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13.05.2020, 10:50 Uhr

Gesundheitszustand von Löwe „Nakuru“ verschlechtert sich

Das Löwenmännchen „Nakuru“, das seit 2007 im Zoo Osnabrück lebt, hat mit 18 bereits ein hohes Alter erreicht. Die Folgen: Eingeschränktes Sehvermögen und Probleme mit den Hinterbeinen. Das Thema Einschläferung steht im Raum.

Seit 2007 lebt der fast 19-jährige Löwe „Nakuru“ im Zoo Osnabrück. Foto: Zoo Osnabrück

Seit 2007 lebt der fast 19-jährige Löwe „Nakuru“ im Zoo Osnabrück. Foto: Zoo Osnabrück

Osnabrück Der Gesundheitszustand des 18-jährigen Löwen „Nakuru“ im Zoo Osnabrück verschlechtert sich altersbedingt. Die Raubkatze hält sich daher zumeist im Löwenhaus auf und befindet sich in tierärztlicher Behandlung.

Nach der coronabedingten siebenwöchigen Schließung des Zoo Osnabrück hat dieser seit dem 6. Mai wieder geöffnet. Für viele Besucher ist einer der ersten Abstecher auf ihrem Spaziergang durch den Zoo der zu den Löwen. Der Großteil des Löwenrudels streift über die Außenanlage oder liegt in der Sonne – das fast 19 Jahre alte Männchen „Nakuru“ allerdings verbringt zurzeit die meiste Zeit im Innenbereich. „Nakuru“ ist fast 19 Jahre alt – das ist für ein Löwenmännchen schon ein beträchtliches Alter. Leider macht sich dies mittlerweile bei Nakuru auch deutlich bemerkbar, wobei er in der letzten Zeit deutlich schneller gealtert ist“, erklärt Thomas Scheibe, Tierarzt im Zoo Osnabrück. Das Sehvermögen von Nakuru verschlechtere sich, wie Scheibe erklärt. „Der Löwe hat bereits eine deutliche Trübung durch grauen Star und kann nur noch eingeschränkt sehen.“ Außerdem fällt es ihm in den letzten Wochen häufiger schwer, seine Hinterbeine zu koordinieren und knickt manchmal mit ihnen ein. „Die ersten Anzeichen einer Altersschwäche zeigte er bereits vor ein bis zwei Jahren. In den letzten Monaten verschlechterte sich der Gesundheitszustand fortlaufend. Seit einigen Wochen bekommt „Nakuru“ daher häufiger Besuch von unseren Tierärzten“, erklärt Kerstin Seifert, Revierleiterin von „Kajanaland“ und zuständig für die Löwen. „Der Löwe hat mittlerweile öfter Probleme beim Aufstehen und wirkt zeitweise abwesend, manchmal sogar unbeteiligt. Solche Verhaltensänderungen geben wir immer umgehend an unser wissenschaftliches Leitungsteam weiter, damit schnell gehandelt werden kann.“ Tierpfleger, zoologische Leitung und Tierärzte sind grundsätzlich in engem Kontakt und Austausch und stimmen sich über den Gesundheitszustand der einzelnen Tiere und anstehende Untersuchungen und Behandlungen ab.

Raubkatze umfassend untersucht

Vor kurzem standen deswegen neben der allgemeinen noch weiterführende Untersuchungen an, unter anderem ein Röntgen des Bewegungsapparates und Blutuntersuchungen des in Nowosibirsk geborenen Löwen. „Wir haben mit unserem mobilen Röntgengerät Aufnahmen von verschiedenen Körperteilen gemacht, unter anderem auch von der gesamten Wirbelsäule“, so Scheibe. „Für jede Untersuchung muss der Löwe narkotisiert werden, denn Raubkatzen sind da deutlich weniger kooperativ als zum Beispiel Hauskatzen. Und Löwen sind nicht so gut erforscht wie der Mensch oder die Hauskatze“, so der Veterinär. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigten neben den Alterserscheinungen keine Auffälligkeiten. „Nakuru“ werde weiterhin medikamentös unterstützt. „Sein Gesundheitszustand lässt sich ganz gut als ‚auf und ab‘ beschreiben, die Tendenz geht allerdings leider abwärts.“ Für die Untersuchungen musste die rund 200 Kilogramm schwere Raubkatze in Narkose gelegt werden. „Hier müssen wir jedes Mal beraten, wie notwendig die Untersuchung ist und abwägen, ob uns eine weitere Untersuchung in unseren Erkenntnissen wirklich weiterbringt. Denn jede Narkose bedeutet für den Organismus natürlich eine Belastung“, so Scheibe. „Wir können nicht sagen, wie lange sich „Nakurus“ Gesundheitszustand auf dem aktuellen Niveau hält. Er kann sich jederzeit verschlechtern und wir müssen damit rechnen, dass „Nakuru“ möglicherweise bald nicht mehr aufsteht. Dann müssen wir uns schnell beraten – es kann dann zu der Entscheidung kommen, dass wir ihn einschläfern müssen. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, dass wir Leiden und Schmerz abwenden müssen, müssen wir über das Einschläfern nachdenken. Wir haben eine Verantwortung für unsere Schützlinge und die nehmen wir sehr ernst.“

Rudelleben weiterhin harmonisch

Aufgrund seiner altersbedingten Einschränkungen bleibt der Löwe nun zu seinem eigenen Wohlbefinden im Stall, wie Tierpflegerin und Revierleiterin Kerstin Seifert berichtet: „Wenn „Nakuru“ einen nicht so guten Tag hat, bleibt er drinnen, denn für die etwas abschüssige Außenanlage hat er nicht mehr genügend Kraft in den Hinterbeinen. Wir planen aber, die Außenanlage an „Nakurus“ Bedürfnisse anzupassen, damit er in der nächsten Zeit auch wieder nach draußen kann. Momentan lassen wir meistens Shaba, das 19-jährige Weibchen, bei ihm. So haben unsere ‚Senioren‘ Gesellschaft und genießen gemeinsam die Ruhe.“ Das Zusammenleben mit Weibchen „Shaba“ und den 12-jährigen Männchen „Kipangi“, „Mahiri“ und „Amani“ laufe harmonisch, erklärt Seifert: „Das Rudel ist generell eine ruhige und entspannte Gruppe. Für „Nakuru“ ist das momentan sehr gut, denn er kann so weiterhin in der Gruppe leben. Keines der anderen Männchen, die allesamt kastriert sind, erhebt Ansprüche auf die Position des Rudelführers. Generell ist „Nakuru“ ein sehr umgänglicher Löwe, den wir Tierpfleger zu lesen gelernt haben.“

In menschlicher Obhut können Löwen ein Alter von rund 20 Jahren erreichen, die Lebenserwartung in der freien Wildbahn liegt deutlich niedriger. Dort werden männliche Löwen 5 bis 7 Jahre alt. Am Schölerberg leben neben dem 18-jährigen „Nakuru“ (*23. Juli 2001), der 2007 an den Schölerberg kam, die 19-jährige „Shaba“ sowie die 12-jährigen kastrierten Löwenkater „Kipangi“, „Amani“ und „Mahiri“. Die Anlage des Rudels wird derzeit flächenmäßig verdreifacht und Höhenpfade führen dann über die Anlage hinweg. Die Umbauarbeiten sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

„Nakuru“ in Bewegung. Foto: Zoo Osnabrück

„Nakuru“ in Bewegung. Foto: Zoo Osnabrück

Auch das Röntgen des Löwen „Nakuru“ gehört zu den umfassenden Untersuchungen der Zootierärzte im Zoo Osnabrück. Foto: Zoo Osnabrück

Auch das Röntgen des Löwen „Nakuru“ gehört zu den umfassenden Untersuchungen der Zootierärzte im Zoo Osnabrück. Foto: Zoo Osnabrück

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