26.11.2019, 11:30 Uhr

Landkreis unterstützt Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“

Anlässlich des Internationalen Gedenktags „Nein zu Gewalt an Frauen“ fand die jährliche Fahnenaktion des Arbeitskreises der Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Grafschaft Bentheim statt. „Gewalt gegen Frauen kommt überall in der Gesellschaft vor“

Gruppenfoto mit Fahne“: Zum Gedenktag gegen Gewalt an Frauen hisste der Arbeitskreis der Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Grafschaft Bentheim die Flagge „Frei leben – ohne Gewalt“ vor dem Kreishaus mit den Besucherinnen der Aktion.

Gruppenfoto mit Fahne“: Zum Gedenktag gegen Gewalt an Frauen hisste der Arbeitskreis der Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Grafschaft Bentheim die Flagge „Frei leben – ohne Gewalt“ vor dem Kreishaus mit den Besucherinnen der Aktion.

Neben dem Hissen der Fahne mit der Aufschrift „Frei leben – ohne Gewalt“ vor dem Kreishaus stand unter anderem ein Fachvortrag zum Thema „Gewalt an Frauen in der Grafschaft Bentheim“ von der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Grafschaft Bentheim, Zdravka Buettner, auf dem Programm. Die Veranstaltung wurde durch ein breites Kooperationsbündnis unterstützt.

„Gewalt an Frauen kommt überall in der Gesellschaft vor“, lautete die Schlussfolgerung von Zdravka Buettner, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Grafschaft Bentheim, gegen Ende ihres Fachvortrages zur „Gewalt an Frauen in der Grafschaft Bentheim“. Mit Unterstützung der Grafschafter Gewaltberatungseinrichtungen und der Polizei gab sie den Besucherinnen der Veranstaltung einen Einblick in die aktuelle Situation in der Grafschaft.

Aus dem Vortrag ging hervor, dass alle Formen von Gewalt in der Grafschaft vertreten sind: „Beschimpfungen, Beleidigungen, Erniedrigungen, Ausgrenzung. Worte können ebenso verletzend sein wie körperliche Gewalt!“. Außerdem gebe es weibliche Opfer von Gewalt in jedem Alter und jeder Nationalität. „Gewalt betrifft demnach keineswegs nur Frauen aus anderen Kulturen“, sagte Buettner. Bei den Tätern handele es sich in den meisten Fällen um Partner, Ex-Partner oder Personen aus dem familiären Umfeld.

Ebenso verwies die stellvertretende Landrätin Helena Hoon in ihrem Grußwort mit einem Zitat des Bundeskriminalamts zur Partnerschaftsgewalt auf die Brisanz des Themas Häusliche Gewalt hin: „Häufiger als jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet.“ Allein diese Tatsache verdeutliche für sie die Wichtigkeit des Gedenktages gegen Gewalt an Frauen und mit dem gemeinsamen Hissen der Fahne, ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen.

Weitere Fahnen wurden anlässlich des Gedenktages gegen Gewalt an Frauen vor den Rathäusern in Bad Bentheim, in Nordhorn und in Lohne und vor der Musikschule in Nordhorn gehisst. Infos zum Gedenktag gegen Gewalt an Frauen gibt es unter www.frauenrechte.de. Der Internationale Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“ findet seit 1981 jährlich am 25. November statt. Rund um diesen Tag organisieren Menschenrechtsorganisationen unterschiedliche Aktionen und Veranstaltungen zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen.

Die Initiierung dieses Aktionstags ist zurückzuführen auf den Fall der Schwestern Mirabal im Jahr 1960. Sie wurden in der Dominikanischen Republik nach monatelanger Folter vom militärischen Geheimdienst getötet, da sie sich im Untergrund an Aktivitäten gegen den tyrannischen Diktator Trujillo beteiligt hatten. Bei einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen in Kolumbien 1981 wurde der Todestag der drei Schwestern, der 25. November, zum Gedenktag der Opfer von Gewalt an Frauen ausgerufen. Schließlich wurde der Tag 1999 durch die Vereinten Nationen offiziell anerkannt. Die jährliche Fahnenaktion wurde von der Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes ins Leben gerufen.

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