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09.06.2020, 13:55 Uhr

„Grünes Licht“ für Test der Tidesteuerung am Emssperrwerk

Um die Verschlickung der Ems in den Griff zu bekommen, setzen Bund und Land auf ein Projekt zur Gezeitensteuerung. Die Torstellung des Emssperrwerkes soll den Wasserstand und damit die Sedimentablagerung beeinflussen. Der Test kann am 28. Juni starten.

Die achtwöchige Erprobung am Emssperrwerk soll neue Erkenntnisse über die Wirksamkeit der Tidesteuerung geben. Foto: dpa

Die achtwöchige Erprobung am Emssperrwerk soll neue Erkenntnisse über die Wirksamkeit der Tidesteuerung geben. Foto: dpa

Gandersum/Oldenburg Der im März gestellte Antrag auf Genehmigung eines technischen Tests der flexiblen Tidesteuerung mit dem Emssperrwerk ist genehmigt worden. Die Genehmigungsbehörde, der Geschäftsbereich VI des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), hat am 8. Juni der Betriebsstelle Aurich des NLWKN und dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Ems-Nordsee die Erlaubnis erteilt, den Test vom 29. Juni bis zum 21. August durchzuführen.

Das Sperrwerk wird dabei im Probelauf die Tiden steuern, vier Wochen lang jede Tide, drei Wochen jede zweite und in der letzten Woche die Flutstromsteuerung. Die Sperrung jeder zweiten Tide soll unter anderem Erkenntnisse über die Wirksamkeit der verkehrsverträglichen Tidesteuerung erbringen. Getestet wird vor allem die Anhebung des Tideniedrigwassers. Diese Variante braucht keine Sohlsicherung, die für eine Steuerung des Flutstroms zwingend und daher Bestandteil der Planung einer dauerhaften Tidesteuerung ist. Deswegen wird die Flutstromvariante nur kurz erprobt. Während des Tests werden die Auswirkungen mit einem umfangreichen Monitoring- und Messprogramm erfasst. NLWKN und WSA Ems-Nordsee werden jetzt die Feinplanung erarbeiten. Sperrzeiten und Einzelheiten werden zeitnah mitgeteilt. Das WSA wird zudem während des Tests die Schifffahrt laufend mit ausreichendem Vorlauf über die Sperrzeiten informieren. Ein Abbruch des technischen Tests ist bei einem unerwarteten Auftreten von Problemen für die Schifffahrt oder der Wasserwirtschaft bei der Entwässerung des Binnenlands den Verantwortlichen zufolge jederzeit möglich.

Die flexible Tidesteuerung ist das zentrale Projekt des „Masterplan Ems 2050“ zur Lösung des Schlickproblems in der Ems. Der Antrag auf Planfeststellung für eine dauerhafte Einrichtung der Tidesteuerung soll nach dem vom Lenkungskreis verabschiedeten Zeitplan im kommenden Jahr bei der Genehmigungsbehörde eingereicht werden. 2022 wird der Planfeststellungsbeschluss erwartet. Demnach könnte die Tidesteuerung nach den Baumaßnahmen (Sohlsicherung/Dalben) 2023/2024 in Betrieb gehen.

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