23.06.2021, 15:30 Uhr

Euregio-Rat verabschiedet Aktivitätenplan

Der Euregio-Rat berät dreimal im Jahr über grenzübergreifende Aktivitäten im deutsch-niederländischen Euregio-Gebiet.Symbolfoto: dpa

Der Euregio-Rat berät dreimal im Jahr über grenzübergreifende Aktivitäten im deutsch-niederländischen Euregio-Gebiet.Symbolfoto: dpa

Gronau In seiner jüngsten Sitzung hat der Euregio-Rat einen Aktivitätenplan für die kommenden Monate im Hinblick auf die Ausführung der „Strategie Euregio 2030“ beschlossen. Verabschiedet wurden Arbeitspläne zu den Bereichen sozial-kulturelle Begegnungen, Gesundheit, Sicherheit, Unternehmertum, Regionales Innovationsmanagement, Infrastruktur und Verkehr, Energie, Wasser und Umwelt. In einer Sitzung im März hatte der Rat bereits Arbeitspläne zu Aus- und Weiterbildung, Arbeitsmarkt, Freizeitwirtschaft und Raumordnung verabschiedet.

„Grenzenlose“ Bildung

Auch die Fortschritte im Bereich der „euregionalen Bildungskette“ waren kürzlich Thema im Rat. Dabei sollen Lernangebote von der Grundschule bis zur beruflichen und Hochschulbildung in der Region grenzübergreifend zunehmend aufeinander abgestimmt werden, teilt die Euregio mit. „Zu diesem Zweck findet derzeit eine enge Vernetzung und ein intensiver Austausch zwischen niederländischen und deutschen Bildungseinrichtungen und Behörden in der Euregio statt“, heißt es aus der Verwaltung in Gronau.

Beratungsbedarf verdoppelt

„Obwohl der Grenz-Info-Punkt während der Corona-Pandemie keine Vor-Ort-Beratungen durchführen konnte, hat sich der Bedarf an Grenzpendler-Beratung mehr als verdoppelt“, weiß Euregio-Sprecherin Marie-Lou Perou. Die Beratungen fanden vorwiegend digital und telefonisch statt. „Grenzgänger hatten dabei insbesondere in den vergangenen Monaten Fragen zu Corona-Regeln, Tests, Quarantäne, Impfungen sowie Arbeiten und notwendige Familienbesuche im Nachbarland“, führt sie aus.

„Besondere Herausforderung“

Überhaupt sei die Corona-Pandemie für das Grenzgebiet und seine Bewohner eine besondere Herausforderung gewesen. „Bei allen notwendigen Corona-Maßnahmen müssen die Regierungen in beiden Ländern sich darüber bewusst sein, was die Regelungen für die Menschen im Grenzgebiet, die seit Jahrzehnten tagtäglich in beiden Ländern unterwegs sind, bedeutet – für Grenzarbeiter, aber auch für diejenigen, die Angehörige im Nachbarland versorgen oder die Grenze für eine medizinische Behandlung überqueren müssen“, sagt Geschäftsführer Christoph Almering. Bei den Abstimmungen zwischen den einzelnen Regierungen sieht er „noch deutlich Luft nach oben“, hebt jedoch die „regionale Lösungskompetenz“ der Behörden und Einrichtungen vor Ort hervor.

Grünes Licht für „Sprachdorf“

Auf der Tagesordnung des Euregio-Rates standen darüber hinaus auch mehrere grenzübergreifende Kleinprojekte, die kürzlich von der Expertengruppe der Euregio grünes Licht erhalten haben. Eines davon ist das Projekt „Taaldorf“, also „Sprachdorf“, das in einer Kooperation der Alexander-von-Humboldt-Schule in Rheine mit der Hogeschool Windesheim in Zwolle entstehen soll. Dabei sollen Muttersprachler in die Rolle eines Dorfbewohners schlüpfen und mit den Schülern Alltagssituationen, zum Beispiel im Postamt oder Restaurant, nachspielen.

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