13.04.2022, 15:35 Uhr

Gesamthandwerk hat das Pandemie-Jahr 2021 gut gemeistert

Neben Materialknappheit und Lieferengpässen stellt der Fachkräftemangel ein großes Problem für die Handwerksbetriebe in der Region dar. Insgesamt hat das Handwerk in den vergangenen zehn Jahren rund ein Viertel weniger Auszubildende verzeichnet – Tendenz weiter fallend. Symbolfoto: dpa

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Neben Materialknappheit und Lieferengpässen stellt der Fachkräftemangel ein großes Problem für die Handwerksbetriebe in der Region dar. Insgesamt hat das Handwerk in den vergangenen zehn Jahren rund ein Viertel weniger Auszubildende verzeichnet – Tendenz weiter fallend. Symbolfoto: dpa

Grafschaft/Osnabrück Die Handwerkskammer Osnabrück–Emsland–Grafschaft Bentheim hat jüngst ihren Jahresbericht für 2021 veröffentlicht. Die Kammer ist zu der Bilanz gekommen, dass die Handwerkswirtschaft in der Region mit ihren über 11.000 Betrieben und mehr als 100.000 Beschäftigten besser durch das Pandemie-Jahr 2021 gekommen ist, als zunächst prognostiziert wurde. Die Konjunkturergebnisse machten deutlich, dass das Gesamthandwerk die Auswirkungen der Corona-Krise weitestgehend gut meistern konnte.

Konsolidierung der Wirtschaftslage

„Verantwortlich für die positive Beurteilung der Geschäftslage im Gesamthandwerk sind vor allem die befragten Betriebe des Bauhaupt- und des Ausbaugewerbes, schlechtere Bewertungen der Geschäftslage kommen hingegen von den Betrieben der persönlichen Dienstleistungsgewerke“, bilanziert Hauptgeschäftsführer Sven Ruschhaupt. Insbesondere durch Kontaktbeschränkungen sowie die hohen Hygienestandards waren gerade diese Gewerke auch im Jahr 2021 stark von der Corona-Pandemie betroffen. Aber auch hier konnte im Allgemeinen eine Konsolidierung der Wirtschaftslage festgestellt werden. Die Ausbildungszahlen konsolidierten sich mit rund 6700 Lehrlingen im vergangenen Jahr in etwa auf das Niveau vor Beginn der Pandemie. „Dennoch bleibt das grundsätzliche Hauptproblem des Fachkräftemangels weiterhin bestehen“, betont Ruschhaupt. Laut den Statistiken hat das Handwerk der Region in den vergangenen zehn Jahren insgesamt rund ein Viertel weniger Auszubildende verzeichnet. Tendenz weiter fallend. „Diese Entwicklung ist bedrohlich für den Fortbestand vieler Betriebe und ebenso für die Grundversorgung der Bevölkerung mit handwerklichen Dienstleistungen“, stellt Ruschhaupt fest.

Geschäftsindex aktuell eingebrochen

Weitere Probleme zeichneten sich bereits zum Ende des vergangenen Jahres ab: Materialknappheit, Lieferengpässe, Preisexplosionen. „Diese Verwerfungen über alle Wirtschaftsbereiche hinaus haben unsere Mitgliedsbetriebe in einer solchen Dimension ebenfalls noch nicht erfahren und diese Entwicklung ist aufgrund der weltpolitischen Lage weiterhin dramatisch“, so der Kammerchef weiter. Die horrenden Energiepreise bedrohen zunehmend die aufkeimende Konsolidierung der Handwerkswirtschaft, wie die aktuelle Frühjahrs-Konjunkturumfrage bestätigt. Der Geschäftsindex, der auch die Erwartungen für die nächsten Monate beinhaltet, bricht aktuell um 20 Punkte ein. Und das weitere Szenario lässt erst mal wenig Hoffnung auf Besserung aufkommen. „Es braucht die Solidarität aller. Politik, Wirtschaft und alle Bereiche unserer Gesellschaft wurden und werden auf eine harte Probe gestellt“, lautet das Fazit von Hauptgeschäftsführer Sven Ruschhaupt.

Der Jahresbericht 2021 der Handwerkskammer Osnabrück–Emsland–Grafschaft Bentheim kann auf der Website www.hwk-osnabrueck.de eingesehen werden.