10.07.2019, 08:00 Uhr

Emsländische Delegation besucht die Provinz Shaanxi in China

Eine Delegation von Vertretern der Emsländischen Wirtschaft und der Politik aus Lathen hat sich in der Woche vom 16. bis 21. Juni ein Bild über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der Provinz Shaanxi und der Hauptstadt Xi’an gemacht.

Mitglieder der emsländischen Delegation sowie Vertreter der chinesischen Gastgeber bei der Unterzeichnung des Kooperationsmemorandums. Foto: privat

Mitglieder der emsländischen Delegation sowie Vertreter der chinesischen Gastgeber bei der Unterzeichnung des Kooperationsmemorandums. Foto: privat

Die Samtgemeinde Lathen unterhält seit sechs Jahren eine Partnerschaft mit der Stadt Baoji in der genannten Provinz. Die Vertreter der Emsländischen Wirtschaft unter Leitung des Vorsitzenden des Wirtschaftsverbandes Emsland, Ulrich Boll, verstanden ihre Reise unter der Prämisse, Chancen einer Zusammenarbeit der mittelständischen Betriebe zu eruieren.

Die zentralchinesische Provinz Shaanxi umfasst in etwa circa 60 Prozent der Fläche der Bundesrepublik Deutschland bei etwa hälftiger Bevölkerungszahl (rund 40 Mio.). Die Urbanisierung hat einige große Städte entstehen lassen, so auch die Provinzhauptstadt Xi’an, die offiziell 12 Mio. Einwohner hat. Auch wenn insgesamt das rasante Wachstum in der chinesischen Wirtschaft ein wenig zurückgegangen ist, so ist doch eine enorme Prosperität spürbar. Alle Delegationsteilnehmer waren sehr überrascht vom mit westlichen Hauptstädten vergleichbaren Standard, der insbesondere in der Provinzhauptstadt anzutreffen ist.

„Wir wollen schauen, ob wir eine Basis für eine für beide Seiten sinnvolle Zusammenarbeit finden können“, so der Vorsitzende des Wirtschaftsverbandes Emsland, Ulrich Boll. Es gehe darum, festzustellen, ob Partner auf Augenhöhe gefunden werden können, die für die interessierten Unternehmen eine gemeinsame „Win-Win-Situation“ beider Nationen eröffnen würden. Insbesondere auch die neue Seidenstraße, die Bahnverbindung, die in der Provinz ihren Anfang nimmt und derzeit in Hamburg endet, sei ein Thema, mit dem man sich unter logistischen Aspekten unbedingt auseinandersetzen müsse.

Für die Samtgemeinde Lathen ist es nach Aussage des Samtgemeindebürgermeisters Karl-Heinz Weber wichtig, dass die partnerschaftliche Zusammenarbeit auf eine breitere Basis gestellt wird. Der Landkreis Emsland als prosperierende Wirtschaftsregion sei hierfür ein besonders geeigneter Partner. „Mit der gemeinsamen unterzeichneten Vereinbarung über den Aufbau einer beidseitigen Internetplattform, über die chinesische und deutsche Unternehmen geeignete Geschäftsverbindungen knüpfen können, ist ein guter Anfang gefunden worden“, so Weber. Die Geschäftsbeziehungen sollten sinnvollerweise auch in Technologie- beziehungsweise Gründerzentren Ansätze der Ansiedlung im jeweils anderen Land ermöglichen. Hierfür stünden an beiden Standorten geeignete nationale Begleiter und Partner zur Verfügung. Alle Delegationsteilnehmer waren sich darüber einig, dass der chinesische Markt viele Chancen für emsländische Unternehmen eröffnen kann, wenn es gelingt, die Ressourcen passgenau einzusetzen. Man sei sich auch darüber im Klaren, dass gerade auch die zentralchinesischen Städte derzeit in einer besonderen Fördersituation gegenüber den schon hoch entwickelten Standorten an der Küste ständen. Daher könne man sich auch aufgrund der guten Entwicklung des Emslandes eine vergleichbare Situation an diesen Standorten vorstellen.

Der Wirtschaftsverband Emsland e.V. hat zudem eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit mit der Allgemeinen Handelskammer in der Provinz Shaanxi unterzeichnet, die Samtgemeinde Lathen hat sich einer weiteren Öffnung der Zusammenarbeit gegenüber dem landwirtschaftlichen Zentrum Yangling verschieben. Es gehe bei dieser Partnerschaft nicht ausschließlich um wirtschaftliche Interessen, sondern auch um den Aufbau einer Kultur der Völkerverständigung, so die Reiseteilnehmer.

Ems-Vechte