24.07.2020, 14:10 Uhr

Gestreifter Nachwuchs im Zoo Osnabrück

„Barbaros“ mit Mutter „Jule“. Foto: Zoo Osnabrück

„Barbaros“ mit Mutter „Jule“. Foto: Zoo Osnabrück

Osnabrück Aus der afrikanischen Tierwelt „Mapungubwe“ im Zoo Osnabrück gibt es gute Nachrichten: Vor Kurzem kam ein Jungtier der Chapman-Zebras zur Welt. Der kleine „Barbaros“ ist der zweite Nachwuchs von Zebraweibchen „Jule“ (13 Jahre) und Zebramännchen „Django“ (8 Jahre).

Zwei Tage nach der verließ das junge Fohlen der Chapman-Zebras zum ersten Mal den Stall und durfte unter Aufsicht seiner Mutter die große Außenanlage erkunden. „Zwei Tage zuvor, also am Sonntag, kam das Jungtier zur Welt“, berichtet Franz Schelshorn, Tierpfleger und Revierleiter. „Meine Kollegen kamen zur täglichen Morgen-Runde in den Zebra-Stall und entdeckten den Nachwuchs sofort. Da haben wir uns natürlich alle sehr gefreut. Mutter Jule hat man auch schon deutlich angesehen, dass sie kurz vor der Geburt stand – deswegen haben wir quasi täglich damit gerechnet.“ Der Geburtsvorgang verläuft bei Zebras recht schnell und auch die Fohlen können schon wenige Minuten nach der Geburt stehen. Tobias Klumpe, Zoologische Leitung, erklärt: „Das liegt daran, dass Zebras Fluchttiere sind. In der Wildbahn sind sie ständig auf der Hut vor Fressfeinden und müssen im Zweifelsfall schnell weglaufen können. So stand das Jungtier am vergangenen Sonntagmorgen schon gut auf seinen schmalen Beinen und hat auch bereits Muttermilch getrunken.“ Nachdem die Biologen und Tierpfleger die junge Familie am Sonntag in Ruhe ließen, konnten sie montags sehen, dass sich das Jungtier gut entwickelt und bereits eine kurze Erstuntersuchung gemacht werden kann. Dabei wurde der Nabel des Fohlens überprüft, es bekam einen kleinen Mikro-Chip zur Wiedererkennung eingesetzt und zum Schluss konnten Biologen und Tierarzt auch das Geschlecht bestimmen: Es ist ein Männchen. Getauft wurde das kleine Zebra von Franz Schelshorn auf den Namen „Barbaros“. „Da es am Geburtstag meiner Frau Barbara geboren ist, die ebenfalls Tierpflegerin hier im Zoo ist, habe ich es natürlich nach ihr benannt. Das lustige ist, das Jungtier vom letzten Jahr kam an meinem Geburtstag zur Welt und bekam den Namen ‚Franz das Zebra‘“, schmunzelt Schelshorn.

Das neue Zuhause erkunden

„Barbaros“ konnte zunächst die Außenanlage kennenlernen und schon seine neuen Mitbewohner, die Nashörner und Pinselohrschweine, durch den Zaun beobachten. „Im Laufe des Tages haben wir dann bemerkt, dass die Eingewöhnung sehr gut funktioniert und insbesondere die Nashörner das Jungtier ruhig und besonnen beobachten“, erzählt Schelshorn. „Deswegen haben wir schon am Dienstagnachmittag alle Tierarten zusammengelassen.“ Klumpe ergänzt: „Es kann allerdings sein, dass wir den Hengst „Django“ in einigen Tagen für kurze Zeit separieren müssen, da „Jule“ dann in die sogenannte ‚Fohlenrosse‘ kommt.“ Die Fohlenrosse tritt bei Zebras etwa acht Tage nach der Geburt ein und bedeutet, dass die Stute wieder zur Paarung bereit ist. Um Mutter und Kind nicht zu viel Stress auszusetzten, wird der Vater in dieser Zeit etwas auf Abstand gehalten. „Wenn sich alle Tiere an die Situation gewöhnt haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass es eine harmonische Gruppe wie im letzten Jahr wird. „Django“ hat sich schon in der Vergangenheit als sehr umgänglicher und liebevoller Vater gezeigt. Ich denke, dass er auch mit dem kleinen „Barbaros“ spielen wird, was uns sehr freut, denn das Jungtier hat keine jungen Artgenossen in der Herde.“ In den nächsten fünf bis sechs Monaten wird Barbaros noch Muttermilch trinken und von seiner Mutter abhängig sein. Nach und nach wird er beginnen an etwas Gras und Heu zu knabbern, bis sich die Ernährung komplett umstellt. Mit etwa neun bis zwölf Monaten muss der junge Hengst dann in einen anderen Zoo umziehen, da in einer Zebra-Herde immer nur ein Männchen leben kann.

2019 kam im Zoo Osnabrück der Zebra-Hengst „Franz“ das Zebra zur Welt. Er war nicht nur das erste Jungtier von Jule und Django, sondern seit rund 20 Jahren auch der erste Zebranachwuchs am Schölerberg. Franz das Zebra wurde während der coronabedingten Schließung in den Tierpark Müritz abgegeben.

Wissenswertes zum Chapman-Zebra (Equus burchellii chapmani)

Das Chapman-Zebra ist eine Unterart des Steppenzebras. Es besitzt ein Stockmaß von etwa 120 Zentimetern und eine Körperlänge von rund 200 Zentimetern. Er wiegt bis zu 250 Kilogramm. Chapman-Zebras leben in kleinen Familienverbänden, die von einem Leithengst angeführt werden. Die Tragzeit liegt bei 12 Monaten und das Jungtier wiegt bei der Geburt etwa 30 Kilogramm. Chapman-Zebras sind im westlichen Sambia, Simbabwe, Botswana sowie Südafrika beheimatet.

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