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20.11.2018, 13:28 Uhr

Gewässerschützer: Deutlich zu hohe Nitratwerte

Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz bei den Brunnenwasserproben festgestellt, die im Rahmen seiner Informationsveranstaltung in Wietmarschen abgegeben wurden.

Gewässerschützer: Deutlich zu hohe Nitratwerte

Harald Gützow analysiert die Wasserproben im Labormobil. Foto:privat

In jeder dritte untersuchten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. 67 Wasserproben aus privat genutzten Brunnen nahmen Milan Toups, Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst, und Harald Gülzow, Projektleiter, aus dem Raum Wietmarschen, Lingen, Schüttorf, für die Untersuchung entgegen. Ein Grund für die hohen Belastungen ist die intensive Landwirtschaft. Diese hat sich in den vergangenen zehn Jahren immer weiter ausgebreitet. Gleichzeitig konnte die umweltverträglichere Form der Landwirtschaft - der ökologische Landbau - kaum wachsen. Hier müssen vor allem die Verpächter handeln. Der VSR-Gewässerschutz rät Gemeinden, Kreisen und Kirchengemeinden dazu, ihre landwirtschaftlichen Flächen in Zukunft nur noch ökologisch bewirtschaften zu lassen.

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei den Untersuchungen 271 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Wietmarschen. Weitere mit Nitraten stark verschmutzten Brunnen stellten die Umweltschützer in Bimolten mit 78 Milligramm pro Liter (mg/l), in Schüttorf mit 73 mg/l, in Emsbüren mit 96 mg/l, in Messingen mit 88 mg/l, in Lingen mit 177 mg/l und in Lohne mit 129 mg/l fest. Das Wasser ist wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet. Besonders wichtig ist außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt wird. Es besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbenen Pflanzen können anschließend zu Fischsterben führen. Nitratbelastetes Grundwasser führt beim Bewässern zu einer zusätzlichen Düngung. Diese muss in die Berechnung über den Stickstoffbedarf der angebauten Pflanzen miteinbezogen werden. Nur so können eine Überdüngung und eine Nitratanreicherung in Gemüse verhindert werden. Bürger können dem Verein bis Ende September eine Wasserprobe mit der Post zusenden, falls sie wissen wollen, ob sie auch von der hohen Nitratbelastung betroffen sind. Informationen dazu gibt es auf der Homepage www.vsr-gewässerschutz.de/analyse/. Der ökologische Landbau hat weit strengere Düngevorschriften als in der Düngeverordnung festgesetzt. Es wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdünger verzichtet.

Außerdem kommt es zu weitgehend geschlossenen Nährstoffkreisläufen, da die Zahl der Tiere sich an der Fläche orientiert, die dem Betrieb zur Verfügung stehen. Nährstoffüberschüsse werden somit bestmöglich vermieden. Der VSR-Gewässerschutz begrüßt deswegen, dass ökologisch erzeugte Produkte in den vergangenen Jahren immer stärker gefragt sind. „Das freut uns als Gewässerschützer. Jedoch verbessert die Nachfrage für ökologisch erzeugte Produkte nicht die Grundwasserqualität in Niedersachsen. Dort werden nicht mal vier Prozent der landwirtschaftlichen Flächen vom ökologischen Landbau bewirtschaftet. Der große Bedarf wird inzwischen mit weit transportierten Lebensmitteln gedeckt“, sagt Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR Gewässerschutz.