05.03.2021, 15:06 Uhr

„Equal Pay Day“: Nur wenig Bewegung im Lohngefälle

Der Verdienstunterschied zwischen den Geschlechtern ist in Deutschland immer noch zu groß, sagt die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Grafschaft Bentheim, Zdravka Buettner. Foto: Landkreis

Der Verdienstunterschied zwischen den Geschlechtern ist in Deutschland immer noch zu groß, sagt die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Grafschaft Bentheim, Zdravka Buettner. Foto: Landkreis

Nordhorn Anlässlich des „Equal Pay Day“ am 10. März macht die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Grafschaft Bentheim, Zdravka Buettner, auf den Verdienstunterschied zwischen den Geschlechtern aufmerksam. „Das Datum signalisiert, wie ungleich Frauen und Männer in Deutschland bezahlt werden“, erklärt sie und ergänzt: „Je früher das Datum im Jahr liegt, desto gerechter geht es in unserer Arbeitswelt zu.“ Aktuell liege das geschlechtsspezifische Verdienstgefälle, der sogenannte „Gender Pay Gap“, bei 19 Prozent. „Rechnet man den Prozentwert in Tage um, arbeiten Frauen 69 Tage, vom 1. Januar bis zum 10. März, umsonst“, führt Buettner aus.

Lohnlücke schließt sich nur langsam

Ursprünglich haben die „Business and Professional Women Germany“ als Initiatorinnen des Aktionstages für dieses Jahr den 14. März als „Equal Pay Day“ festgelegt, was einem Gehaltsunterschied von 20 Prozent entsprach. Doch Buettner zufolge hat das Statistische Bundesamt Ende 2020 auf Basis der aktuellen Verdienststrukturerhebung den „Gender Pay Gap“ 2019 auf 19 Prozent revidiert. Damit verschiebt sich der „Equal Pay Day“ um vier Tage nach vorne.

Dass der Aktionstag nach vorne rückt, bewertet die Gleichstellungsbeauftragte positiv. „Ich freue mich über diese Entwicklung, wir sind allerdings noch lange nicht am Ziel. 19 Prozent sind immer noch 19 Prozent zu viel.“ Gerade im europäischen Vergleich liege Deutschland auf einem der hinteren Plätze. „Deutschland liegt hinter dem EU-Durchschnitt von 15 Prozent. Unser Ziel ist eine gerechte Gesellschaft, in der es keinen ,Gender Pay Gap‘ gibt und gleiche und gleichwertige Arbeit selbstverständlich gleich bezahlt werden“, formuliert die Gleichstellungsbeauftragte.

Weitere Informationen gibt es auf www.equalpayday.de.

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