29.09.2020, 09:19 Uhr

Filmclub im Komplex in Schüttorf startet wieder

Hauptdarstellerin Anna (Riva Krymalowski) lebt in schweren Zeiten. Foto: Batier

Hauptdarstellerin Anna (Riva Krymalowski) lebt in schweren Zeiten. Foto: Batier

Schüttorf Berlin, 1933: Anna ist erst neun Jahre alt, als sich ihr Leben von Grund auf ändert: Um den Nazis zu entkommen, muss ihr Vater nach Zürich fliehen; seine Familie folgt ihm kurze Zeit später. Anna lässt alles zurück, auch ihr geliebtes rosa Stoffkaninchen, und muss sich in der Fremde einem neuen Leben voller Herausforderungen und Entbehrungen stellen. Mit der eindrucksvollen Adaption des autobiografischen Jugendromans und Weltbestsellers von Judith Kerr gelingt Oscar-Preisträgerin Carolin Link erneut großes Erzählkino. Einfühlsam zeichnet Deutschlands erfolgreichste Regisseurin ein realistisches Bild vom Leben jüdischer Flüchtlinge im Exil. Ihr Talent, kraftvolle melodramatische und poetische Sequenzen zu entwickeln, ohne dabei in Sentimentalität oder gar Kitsch abzugleiten, ist einmalig. Unterstützt von einer brillanten Schauspielerriege, angefangen von der Newcomerin Riva Krymalowski über Oliver Masucci bis hin zu Ursula Werner, entsteht eine dichte, warmherzige Inszenierung. Zudem prägt sich die atmosphärisch sehr überzeugende Bilderwelt ihrer exzellenten Kamerafrau Bella Halben ein.

Der Filmclub präsentiert „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ am Donnerstag, 15. Oktober, im Jugend- und Kulturzentrum Komplex. Einlass ist um 19.30 Uhr, Beginn 20 Uhr. Ganz wichtig: Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie sind insgesamt nur 50 Plätze im Komplex Saal verfügbar. Ein Mund-Nasen-Schutz muss im Foyer und auf den sanitären Anlagen getragen werden. Im Saal darf der Mund-Nase-Schutz abgenommen werden, sobald man seinen Platz eingenommen hat.

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