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06.12.2019, 11:00 Uhr

Gewässerschützer: Vechte ist extrem mit Nitrat belastet

Der VSR-Gewässerschutz kommt nach der Auswertung der Messfahrt vom März 2019 an der Vechte und seinen Nebenflüssen zu einem alarmierenden Ergebnis. Die intensive Landwirtschaft führe dazu, dass die Vechte übermäßig mit Nitraten belastet sei.

Der Bundesfreiwillige Milan Toups zieht eine Wasserprobe aus der Vechte. Foto: Harald Gülzow

Der Bundesfreiwillige Milan Toups zieht eine Wasserprobe aus der Vechte. Foto: Harald Gülzow

Nach der Oberflächengewässerverordnung dürfte das Vechtewasser an der niederländischen Grenze höchstens 12,3 Milligramm pro Liter (mg/l) Nitrat aufweisen. Die Messungen des VSR Gewässerschutzes ergaben hier jedoch mit 35,4 mg/l einen fast dreifach überhöhten Wert. Im gesamten Verlauf der Vechte in Deutschland wurde an keiner Stelle ein niedrigerer Wert gemessen.

„Der VSR-Gewässerschutz fordert die beiden zuständigen Umweltminister Olaf Lies (Niedersachsen) und Ursula Heinen-Esser (Nordrhein-Westfalen) auf, zügig Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Ausweitung des ökologischen Landbaus ermöglichen. Es ist schon lange bekannt, dass dieser zur Reduzierung der Nitratbelastung beiträgt. Allerdings bedarf es erheblich mehr Anreize, damit die ansässigen landwirtschaftlichen Betriebe auf die ökologische Landwirtschaft umstellen“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

Schon die Quellbäche der Vechte sind übermäßig mit Nitraten belastet. Sowohl der Rockeler Bach war mit 42,7 mg/l Nitrat wie auch der Burloer Bach mit 40,1 mg/l stark belastet. Dies führte dazu, dass die Vechte nach deren Zusammenfluss in Eggerode einen Nitratwert von 41,2 mg/l aufwies. Bis Metelen erhöhte sich die Nitratkonzentration sogar auf 46,6 mg/l. Mit dem Zufluss des Gauxbachs bei Welbergen mit 38,6 mg/l und der Steinfurter Aa bei der Bauernschaft Bilk mit 41,7 mg/l sank die Nitratbelastung. In Ohne betrug der Nitratwert in der Vechte dann 41,5 mg/l.

Im weiteren Verlauf des Flusses nahm die Belastung bis Nordhorn auf 39,4 mg/l ab. Weitere Entlastungen kamen durch den mit 7,7 mg/l Nitrat belasteten Nordhorn-Almelo- Kanal sowie durch die weiteren Zuflüsse Dinkel mit 32,9 mg/l, Lee mit 24,5 mg/l und denEmlichheimer Entlastungskanal mit 19,8 mg/l. Bis zur letzten Messstelle auf deutschem Gebiet sank der Nitratgehalt in der Vechte in Laar auf 35,4 mg/l ab. Das Wasser der Vechte gelangt in den Niederlanden in das IJsselmeer. Dort kommt es aufgrund der starken Nitratbelastung zur Eutrophierung. Es breiten sich immer wieder Algenteppiche aus.