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25.10.2018, 10:14 Uhr

Gedenkveranstaltung in Emlichheim zur Pogromnacht

Vor 80 Jahren wurden jüdische Synagogen von den Nationalsozialisten angezündet

Gedenkveranstaltung in Emlichheim zur Pogromnacht

Stolpersteine erinnern an das Schicksal deportierter Juden aus Emlichheim. Foto: privat

Unter dem Titel „Weg des Gedenkens an die Reichspogromnacht vor 80 Jahren“ lädt Samtgemeindebürgermeisterin Daniela Kösters am 9. November 2018 öffentlich zu einer Gedenkveranstaltung ein, um an die Ereignisse im damaligen vom Nationalsozialismus beherrschten Deutschland zu erinnern. Nicht nur in großen Städten, auch im beschaulichen Emlichheim kam es am 9. November 1938 zu Hetze und Übergriffen gegen jüdische Familien.

Die Veranstaltung der Samtgemeinde Emlichheim findet in Zusammenarbeit mit den Heimatfreunden Emlichheim und Umgebung, der Hauptschule, der Edith-Stein-Realsschule und dem Mehrgenerationenhaus Senfkorn statt. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr vor dem Haus an der Ecke Sünnenberg/Ringer Straße 18, in dem damals die jüdische Familie Weinberg lebte. Parkmöglichkeiten gibt es auf dem Parkplatz hinter der Tankstelle am Sünnenberg oder beim Lidl-Markt.

Zu Beginn werden Kerzengläser durch das MGH an die Teilnehmer verteilt. In kurzen Beiträgen gehen die Veranstalter auf die damaligen Geschehnisse ein, die den Anfang für die nationalsozialistische Schreckensherrschaft und Judenverfolgung in Deutschland bildeten und in einer Katastrophe endeten. Fast alle der damaligen jüdischen Einwohner aus Emlichheim sind in Konzentrationslagern ermordet worden. Zuvor haben einige von ihnen in der niederländischen Nachbarstadt Coevorden Schutz gesucht. Doch auch von dort wurden sie später deportiert, wie ein Vertreter der Stichting Synagoge Coevorden berichten wird. Nach einem gemeinsamen Weg des Gedenkens mit Kerzenlicht durch das Dorf findet am Bremarkt vor dem damaligen Haus der jüdischen Familie ten Brink der zweite Teil und der Abschluss der Gedenkveranstaltung statt. In einem Textdialog werden die Teilnehmer erfahren, dass auch die Familie ten Brink in der Reichspogromnacht Opfer der Übergriffe von fanatischen Anhängern der Nazis wurde, es dort aber auch mutige Nachbarn mit Zivilcourage gab. Im Anschluss werden von Schülerinnen und Schülern die Namen aller ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Emlichheim verlesen. Die Veranstaltung schließt gegen 19.15 Uhr mit einer Schweigeminute ab.