24.02.2022, 10:00 Uhr

Gemeinsame Pflegearbeiten der Vogelfreunde und des BUND

Vertreter des Vereins der „Vogelliebhaber Niedergrafschaft – AZ – Ortsgruppe Uelsen“ und der Kreisgruppe des BUND auf der von ihnen bearbeiteten Fläche an der alten Kläranlage. Foto Oppel

Vertreter des Vereins der „Vogelliebhaber Niedergrafschaft – AZ – Ortsgruppe Uelsen“ und der Kreisgruppe des BUND auf der von ihnen bearbeiteten Fläche an der alten Kläranlage. Foto Oppel

Uelsen Seit 2008 betreuen der Verein der Vogelliebhaber Niedergrafschaft – AZ – Ortsgruppe Uelsen“ und die Kreisgruppe des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) gemeinsam eine Fläche an der alten Kläranlage in Uelsen, die seinerzeit die Samtgemeinde Uelsen dem Verein der Vogelliebhaber zusammen mit einem angrenzenden etwa 10.000 Quadratmeter großen Feuchtbiotop zur Gestaltung nach ökologischen Aspekten zur Verfügung gestellt hatte.

Nachdem illegale Müllablagerungen aus dem Gebiet entfernt worden waren, pflanzte man verschiedene hochstämmige Obstgehölze. Die Wiederanlage von derartigen Obstwiesen stellt häufig einen wichtigen Teilbereich in einem Biotopverbundsystem mit anderen Landschaftselementen dar und bietet Refugien für an diesen Lebensraum angepasste und in ihrem Bestand oft bedrohte Pflanzen- und Tierarten. Obstwiesen sind also ein wichtiger Beitrag zum Natur- und Artenschutz.

Am vergangenen Samstag führten Mitglieder des „Vereins der Vogelliebhaber Niedergrafschaft - AZ - Ortsgruppe Uelsen“ und der BUND-Kreisgruppe Grafschaft Bentheim notwendige Pflegearbeiten im Bereich der alten Kläranlage in Uelsen durch.

Die vom BUND und den Vogelliebhabern angebrachten Nisthilfen für verschiedene Höhlenbrüter wie Kohl-, Blau- und Sumpfmeise sowie Feldsperling, Zaunkönig, Trauerschnäpper, Star, Hohltaube, Steinkauz und Waldkauz wurden gesäubert und durch weitere Nisthilfen ergänzt. Erfreulicherweise waren etwa 90 Prozent der Nisthilfen besetzt.

Viel Mühe machten sich die Mitglieder beider Vereine diesmal auch mit der Pflege der Zuwegung zum vor einigen Jahren aus unbehandeltem Eichenholz errichteten Wildbienenstand, der sich seitdem bei interessierten Besuchern großer Beliebtheit erfreut. Durch aufkommendes Gehölz drohte der Weg zum Wildbienenstand teilweise unpassierbar zu werden.

Besonders freuen sich die Mitglieder beider Vereine, dass das etwa ein Hektar große, teilweise nasse und morastige Areal gegenüber der alten Kläranlage mächtige Schwarzerlen aufweist. Das natürliche Vorkommen der Schwarzerle ist mit extremen Bodenfaktoren verknüpft: Sie wächst an häufig überfluteten Bachufern und bildet in amphibischen Lebensräumen die Nässegrenze des Waldes. Die Schwarzerle ist eine frost-, überflutungs- und nässeresistente Pionierbaumart. Durch ihre mittleren Ansprüche an die Nährstoffversorgung und ihre hohen Ansprüche an die Bodenfeuchte und Sommerwärme ist sie vor allem in Niederungen beheimatet, die ursprünglich eine reiche Pflanzenfresserfauna beherbergte. Einige besondere Merkmale der Erle, die rasche Keimung auf Rohböden, ihre Verbissresistenz und ihre vegetative Regenerationsfähigkeit sind vermutlich Anpassungen zur Regulierung von Schäden durch Wildverbiss. Aufwachsende Jungpflanzen werden aufgrund von Inhaltsstoffen vom Wild kaum verbissen, sodass der Verlust durch Tierfraß gering ist. Auf mechanische Beschädigungen durch Pflanzenfresser, aber auch durch das „Auf-den-Stock-Setzen“ durch den Menschen, reagiert die Schwarzerle mit Stockausschlag.

Informationstafeln weisen auf Besonderheiten der Fauna in diesem Biotop nahe dem Radweg hin.

Der „Verein der Vogelliebhaber Niedergrafschaft“ und der BUND freuen sich darüber, dass die Besucher diesen Anlagen bisher mit dem nötigen Respekt der Natur gegenüber begegnen, damit sich hier ein für Tiere und Pflanzen naturnaher Biotop weiterentwickeln kann.