26.02.2021, 14:25 Uhr

Grafschafter Gastronomen fordern Öffnungsperspektive

Aus Sicht der Gastronomen spricht nichts gegen eine Öffnung der Außenbereiche, wenn ein ausgefeiltes Hygienekonzept zugrunde liegt. Das Bild zeigt den Außenbereich der Gaststätte Heilemann. Foto: privat

Aus Sicht der Gastronomen spricht nichts gegen eine Öffnung der Außenbereiche, wenn ein ausgefeiltes Hygienekonzept zugrunde liegt. Das Bild zeigt den Außenbereich der Gaststätte Heilemann. Foto: privat

Grafschaft „Viele Gastronomen in der Grafschaft Bentheim sind von der letzten Ministerpräsidentenkonferenz im Februar enttäuscht.“ Das teilt der Grafschafter Kreisverband des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in einer Presseerklärung mit. Die Unzufriedenheit ist groß, weil die von vielen erhoffte Öffnungsperspektive mit Blick auf die Ostertage bisher ausgeblieben ist.

Hoffnung auf Stufenplan

„Ich habe viele Investitionen in den Gesundheitsschutz meiner Gäste und Mitarbeiter unternommen und ein ausgefeiltes Hygienekonzept für meinen Betrieb erstellt“, erklärt Hans-Joachim Venhaus von der Gaststätte Venhaus in Samern. So wie ihm geht es vielen Gastronomen. Daniel Heilemann, Dehoga-Kreisvorsitzender empfindet es als „besonders schmerzhaft, dass es erst klare Signale der niedersächsischen Landesregierung für einen Stufenplan gab“, dieser jedoch nicht zum Tragen kam. „Wir waren nicht mit allen Maßnahmen des Stufenplans einverstanden, er hätte aber eine Perspektive für unsere Branche aufgezeigt“, betont Heilemann. „Jetzt hoffen wir auf einen differenzierten Stufenplan im März. Uns Gastronomen ist klar, dass es nicht sofort eine Öffnung für alle Betriebsarten geben wird. Aber über eine Öffnung der Restaurants und der Außengastronomie sollte gesprochen werden“, verdeutlicht Heilemann.

„Außenbereiche öffnen“

Dem stimmt Petra Veldhoff vom Uelser Hof und dem Café am Markt in Uelsen zu. „Auf unserer Terrasse können wir unsere Gäste mit gebührendem Abstand bewirten. Nach vier Monaten Schließung wird es Zeit für eine Öffnungsperspektive“, fordert auch sie. Man müsse die privaten Treffen aus der Illegalität in die Gastronomie holen, auch im Sinne einer leichteren Kontaktverfolgung im Infektionsfall. Heilemann sagt: „Mit unserer Dokumentation können wir bei der Nachverfolgung von Infektionsketten helfen.“

Hotelübernachtung für Touristen?

Mit Blick auf den Tourismus in der Grafschaft Bentheim spricht aus Sicht der Hotelbetreiber nichts gegen eine Wiedereröffnung. „Die Urlauber in der Grafschaft Bentheim kommen zum Radfahren und Wandern hierher. Den Hotelbetreibern ist völlig unverständlich, aus welchem Grund Touristen mehr gefährdet oder gefährlicher sein sollen als Monteure und geschäftlich Reisende, die zur Zeit beherbergt werden“, beschreibt Heilemann die Problematik.

„Wir sind bereit“

Um der Forderung nach einer Öffnungsperspektive Nachdruck zu verleihen, hat der Dehoga-Kreisverband die Initiative „Wir sind bereit“ gestartet. Laut Heilemann ist jeder Gastronom „daran interessiert, die Risiken in seinem Betrieb zu minimieren. Hierbei gibt es eine Vielzahl zu beachten und umzusetzen, es handelt sich aber um lösbare Aufgaben. Mit einem guten Hygienekonzept im Betrieb können sich die Gäste sicher fühlen.“

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