27.10.2020, 12:11 Uhr

Grafschafter Kirchen: Solidaritätsaktion für Flüchtlinge

Mit einer Aktion unter dem Motto „Wir haben Platz“ rufen die christlichen Kirchen in der Grafschaft Bentheim zur Solidaritätsbekundung am Reformationstag auf. Foto: dpa

Mit einer Aktion unter dem Motto „Wir haben Platz“ rufen die christlichen Kirchen in der Grafschaft Bentheim zur Solidaritätsbekundung am Reformationstag auf. Foto: dpa

Grafschaft Die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in der Grafschaft ruft dazu auf, am Reformationstag, Samstag, 31. Oktober, einen Stuhl oder mehrere vor die eigene Haustür, die Einrichtung oder die Kirche zu stellen und den Schriftzug „#wirhabenplatz“ darauf oder daneben zu visualisieren.

In einem stillen Protest soll so zu Ausdruck kommen, dass sich Christen verpflichtet fühlen, Flüchtlinge aufzunehmen und ihnen eine Heimat zu geben. In einer Erklärung, die die Mitgliederversammlung dazu veröffentlicht hat, heißt es „Als Kirche erkennen wir das Ringen der Politik und der Gesellschaft, inmitten der notwendigen Hilfe für Flüchtlinge und dem Wohl des Landes einen guten Weg zu gehen. Eine Berücksichtigung der Situation möglichst aller (der Flüchtlinge wie auch der Einheimischen) ist unentbehrlich. Wo es aber um Leib und Leben geht, muss jedes Abwägen zurücktreten. Ein Menschenleben ist nicht verrechenbar. Hier kann es nur noch um die Hilfe gehen für diejenigen, die ernsthaft um ihr Leben fürchten müssen.“

Weiter appelliert die Versammlung an Gesellschaft und Politik, die bisherigen politischen Blockaden zu überwinden und in einer humanitären „Koalition der Willigen“ voranzugehen. „Die Bereitschaft vieler Städte und Gemeinden – auch in der Grafschaft – dazu wird ausdrücklich begrüßt“, heißt es weiter. Die Erklärung ist auf www.ack-nordhorn.de verfügbar. Die Mitgliederversammlung der ACK Grafschaft Bentheim will den Organisatoren zufolge mit dieser Aktion eine Initiative aufgreifen, die die katholische Jugend (BDKJ und KJGB) bereits unmittelbar nach der Brandkatastrophe im griechischen Flüchtlingslager Moria gestartet hatte.

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