08.04.2022, 14:30 Uhr

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Gartenbauer sind täglich stolz auf die eigene Arbeit

Jannik Ferlemann und Janis Spering haben Freude an ihren Aufgaben in der Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer. Foto: Fuchs

Jannik Ferlemann und Janis Spering haben Freude an ihren Aufgaben in der Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer. Foto: Fuchs

Grafschaft Für den Beruf muss man die Leidenschaft für den Gartenbau und die Landschaftspflege mitbringen“, berichtet Jannik Ferlemann, der im zweiten Ausbildungsjahr zum Garten- und Landschaftsbauer bei einem Grafschafter Unternehmen arbeitet. Er packt die nächste Rolle des Rollrasens und legt ihn fachgerecht aus. „Für unsere Kunden ist es das Schöne: Wenn sie morgens zur Arbeit fahren ist alles noch schwarz, kommen sie abends nach Hause, liegt dort grüner Rasen“, sagt sein Ausbilder, der Gärtnermeister ist.

Auch der zweite Auszubildende, Janis Spering, der noch im ersten Jahr ist, ist von der Vielseitigkeit des Berufs begeistert. Für ihn spielt es eine große Rolle, täglich im Freien zu arbeiten. In einem Schulpraktikum, das er in einer Werkstatt machte, wurde ihm schnell klar, dass dies nicht der richtige Beruf für ihn war und so machte er in den Ferien ein freiwilliges Praktikum in seinem jetzigen Ausbildungsbetrieb.

Beide Auszubildenden haben große Freude an der Vielfalt der Aufgaben und Materialien, mit denen sie arbeiten. So müssen sie mit Holz, Stein Keramik, Metall und Böden umgehen. Ihr Beruf gliedert sich in sieben Fachsparten, von denen der Garten- und Landschaftsbau und der Friedhofsgartenbau zu den Dienstleistern gehören. Die anderen fünf Sparten wie der Blumen- und Zierpflanzenbau, die Baumschule, die Staudengärtnerei, der Obstbau und der Gemüsebau zählen zu der Gruppe der Produzenten. Dort stehen die Anzucht und der Verkauf der ein- und mehrjährigen Blumen und Gehölze im Vordergrund. In der Grafschaft gibt es Ausbildungsbetriebe in der Baumschule und im Blumen- und Zierpflanzenbau.

Wünschenswerte Voraussetzung für den Beruf ist der Hauptschulabschluss, es gibt auch viele Bewerber mit Realschulabschluss oder Abitur. Nach der üblicherweise drei Jahre dauernden Ausbildung stehen den neuen Gesellen weitere Möglichkeiten zur Weiterbildung offen. Sie können noch den Abschluss zum Meister oder Techniker erreichen oder ein Studium anschließen.

„Gut gemacht“: Gartenbauer René Mahn (rechts) begutachtet den Rollrasen, den Janis Spering verlegt hat. Fotos: Fuchs

„Gut gemacht“: Gartenbauer René Mahn (rechts) begutachtet den Rollrasen, den Janis Spering verlegt hat. Fotos: Fuchs

Für Jannik und Janis ist es nach getaner Arbeit immer ein gutes Gefühl zu sehen, was sie an dem Tag geschafft haben. Im ersten Ausbildungsjahr besuchen die Azubis an zwei Tagen in der Woche die Berufsfachschule Gartenbau und Floristik in Nordhorn, ab dem zweiten Jahr geht es dann an einem Tag in der Woche zur BBS nach Meppen. Alternativ besteht die Möglichkeit, ein Jahr die Berufsfachschule Gartenbau und Floristik in Nordhorn zu besuchen. In dieser Zeit nehmen die Schüler ebenfalls an zwei Tagen am Unterricht der Berufsschule teil, haben einen Praxistag und werden in fachpraktischen und allgemeinbildenden Fächern unterrichtet. „Die einjährige Berufsfachschule kann als 1. Ausbildungsjahr anerkannt werden“, berichten die Berufsschullehrer Ingo Moss und Matthias Alferink.

Die beiden Auszubildenden verstehen ihr Handwerk schon sehr gut. Fachmännisch verlegen sie den Rollrasen. Foto: Fuchs

Die beiden Auszubildenden verstehen ihr Handwerk schon sehr gut. Fachmännisch verlegen sie den Rollrasen. Foto: Fuchs

Für den Inhaber des familiengeführten Ausbildungsbetriebs liegt ein Reiz seines Berufs darin, immer kreativ arbeiten zu können und Planungen vor Ort zu optimieren. Dann kann es durchaus sein, dass ein Vorschlag eines Azubis umgesetzt wird. Dies fördert das Selbstbewusstsein der jungen Leute. Der Ausbilder sieht in den Aufgaben des Garten- und Landschaftsbauers zahlreiche Möglichkeiten, sich zu entfalten. So nähme die Nachfrage nach Bewässerungsanlagen oder zum Teich- und Poolbau deutlich zu. Aber auch mit der Baumklettertechnik machen sich die angehenden Nachwuchskräfte vertraut. Dachbegrünungen werden zunehmend ein Thema. Auch die Pflege der privaten und betrieblichen Anlagen gehört zum Servicespektrum eines GaLaBau-Betriebs, wobei immer mehr junge Haushalte die Dienstleistungen in Anspruch nähmen.

Die Aufträge aus dem privaten Bereich haben in der letzten Zeit, zum Teil bedingt durch Corona, zugenommen. Aber natürlich gibt es auch Großaufträge.

Neben den handwerklichen Fähigkeiten müssten die Bewerber Teamfähigkeit mitbringen. Sie arbeiten meistens zu zweit oder zu dritt, wozu sie kommunikativ sein müssen. Für den Auszubildenden Jannik Ferlemann ist überdies große Willenskraft erforderlich.

So sah der Hausgarten aus, ehe die Garten- und Landschaftsgärtner zur Tat schritten. Die Anlagen wurden komplett umgestaltet. Foto: privat

So sah der Hausgarten aus, ehe die Garten- und Landschaftsgärtner zur Tat schritten. Die Anlagen wurden komplett umgestaltet. Foto: privat

Der Beruf verlangt körperlichen Einsatz, ist aber auch für junge Frauen geeignet. Da der Bedarf an Fachkräften in dieser wie in vielen anderen Branchen zunehmend steigt, wächst der Bedarf an Nachwuchskräften. So bilden die Gartenbaubetriebe in der Grafschaft für den eigenen Bedarf aus und bieten einen sehr guten Einstieg in ein attraktives Berufsleben mit vielen Aufstiegsmöglichkeiten.