25.11.2020, 08:28 Uhr

Gedenktag gegen Gewalt an Frauen am heutigen 25. November

Gehisste Fahne „Frei leben ohne Gewalt“ von „Terre des Femmes“ vor dem Kreishaus in Nordhorn. Foto: Landkreis

Gehisste Fahne „Frei leben ohne Gewalt“ von „Terre des Femmes“ vor dem Kreishaus in Nordhorn. Foto: Landkreis

Nordhorn Die jährliche „Fahnenaktion“ des Arbeitskreises der Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Grafschaft Bentheim anlässlich des Gedenktages gegen Gewalt an Frauen am heutigen Mittwoch, 25. November, kann in diesem Jahr aufgrund von Corona nicht wie gewohnt stattfinden. Trotz oder gerade wegen Corona möchten die Grafschafter Gleichstellungsbeauftragten aber mit dem Hissen der Fahnen in ihren Gemeinden ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen. Gerade in Zeiten wie diesen sollen unter Gewalt leidende Frauen wissen, dass sie nicht allein sind.

Im vergangenen Jahr ist in Deutschland fast alle drei Tage eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet worden. Das ist die Kernaussage aus der Polizeilichen Kriminalstatistik zur Partnerschaftsgewalt 2019, die jüngst vorgestellt wurde. Da es sich hier allerdings ausschließlich um Straftaten handelt, liegt die Vermutung nahe, dass die Dunkelziffer der unter Häuslicher Gewalt leidenden Frauen noch größer ist. Besonders in den aktuellen Zeiten, die von der Corona-Pandemie und deren gesellschaftlichen Einschränkungen geprägt sind, gehen Experten von einer noch größeren Zahl von Fällen im Zusammenhang mit Häuslicher Gewalt aus. Laut dem Arbeitskreis der Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Grafschaft Bentheim seien aktuell noch mehr Frauen von Häuslicher Gewalt betroffen, da die derzeitige Situation das Gewaltpotenzial in der Familie steigere. Diese Entwicklung belegen zum Beispiel die Zahlen des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“. Seit April 2020 gibt es dort einen Anstieg der Beratungen von 20 Prozent. „Gerade in dieser besonderen Zeit müssen wir unsere Fahnen hissen, um ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen“, so der Arbeitskreis der Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Grafschaft Bentheim. Natürlich ist eine Veranstaltung wie in den Jahren zuvor aus gegebenem Anlass nicht möglich. Die Gleichstellungsbeauftragten möchten aber trotzdem in ihren Gemeinden nicht auf das Hissen der Fahnen verzichten. „Es ist eine der wenigen Möglichkeiten, um aktuell auf ein so wichtiges Thema aufmerksam zu machen und den Frauen das Zeichen zu geben, dass sie nicht vergessen werden. Das scheint uns momentan wichtiger denn je“, betonten die Grafschafter Gleichstellungsbeauftragten. Auch das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ruft anlässlich des Gedenktages dazu auf, bei der Aktion „Wir brechen das Schweigen“ mitzumachen. So sollen betroffene Frauen beispielsweise durch Selfies in den sozialen Medien mit dem Motto „Wir brechen das Schweigen“ einen Weg aus der Gewalt und Unterstützungsmöglichkeiten aufgezeigt bekommen.

Die Fahnen „Frei leben ohne Gewalt“ von „Terre des Femmes“ werden rund um den Gedenktag gegen Gewalt an Frauen am 25. November an folgenden Orten in der Grafschaft gehisst: Kreisverwaltung in Nordhorn, Rathaus in Nordhorn, Rathaus in Bad Bentheim, Rathaus in Lohne, Rathaus in Schüttorf und Rathaus in Emlichheim.

Zum Arbeitskreis der Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Grafschaft Bentheim gehören Zdravka Buettner (Landkreis Grafschaft Bentheim), Anja Milewski (Stadt Nordhorn), Heike Schmale (Samtgemeinde Schüttorf), Andrea Winter (Samtgemeinde Neuenhaus), Ilona Milius (Gemeinde Wietmarschen), Beate Sleefenboom (Samtgemeinde Emlichheim), Frieda Rotter (Samtgemeinde Uelsen) und Esther Jakobi (Stadt Bad Bentheim).

Infos zum Gedenktag gegen Gewalt an Frauen gibt es auf www.frauenrechte.de.

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