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06.08.2020, 12:55 Uhr

Erste Untersuchung beim Wolfsnachwuchs im Zoo Osnabrück

Marcel Köck-Nitschke, Tierpfleger (links), und Tobias Klumpe, Zoologische Leitung, setzten den Wolfswelpen Micro-Chips zur Wiedererkennung ein und bestimmten die Geschlechter. Foto: Zoo Osnabrück

Marcel Köck-Nitschke, Tierpfleger (links), und Tobias Klumpe, Zoologische Leitung, setzten den Wolfswelpen Micro-Chips zur Wiedererkennung ein und bestimmten die Geschlechter. Foto: Zoo Osnabrück

Osnabrück Anfang Mai kamen im Zoo Osnabrück fünf kleine Hudson Bay-Wölfe zur Welt. Nun stand die erste Untersuchung vom Zootierarzt an. Bei der Untersuchung konnten die Zoomitarbeiter auch das Geschlecht der Welpen ermitteln.

Mit etwa drei Monaten waren die Osnabrücker Wolfswelpen alt genug für ihre erste Untersuchung. „Dazu haben wir die Welpen als erstes vom Rest der Gruppe separiert, um sie in Ruhe zu untersuchen. Natürlich schauen wir zunächst, ob alle gesund und die Bäuche gut gefüllt sind. Als das dann sichergestellt war, konnten wir sie impfen und ihnen eine Wurmkur zu verabreichen“, erklärt Tobias Klumpe, Zoologische Leitung. Außerdem wurde den Welpen je ein kleiner Micro Chip zur Wiedererkennung eingesetzt – wie es auch bei Haustieren gemacht wird. Klumpe berichtet weiter: „Der Chip ist besonders wichtig, da wir die Wölfe daran identifizieren können. Daten wie zum Beispiel das Geschlecht sind über die jeweilige Chip-Nummer hinterlegt und werden bei jeder weiteren Untersuchung, oder wenn die Welpen beispielsweise in einen anderen Zoo umziehen, aufgerufen. Am Schluss der heutigen Untersuchung konnten wir noch die Geschlechter der Jungtiere ermitteln: Es sind drei Weibchen.“ Die Geschlechter der anderen beiden Welpen konnten noch nicht bestimmt werden, da sie sich vor Beginn der Aktion schnell in ihrer Höhle versteckten. Die Nachzügler werden in den nächsten Tagen untersucht. Damit die Zoomitarbeiter sie unter ihren Geschwistern erkennen können, wurden die bereits untersuchten Tiere mit einem blauen, für die Tiere ungefährlichen Farbspray markiert.

Wolfswelpen werden immer mutiger

In den letzten Wochen haben sich die Welpen deutlich sichtbar verändert: Sie sind größer geworden, ihr Fell ist bereits fast so hell wie das der älteren Artgenossen und sie wiegen mittlerweile zirka 14 Kilo. Außerdem trinken die fünf kleinen Wölfe kaum noch Muttermilch – sie haben vom Rudel gelernt, Fleisch zu fressen und kauen ihre Nahrung bereits selbst. Die ersten drei Lebenswochen verbrachten die Jungen in ihrer geschützten Wurfhöhle, nach und nach wurden sie jedoch immer mutiger, neugieriger und waren auch für Besucher immer besser zu sehen. „In dieser Zeit haben wir das Rudel ganz genau von außen beobachtet. Mit der Erstuntersuchung haben wir bis jetzt gewartet, um die Familie bei der Jungenaufzucht nicht zu stören“, erklärt Marcel Köck-Nitschke, Tierpfleger im Zoo Osnabrück. „Mittlerweile laufen die Jungen gut mit dem Rudel mit. Sie sind sogar schon alleine auf der Anlage unterwegs und trauen sich bis in das Vorgehege des Stalls, um sich ein Stück Fleisch zu holen“, freut sich Köck-Nitschke. Besucher können die Jungtiere am besten an ihrer geringeren Größe vom Rest des Rudels unterscheiden, außerdem ist ihr Fell noch ein wenig dunkler als das der älteren Tiere. Vom Höhenpfad aus haben Besucher eine sehr gute Sicht auf die über 4000 Quadratmeter große Anlage in der Nordamerika-Tierwelt „Manitoba“, wo das Rudel durch den Wolfswald streift.

Wissenswertes zum Hudson Bay-Wolf (Canis lupus hudsonicus)

Der Hudson Bay-Wolf lebt nördlich und westlich der Hudson Bay (Kanada) in den Provinzen Manitoba, Nunavut und in den North West Territories. Diese Unterart des Wolfes ist vergleichsweise zu anderen Unterarten sehr hochbeinig. Die weißen Wölfe besitzen ein Fell mit dichter Unterwolle bis zu 6500 Haare pro Quadratzentimeter – damit schützt sie das Fell vor Temperaturen von unter minus 50 Grad. Wie alle Unterarten des Wolfes lebt der Hudson Bay-Wolf im Familienverband. In der Wildbahn stehen auf ihrem Speiseplan Kleinsäuger wie Schneehasen, aber auch Karibus und Elche, die sie sozial organisiert jagen.

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