Grafschafter Nachrichten
15.01.2021

Evangelisches Gymnasium Nordhorn im Rennen um Schulpreis

Evangelisches Gymnasium Nordhorn im Rennen um Schulpreis

Lernen auf Distanz: Merle Lambers, Marie Hovermann, Ilya Takunou und Jano Hüsemann (von links) im Not-Präsenzunterricht des EGN. Foto: privat

Nordhorn Die Organisatoren des „Deutschen Schulpreises“, der jährlich von der Robert-Bosch-Stiftung, der Heidehof-Stiftung sowie vom Rundfunkverbund ARD und der Zeit-Verlagsgruppe verliehen wird, stehen unter den herrschenden Corona-Bedingungen vor ganz besonderen Herausforderungen. Um dennoch wie in den vergangenen Jahren Engagement und besondere pädagogische Praxis in deutschen Schulen auszeichnen zu können, haben die Initiatoren in diesem Jahr den „Deutschen Schulpreis 20/21 Spezial“ ausgerufen, der besonders innovative Lösungen in der aktuellen Situation belohnen soll.

Eine Gruppe von Schülern und Elternvertreter haben das Evangelische Gymnasium Nordhorn (EGN) für diesen Preis vorgeschlagen und gemeinsam mit 365 anderen Schulen deutschlandweit, ins Rennen geschickt. Vor Kurzem hat das EGN die Nachricht erhalten, als einziges Gymnasium in Niedersachsen zu den 121 Schulen zu gehören, welche in die zweite Runde des Wettbewerbs einziehen.

Digitale Konzepte auf verschiedenen Ebenen

„Für die Auswahl sichtete zunächst die Jury – das Gremium besteht aus 60 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis – die Bewerbungen der Schule in Tandems und führte Telefoninterviews mit allen Bewerberschulen durch“, erläutert Matthias Finke vom EGN das Prozedere. In einer dreitägigen Sitzung Mitte Dezember hat die Jury die Bewertungen diskutiert und eine Vorauswahl getroffen. „Dabei standen nicht nur die bisherigen Instrumente der Schule zum Umgang mit der Corona-Krise im Mittelpunkt der Bewertung, vielmehr ging es auch darum, die aktuellen schulischen Probleme und Erfahrungen konstruktiv aufzugreifen und in zukünftige Konzepte der Schulen einfließen zu lassen“, führt Finke aus und erklärt, worauf das EGN bei seiner Bewerbung den Fokus gelegt hat: „Wir haben unseren schon vor den Osterferien beschrittenen Weg zum digitalen Unterricht mit allen Schwierigkeiten und Rückschlägen aufgezeigt. Unser im Kollegium breit verankertes Konzept fußt auf Videounterricht und einem Angebot an methodisch vielfältigen Aufgaben.“ So soll nicht nur ein Lernerfolg erzielt werden, sondern auch der Kontakt zwischen Schülern und Lehrkräften erhalten bleiben. Darüber hinaus betont die Schule in ihrer Bewerbung, dass „auch zu Zeiten des Distanzunterrichtes Schule mehr als reiner Wissenserwerb ist“ und auch „soziale Kompetenzen beachtet werden müssen“. So verzichtet das Gymnasium Finke zufolge während der Schulschließengen beispielsweise weder auf die wöchentliche Montagsandacht für die Schulgemeinschaft, das sozial-diakonische Praktikum noch auf das traditionelle Sportfest, sondern hat dafür neue, digitale Formen entwickelt.

Nächste Station: Schulpreis-Camp

Im nächsten Schritt sollen die 121 Schulen, die es in die zweite Runde geschafft haben, zu einem digitalen Schulpreis-Camp Ende Februar eingeladen werden. Dort können sie sich miteinander vernetzen und gemeinsam an ihren Konzepten arbeiten. Unterstützt werden sie dabei von pädagogischen Experten aus Wissenschaft, Praxis und Verwaltung. Im Anschluss will das Auswahlgremium die Ergebnisse des Camps auswerten und bis zu 15 Schulen für den „Deutschen Schulpreis 20/21 Spezial“ nominieren, bei dem sechs Preisträger mit jeweils 10.000 Euro ausgezeichnet werden.

„Wir haben uns am EGN riesig über diesen Teilerfolg gefreut, besonders weil uns Eltern und Schüler vorgeschlagen haben. Wir arbeiten weiter an unserem Konzept digitalen Lernens und sind gespannt auf den Austausch mit den anderen nominierten Schulen“, betont Schulleiterin Dr. Gabriele Obst und erklärt abschließend: „Als Schwerpunkt für das Camp entwickelt die Schule gegenwärtig Konzepte zur alternativen Leistungsbewertung, zur Individualisierung des Lernprozesses im digitalen und schulischen Raum sowie zur Verknüpfung von digitalem und sozialem Lernen.“

Evangelisches Gymnasium Nordhorn im Rennen um Schulpreis

Videokonferenz: Lehrer Thomas van den Berg vermittelt Unterrichtsinhalte am Smartboard. Foto: privat

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