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02.05.2019, 16:30 Uhr

Grafschafter Bürger Forum informiert über Denne Emlichheim

Am 24. April hat das Grafschafter Bürger Forum (gbf.) zusammen mit Walter Oppel (BUND) und Christian Kerperin (Landkreis Grafschaft Bentheim) eine Führung durch das Natur- und Naherholungsgebiet der Emlichheimer Denne unternommen.

Etwa 30 interessierte Zuhörer waren der Einladung des gbf. gefolgt und haben sich von den erfahrenen Experten einige Erläuterungen zum Pflege- und Entwicklungsplan und zur Denne geben lassen. Foto: Jörg Preukschat

Etwa 30 interessierte Zuhörer waren der Einladung des gbf. gefolgt und haben sich von den erfahrenen Experten einige Erläuterungen zum Pflege- und Entwicklungsplan und zur Denne geben lassen. Foto: Jörg Preukschat

Interessante Informationen gab es zu einzelnen Pflanzen im Bereich der Denne sowie zum Zustand des Waldbereiches und zu den umliegenden Flächen. So wurde auf ein einzigartiges Pflanzenaufkommen in der Denne hingewiesen. In der Denne gibt es das einzige Vorkommen der Berg-Platterbse in der gesamten Grafschaft und ist somit eine Besonderheit der Region. Auch das macht die Denne zu einem wertvollen Natur- und Naherholungsgebiet mit hoher Bedeutung.

Deutlich wurde während der Führung, dass sich die einzelnen Bereiche der Denne seit der Erstellung des 20 Jahre alten Pflege- und Entwicklungsplans recht unterschiedlich entwickelt haben. Teils konnten die Bedingungen im Sinne des Naturschutzes verbessert werden, in Teilen haben sich die Bedingungen jedoch auch verschlechtert, sodass man durchaus auch Handlungsbedarf für einzelne Bereiche sehe .Betont wurde, dass eine positive Entwicklung der Denne nur im Einklang mit den Interessen der Eigentümer möglich ist. „Eine Bewirtschaftung der Flächen ist durchaus gewollt, müsse sich aber natürlich auch für die Landwirte lohnen, um die Akzeptanz für die Ziele des Naturschutzes zu wahren“, so Walter Oppel (BUND). Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den betroffenen Landwirten ist daher sinnvoll.

Ein wichtiges Kriterium, um das Gebiet im Sinne des Naturschutzes aufzubauen, ist vor allem die Bildung von Flächenpools/Flächenbereichen. In diesen zusammenhängenden Bereichen kann die Nutzung besser auf die Naturschutzbelange ausgerichtet werden. Im Rahmen der Führung wurde zudem die zukünftig angedachte Trasse der Südumgehung betrachtet. Hermann Borghorst erläuterte dabei die vom Landkreis forcierte Trasse der zukünftigen Südumgehung.

„Die Denne als beliebtes Naherholungsgebiet wird bei der angedachten Trassenführung de facto vom Ortskern abgeschnitten“, so Walter Oppel vom BUND. Zudem müssen im Vechtetal große Bereiche des Überflutungsgebietes durchquert werden. Hermann Borghorst äußerte weiter: „Durch die Trassenführung wird die Denne zumindest tangiert“. Betroffene Bürger äußerten in dem Zuge die Sorge, dass die Trassenführung sehr nah am Ortsrand und an bestehenden Gebäuden vorbei führt. Das gbf teilt diese Sorge. Hermann Borghorst sagte hierzu: „Wir halten eine weiter vom Ort liegende Südumgehung für besser.“ Mit einer ortsnahen Umgehung wird sich die Erreichbarkeit von Denne, Tennis- und Reitanlagen verschlechtern. Eine Situation, die dann nicht rückgängig zu machen ist, und daher beim gbf. keine Zustimmung findet. Die weiterhin gute Erreichbarkeit der Sportanlagen und der Denne als wertvolles Naherholungsgebiet ist dem gbf. wichtig.

Ein weiteres Problem der bisher angedachten Streckenführung sind die Überflutungsbereiche der Vechte. Für den Hochwasserschutz bestehen erhöhte Anforderungen an das Bauwerk, sodass mit hohen Baukosten zu rechnen ist. Die günstigere Alternative ist ein nicht erhöhter Bau der Straße, die dann bei Überflutungen jedoch nicht durchgängig befahrbar wäre. Das sind für das gbf. Gründe genug, eine weiter vom Ort entfernte Streckenführung anzustreben. „Die von uns favorisierte Variante führt weiträumiger um Emlichheim und die Denne herum und bindet im Streckenverlauf teils bestehende Straßenverläufe und Brückenbauwerke mit ein“, so Hermann Borghorst.Der BUND hält die vom gbf. favorisierte Trasse zum Schutz von Bürgern und Denne ebenso für die bessere Variante. Seitens des BUND ist man aktiv dabei, bei den zuständigen Behörden für diesen alternativen Streckenverlauf zu werben. Das gbf. unterstützt diese Bemühungen und wird auch zukünftig alles tun, um eine weiter um den Ort verlaufende Streckenvariante zu erreichen.