15.03.2019, 16:00 Uhr

Flagge zum Equal Pay Day in Emlichheim gehisst

„Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt immer noch 21 Prozent weniger als Männer“, teilt die Emlichheimer Gleichstellungsbeauftragte Beate Sleefenboom mit. Diese Lohndifferenz hat sich in den vergangenen Jahren nicht verringert.

In Emlichheim macht seit Freitag die rot-weiße Aktionsfahne auf die Lohnungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern aufmerksam. Foto: privat

In Emlichheim macht seit Freitag die rot-weiße Aktionsfahne auf die Lohnungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern aufmerksam. Foto: privat

Nach Mitteilung der Gleichstellungsbeauftragten hat Deutschland im internationalen Vergleich die rote Laterne. Nur in Estland und der Tschechischen Republik ist die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen noch größer. Der Unterschied im Gehaltsgefüge hat nach Aussage von Sleefenboom viele, vor allem strukturelle Ursachen.

Das liegt unter anderem daran, dass Frauen noch immer verstärkt in vom weiblichen Geschlecht dominierten Berufen arbeiten, wie in der Erziehung oder in der Pflege. „Vielleicht müsste sowohl bei Arbeitgebern als auch bei Arbeitnehmern ein Umdenken und eine Abkehr von den gängigen Rollenstereotypen erfolgen“, schlägt Beate Sleefenboom vor. Weiterhin sind die vermeintlichen frauentypischen Berufe von der Entlohnung unterbewertet. Doch auch in den sogenannten MINT-Berufen oder auf der Karriereleiter haben Frauen meistens das Nachsehen. Zeiten der Kindererziehung und der familienbedingten Reduzierung von Arbeitszeiten zugunsten von Elternzeit oder Pflege mögen hier zum Karriereknick beitragen.

Als Lichtblick sieht die Gleichstellungsbeauftragte das im vergangenen Sommer in Kraft getretene Entgelttransparenzgesetz. Mit diesem Gesetz wird das Ziel verfolgt, Offenheit in den Gehaltsstrukturen zu schaffen und es soll als Instrument dazu dienen, durch ein gesetzlich geregeltes Auskunftsrecht Lohnlücken nachhaltig zu beeinflussen. Sleefenboom zeigt sich gespannt, ob im kommenden Jahr der Equal Pay Day am 18. März im Kalender deutlich nach vorne geschoben werden kann. Die Flagge wird bis zum kommenden Freitag, 29. März, am Mast des Rathauses wehen. Sleefenboom hofft, dass die Equal-Pay-Day-Flagge bei vielen Bürgerinnen und Bürgern Aufmerksamkeit erzeugen und ein Bewusstsein für Gleichberechtigung wecken wird.