06.10.2020, 11:29 Uhr

Grafschafter Ärzte diskutieren Dauerherausforderung Covid-19

Der Vorsitzende des Ärztevereins Grafschaft Bentheim, Dr. Markus Kirschner, begrüßte zahlreiche Berufskollegen zum informativen Austausch. Foto: privat

Der Vorsitzende des Ärztevereins Grafschaft Bentheim, Dr. Markus Kirschner, begrüßte zahlreiche Berufskollegen zum informativen Austausch. Foto: privat

Grafschaft Rund 70 Hausärzte aus der Grafschaft Bentheim haben sich kürzlich im großen Saal des NINO-Hochbaus in Nordhorn getroffen, um sich über die aktuellen Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie zu informieren und auszutauschen. Eingeladen hatten das Grafschafter Ärztenetz, die Ärztekammer und der Landkreis Grafschaft Bentheim. Durch die Veranstaltung führte Dr. Markus Kirschner als Vorsitzender Ärztevereins Grafschaft Bentheim.

„Für uns alle steht ein heißer Herbst und Winter bevor, wenn die alljährlichen Infektionskrankheiten mit der saisonalen Grippe und der Coronainfektion zusammentreffen“, machte Kirschner in seiner Begrüßung die Lage deutlich. Ein Impfstoff sei zwar in Sicht, werde aber frühestens im Laufe des nächsten Jahres zu einer Entspannung beitragen können. Bis dahin gelte es, die Situation im Griff zu behalten. Aus ärztlicher Sicht stehe die Teststrategie per Nasen-Rachen-Abstrich im Vordergrund. „Mit welcher Teststrategie gehen wir durch den Winter? Wie passen wir uns der enormen Dynamik der Pandemie an? Wen gilt es besonders zu schützen?“ – Das sind Kirschner zufolge neben der Frage nach nachvollziehbaren Einschränkungen die Punkte, die es am dringlichsten zu klären gilt.

Landrat Uwe Fietzek erläuterte anschließend die umfangreiche Arbeit des Landkreises seit Ausbruch der Pandemie im März. „Es ist uns gemeinsam mit dem Gesundheitssystem in der Region gelungen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen – dank dem gewaltigen Engagement vieler, vieler Beteiligter. Nun stehen wir vor der nächsten ,heißen Phase‘ und es gilt, gemeinsam mit guten Lösungen einen guten Weg dadurch zu finden“, sagt Fietzek und fügt hinzu: „Dazu sind ein vielfältiger Austausch und eine intensive Kommunikation untereinander notwendig, wozu das vom Landkreis angestoßene Pandemie-Netzwerk beitragen soll. Nur so können wir die Herausforderungen der nächsten Monate bewältigen.“

Während der drei Stunden dauernden Veranstaltung berichteten Dr. Arno Schumacher von der Euregio-Klinik über radiologische Befunde bei Covid-19-Patienten, Professor Dr. Philipp von Landenberg über die Testkapazitäten seines Großlabors in Schüttorf und Erkenntnisse zur Sicherheit von Antikörpertests. Dr. Sigrid Leferink vom Ärztenetz vermittelte einen Einblick in das, womit die Arztpraxen durch Corona und stetig neue Verordnungen rechnen müssen. Dr. Gerd Vogelsang als Leiter des Gesundheitsamtes erläuterte das Vorgehen seines Amtes und des Containment-Teams bei einem Ausbruchgeschehen. Vertreter der Fachklinik in Bad Bentheim stellten ihre Erfahrungen mit Patienten dar, während ein Vertreter der Kassenärzlichen Vereinigung Niedersachens (KVN) über Themen wie Schnelltests und Abstrichsprechstunde referierte. Zuletzt stellte Dr. Ron Hendrix von der Euregio-Klinik noch aktuelle und gesicherte Erkenntnisse über Übertragungswege und Hygienemaßnahmen vor.

Nach dem Ende der Diskussionen zogen Dr. Markus Kirschner und Landrat Uwe Fietzek ein positives Fazit der Veranstaltung: „Wir haben ein dickes Paket an Informationen geboten, das auf eine sehr gute Resonanz bei den Ärzten gestoßen ist. Der Austausch war fruchtbar und hat noch einmal mehr bewiesen: Wir sitzen in diesen stürmischen Zeiten alle in einem Boot und rudern gemeinsam in eine Richtung.“

Landrat Uwe Fietzek richtete ein Grußwort an die anwesenden Gäste. Foto: privat

Landrat Uwe Fietzek richtete ein Grußwort an die anwesenden Gäste. Foto: privat

Ems-Vechte