde Verordnungstexte gelesen und Hygienevorschriften umgesetzt werden, dies alles in enger Absprache mit der Kreisfeuerwehr und der Verwaltung der Samtgemeinde. Seinen besonderen Dank richtete Rademaker in diesem Zuge an Ordnungsamtsleiter Jan Stockhorst. „Rückblickend können wir heute sagen, dass wir als Feuerwehr ganz gut durch die Pandemie gekommen sind, denn es gab keinen Totalausfall einer Feuerwehr“, betonte der Gemeindebrandmeister, der sich bei allen Kameradinnen und Kameraden für deren Verständnis und das umsichtige Vorgehen in der schwierigen Zeit herzlich bedankte.

Mitgliederzuwachs bei den Aktiven

Erfreulicherweise habe sich der Personalstand in der aktiven Abteilung zum Jahresende 2021 um elf Mitglieder auf nunmehr 173 Aktive erhöht, davon seien 13 Frauen in den drei Ortsfeuerwehren aktiv, teilte Rademaker mit. In den drei Jugendfeuerwehren bereiten sich 44 Mädchen und Jungen auf den aktiven Dienst vor. Die Alters- und Ehrenabteilung zählt derzeit 33 Mitglieder. In allen drei Abteilungen seien insgesamt 250 Kameradinnen und Kameraden ins Feuerwehrgeschehen eingebunden. „Der Anstieg hat unter anderem mit der Neugründung der Jugendfeuerwehr in Ohne zu tun. Erfreulich ist auch, dass es immer wieder Quereinsteiger gibt, die nicht aus der Jugendfeuerwehr kommen, sich aber für die Feuerwehr begeistern“, freute sich der Gemeindebrandmeister über den großen Zuspruch engagierter Freiwilliger.

Unmut über Vielzahl „blinder Alarme“

Im Jahr 2021 haben die Kameradinnen und Kameraden der Schüttorfer Wehren 124 Einsätze abgearbeitet, dabei wurden insgesamt 2827 Einsatzstunden geleistet. Die Einsätze teilen sich auf in 36 Brandeinsätze und 45 Hilfeleistungseinsätze, zudem waren das Auslösen einer Brandmeldeanlage oder sogenannte „blinde Alarme“ in 43 Fällen die Gründe für das Ausrücken der Feuerwehrleute. Diesbezüglich brachte Gemeindebrandmeister Rademaker seinen Unmut über fehlerhaft ausgelöste Meldeanlagen zum Ausdruck: „Bei den Brandmeldeanlagen waren es 36 Fehlalarme, davon 26 tagsüber während der Arbeitszeit. Das bedeutet, dass 26 Mal Kameradinnen und Kameraden ihren Arbeitsplatz wegen eines Fehlalarms verlassen mussten!“

Die Unterstützung des Ehrenamtes ist für den Gemeindebrandmeister ein wichtiges Anliegen, daher regt Rademaker an, die zusätzliche hauptamtliche Unterstützung im Bereich der Verwaltungstätigkeiten nun zeitnah umzusetzen. „Bislang werden hier alle Aufgaben von Ehrenamtlichen aufgefangen“, betonte Rademaker.

Neubeschaffungen und anstehende Projekte

Rademaker berichtete, dass im Jahr 2020 ein neuer Einsatzleitwagen, kurz ELW 1, in Schüttorf in Dienst gestellt wurde. Zudem hat die Ortsfeuerwehr Isterberg im vergangenen Jahr ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20) in Betrieb genommen, das einen Rüstwagen und ein Tanklöschfahrzeug ersetzt. Ferner wurde die gesamte Funktechnik auf Gemeindeebene auf Digitalfunk umgestellt. Das größte Projekt, das noch im laufenden Jahr 2022 umgesetzt werden soll, stellt der Neubau des Feuerwehrhauses der Ortsfeuerwehr Schüttorf dar. „Die Planungen sind fast abgeschlossen, damit der Zeitplan eingehalten werden kann“, teilt der Gemeindebrandmeister mit.

Zum Schluss seines Jahresberichtes bedankte sich Rademaker bei allen Feuerwehrmitgliedern für die geleistete Arbeit, bei den Führungskräften aller drei Ortsfeuerwehren sowie der Führung der Kreisfeuerwehr und der Verwaltung der Gemeinde Schüttorf für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Nachwuchs überzeugt durch Engagement

„Team, Talent, Technik“ lautete im Jahr 2021 das Motto des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen. „Wenn dieses Motto nicht auch auf unsere Jugendfeuerwehren zutreffen würde, würde mein Jahresbericht nach den zwei Jahren sicherlich ein anderer sein“, so Samtgemeindejugendfeuerwehrwartin Mareike Tibbe, und fügt nicht ohne Stolz auf ihre engagierte junge Mannschaft hinzu: „Ohne Teamgeist hätten mehr Kinder die Jugendfeuerwehr verlassen, ohne Talent nicht so schnell wieder ins Thema gefunden und ohne Technikkenntnisse die Hürden Onlinedienst oder Onlineunterricht wahrscheinlich schwieriger genommen.“

Die 41 Mitglieder der Jugendfeuerwehren der Samtgemeinde Schüttorf haben in den Jahren 2020 und 2021 insgesamt 1748 Stunden allgemeine Jugendarbeit und feuerwehrtechnische Ausbildung absolviert. Die meisten Stunden wurden dabei – genau wie bei den aktiven Kräften – in Form von Onlinediensten und anderen Aktionen durchgeführt, die durch die Betreuer der Wehren ausgearbeitet wurden.

Beförderungen, Ernennungen und Ehrungen

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurden Anna Buhr zur Oberlöschmeisterin, Oliver Busmann zum Hauptlöschmeister und Hermann Rademaker zum 1. Hauptbrandmeister befördert.

Oliver Busmann wurde zum Gemeindesicherheitsbeauftragten, Anna Buhr zur Jugendfeuerwehrwartin sowie Lucas Meyer zum stellvertretenden Jugendfeuerwehrwart der Jugendfeuerwehr Ohne ernannt.

Des Weiteren wurden an diesem Abend folgende Kameradinnen und Kameraden für ihre langjährige ehrenamtliche Arbeit in der Feuerwehr geehrt:

  • 25 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr: Alexander Eissing und Jens Grävemäter (beide Ortsfeuerwehr Schüttorf), Gerwin Rademaker und Ralf Alferink (beide Ortsfeuerwehr Isterberg) sowie Timo Schrapp und Anna Buhr (beide Ortsfeuerwehr Ohne).
  • 40 Jahre Mitgliedschaft: Uwe Neesen und Wilhelm Bergmann (beide Ortsfeuerwehr Isterberg).
  • 50 Jahre Mitgliedschaft: Everhard Lammerinck und Heinrich Deters (beide Ortsfeuerwehr Isterberg).

Eine besondere Auszeichnung wurde Werner Meyer von der Ortsfeuerwehr Ohne zuteil: Für seine jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit in der Kreisfeuerwehrbereitschaft wurde er vom Landesfeuerwehrverband Niedersachsen mit dem Ehrenzeichen in Bronze ausgezeichnet.

Bevor der stellvertretende Gemeindebrandmeister Simon Vernim die Versammlung beendete, überbrachten Stephanie Hoppmann als stellvertretende Samtgemeindebürgermeisterin sowie Kreisbrandmeister Daniel Loehrke Grußworte an die zahlreich versammelten Feuerwehrkameradinnen und -kameraden, verbunden mit einem ausdrücklichen Dank für deren unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz zum Wohl der Allgemeinheit.