27.12.2019, 08:00 Uhr

Fietzek über Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Kreis

Die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Landkreis und den Akteuren der Landwirtschaft beleuchtete Landrat Uwe Fietzek während der kürzlich erfolgten Regionalversammlung der Raiffeisen Ems-Vechte in Wilsum.

Blickten auf das laufende Geschäftsjahr der Raiffeisen Ems-Vechte und zukünftige Herausforderungen der Landwirtschaft: Vorstandsmitglieder Albert Weersmann und Holger Terhalle, Landrat Uwe Fietzek, Willi Funke (Geschäftsführer Raiffeisen Ems-Vechte), Annika Veenaas, Florian Kröger und Bertwin Hurink. Foto: privat

Blickten auf das laufende Geschäftsjahr der Raiffeisen Ems-Vechte und zukünftige Herausforderungen der Landwirtschaft: Vorstandsmitglieder Albert Weersmann und Holger Terhalle, Landrat Uwe Fietzek, Willi Funke (Geschäftsführer Raiffeisen Ems-Vechte), Annika Veenaas, Florian Kröger und Bertwin Hurink. Foto: privat

„Erst seit wenigen Tagen im Amt, machte er mehrere Themenbereiche aus, die verstärkt in den Blick genommen werden müssen. „Während des Wahlkreises habe ich mit vielen Landwirten gesprochen und gemerkt, dass Ihnen einige Problemfelder unter den Nägeln brennen.“ Unter anderem nannte er das Bauamt, das Veterinäramt und die mangelhafte Internetversorgung.

Ehemals selbst Verwaltungsmitarbeiter, wolle er die entsprechenden Bereiche des Kreishauses zu Dienstleistungsbehörden umbauen. „Wir möchten gemeinsam mit Ihnen Lösungen für die aktuellen Herausforderungen entwickeln. Der Landkreis steht an Ihrer Seite“, rief er unter zustimmendem Applaus den versammelten Landwirte zu. Fietzek führte aus, dass vor allem schleppende Baugenehmigungsverfahren und Betriebskontrollen durch das Veterinäramt in der Vergangenheit für Unmut unter den Landwirtsfamilien gesorgt hatten. Für Besserung bei den Genehmigungsverfahren soll das Bauamt Anfang nächsten Jahres personell aufgestockt werden. Zudem wolle sich der Landrat regelmäßig die Zahl der offenen Bauanträge vorlegen lassen und die Gründe dafür verfolgen. „Ich habe nicht alles verstanden, aber vieles gelernt“, bekannte Fietzek auf die Ausführungen der Raiffeisen Ems-Vechte zu verschiedenen Düngestrategien. Damit tierische Nährstoffe aus Wirtschaftsdüngern zum richtigen Zeitpunkt pflanzenverfügbar ausgebracht werden können, benötige es Lagerraum. Die neue Düngeverordnung schreibt für viehhaltende Betriebe Lagerraum für mindestens sechs Monate vor. In der Vergangenheit war die Nachfrage nach dem Bau neuer Güllebehälter verhalten. Wie Fietzek ausführte, werden die jetzt vorliegenden Bauanträge mit Priorität bearbeitet, um einen Beitrag zu mehr Gewässerschutz zu leisten und den Betrieben Planungssicherheit zu geben. Gemeinsam mit Landwirtschaftskammer und Landvolk arbeite zudem die Untere Wasserbehörde daran, einen gerechten Ausgleich für alle zu schaffen, die das Wasserdargebot der Grundwasserkörper nutzen. Aufgrund der zwei heißen und trockenen Sommer seien viele Anträge auf Entnahme von Grundwasser beim Landkreis eingegangen, die nun nach und nach abgearbeitet würden.

Mit einem kleinen Seitenschlenker ging Fietzek dann noch auf die Themen Internet- und Telefonversorgung in ländlichen Gebieten ein. Er skizzierte die drei Ausbauschritte des Glasfasernetzes und erläuterte die Rahmenbedingungen, die einen umfassenden Ausbau gleich im ersten Abschnitt verhindern. Gemeinsam mit dem Landkreistag wolle er politischen

Druck auf die Telekom ausüben, die in Zukunft nur noch einen Telefonanschluss pro Haushalt zur Verfügung stellen will. Für alle, die auf einen Hausnotrufknopf, ein Faxgerät oder einen telefonischen Alarm bei Geräteausfall angewiesen sind, sei das eine Zumutung, machte er deutlich.

Albert Weersmann, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Ems-Vechte eG, bedankte sich bei Fietzek für die Ausführungen und zeigte sich zuversichtlich, dass er weiterhin ein offenes Ohr für die Belange der ländlichen Bevölkerung haben werde.

Organisiert wurde die Regionalversammlung vom Warengeschäft der Genossenschaft, der Raiffeisen Ems-Vechte mit Sitz in Klein Berssen. Neben dem Geschäftsbericht 2018 wurden die Zahlen des laufenden Geschäftsjahres vorgestellt. Darüber hinaus sprachen einige Fachberater der Raiffeisen Ems-Vechte über aktuelle Themen. Florian Kröger, Bereichsleiter Mischfutter, gab einen Überblick über die derzeitige Unberechenbarkeit des globalen Rohwarenmarktes. Bertwin Hurink, Bereichsleiter Pflanzenbau, informierte über die Optimierung des Ackerbaus vor dem Hintergrund wegfallender Wirkstoffe im Pflanzenschutz. Annika Veenaas, Mitarbeiterin des Nährstoffmanagements, stellte u.a. das Meldeprogramm ENNI für Nährstoffvergleiche und Düngebedarfsermittlungen vor.

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