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30.09.2019, 13:30 Uhr

Emslandmedaille für Thekla Brinker und Richard Schimmöller

Landrat Reinhard Winter überreichte die besondere Auszeichnung an die beiden Persönlichkeiten, die sich in außergewöhnlichem Maß um den Landkreis Emsland und seine Einwohner verdient gemacht haben.

Die Verleihung der Emslandmedaille an Thekla Brinkers und Richard Schimmöller fand im Schloss Clemenswerth statt. Foto: Landkreis Emsland

Die Verleihung der Emslandmedaille an Thekla Brinkers und Richard Schimmöller fand im Schloss Clemenswerth statt. Foto: Landkreis Emsland

Thekla Brinker erhielt die Ehrung für ihr besonderes kulturelles und regionalgeschichtliches Wirken, auch mit Blick auf den Erhalt der plattdeutschen Sprache. Ihr Engagement sei immer freiwillig gewesen und ihr darum besonders hoch anzurechnen, sagte Winter. Und weiter: „Die wirklich Verdienten sind die, die nicht im Hauptamt tätig sind, sondern ehrenamtlich viele Dinge bewirken.“

Brinker, 1943 in Lorup geboren und heute in Rastdorf beheimatet, wurde über die Region als Autorin von Heimatbüchern über Rastdorf und den Hümmling bekannt. Besondere Aufmerksamkeit erlangten darüber hinaus die von ihr initiierten plattdeutschen Theaterstücke „Kegen dat Vergeeten“ (2007), von deren Erlös sie 5000 Euro für den Aufbau der Gedenkstätte in Esterwegen spendete, sowie das Dokumentarspiel „Liek moket“. Dieses Stück thematisiert die Zerstörung des Dorfes Wahn zwischen Sögel und Lathen, dessen Bewohner in den Jahren 1938 und 1941 der Erweiterung des damaligen Krupp’schen Schießplatzes weichen mussten. Viel Beachtung fanden zudem die von ihr geschriebenen Theaterstücke „Der Bettelpfarrer“ (1997) über das Leben des in Lorup geborenen Monsignore Wilhelm Scheperjans und „Hümmlingbelder“ (2004), deren Inszenierung 20.000 Euro für die Restaurierung der Hüvener Mühle einbrachte. Die ausgebildete Verwaltungsangestellte zählte zu den Gründern des Rastdorfer Heimatvereins im Jahre 1980, den sie über mehrere Jahre als Vorsitzende leitete. Für ihr jahrzehntelanges Engagement um die Heimatarbeit und die besondere Pflege der plattdeutschen Sprache erhielt Brinker 2012 das Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens vom Land Niedersachsen.

Der weitere Träger der Emslandmedaille, Richard Schimmöller, gilt als „Vater und Erfinder“ der Sporthilfe und der Sportstiftung Emsland. „Nicht mal ansatzweise ist Vergleichbares woanders vorhanden“, hob Winter die Einzigartigkeit der 1989 gegründeten Initiative hervor. Ihr Ziel war und ist es, fehlende Leistungssportstrukturen im Emsland durch sinnvolle Kooperationen und gezielte Förderungen auszugleichen. In breitem Netzwerk mit Politik, Wirtschaft und Medien ermöglicht der ehrenamtlich arbeitende Verein, Fördermittel einzuwerben, die Nachwuchssportlern die entsprechenden Trainingsvoraussetzungen ermöglicht. Herzstück des Fördermodells der Sporthilfe ist die Lotterie „Emsland-Sport-Tombola“. Fast fünf Millionen Euro wurden damit insgesamt für den Sport im Emsland erarbeitet. Ein weiteres Markenzeichen der Sporthilfe ist der Sport-Oscar, der den Sportlern und der Mannschaft des Jahres verliehen wird. „Er überzeugt mit seinen Ideen, seiner Hartnäckigkeit und ist stets neue Wege gegangen, um die angestrebte Umsetzung zur Förderung und Entwicklung des emsländischen Leistungs- und Nachwuchssports zu erreichen. Wir wollen mit der Emslandmedaille sein herausragendes ehrenamtliches Engagement und seine zahlreichen Verdienste zur Förderung des Sports sowie auch seine Aktivitäten im Emsland würdigen“, betonte Winter. Schimmöller, Jahrgang 1951, lebt in Haselünne. Der Sportredakteur erhielt bereits 2017 für seine ehrenamtlichen Verdienste um den emsländischen Vereinssport von Ministerpräsident Stephan Weil die Niedersächsische Sportmedaille.

Laut Verleihstatut sind zurzeit 22 Träger der Emslandmedaille möglich. Seit der Einführung der Medaille 1987 ist die Auszeichnung inzwischen an insgesamt 32 Persönlichkeiten verliehen worden, von denen jedoch bereits 15 Personen verstorben sind. Aktuell sind damit 17 Emslandmedaillen vergeben. Zuletzt ist am 10. Oktober 2015 eine Emslandmedaille an Schwester M. Jacintha Altenburg vom Kloster Esterwegen unter anderem für ihre Verdienste um die Erinnerung an die Emslandlager vergeben worden.