11.01.2021, 13:11 Uhr

Emlichheimer Grüne wollen Ausstieg aus Erdölförderung

Alternativen zur regionalen Erdölförderung wünschen sich die Grünen des Ortsverbandes Emlichheim. Archivfoto: Münchow

Alternativen zur regionalen Erdölförderung wünschen sich die Grünen des Ortsverbandes Emlichheim. Archivfoto: Münchow

Emlichheim Kurz vor dem Jahreswechsel hat die Firma Wintershall Dea gemeldet, dass auf dem Förderplatz 149 im Erdölfeld Emlichheim 200 Liter Nassöl ausgetreten sind, nachdem ein Bohrkeller vollgelaufen ist. (die GN berichteten). Diesen erneuten Vorfall nimmt der Ortsverband der Grünen der Samtgemeinde Emlichheim zum Anlass, um für „klimafreundliche industrielle Alternativen“ zu werben und einen Ausstieg aus der heimischen Erdölförderung zu fordern.

„Dieser Schaden reiht sich in eine große Zahl Störfälle ein, die teils erhebliche Umweltschäden anrichteten und die Gesundheit für Mensch und Tier in der Region gefährden“, erklärt Erich Gülzow, Sprecher der Emlichheimer Grünen. „Einen traurigen Höhepunkt stellte dabei bisher der Austritt von 220 Millionen Liter Lagerstättenwasser in den Jahren von 2014 bis 2018 aus der Bohrung EM 132 bei Emlichheim dar“ führt Gülzow weiter aus und ergänzt: „Während die Sanierungen dieses größten bisherigen Schadens zögerlich anlaufen, beunruhigen Nachrichten über neue Störfälle, besonders da niemand kritische Dimensionen ausschließen kann. Das Einrichten entsprechender unabhängiger Kontrollmechanismen wurde von der Landesregierung bisher versäumt.“

„Strukturwandel nicht verschlafen“

Einer Forderung der niedersächsischen Grünen nach einem „Austrittsszenario aus der Ölförderung in Niedersachsen, um die wichtigen Klimaziele zu erreichen“ schließt Gülzow sich an. „Unter Berücksichtigung der Notwendigkeit des Klimaschutzes und unter Betrachtung der Gefahren durch die Ölförderung können wir vom Grünen Emlichheimer Ortsverband das Ansinnen des Grünen Landesverbandes teilen. Um einen möglichen Verlust an Arbeitsplätzen und Wirtschaftskraft in der Region entgegenzuwirken, sollte sich schon jetzt bemüht werden, verstärkt zukunftsfähige, klimafreundliche Industrie in die Region zu locken“, betont Gülzow. Die Region dürfe den „Strukturwandel nicht verschlafen“. Es könne darüber diskutiert werden, ob die Möglichkeit der Ölförderung für Werkstoffe und Medikamente für künftige Generationen vorgehalten wird. Das Verbrennen des Stoffes erscheine immer mehr als „unverantwortlich“.

Holger Gosink vom Emlichheimer Ortsverband der Grünen schlägt einen Bogen vom Klimaschutz zur Corona-Krise und verweist auf gesellschaftliche Solidarität: „In der gegenwärtigen Corona-Krise zeigt sich, dass der allergrößte Teil der Gesellschaft zu enormen solidarischen Leistungen und Verzicht in der Lage ist. In diesem Falle besonders, um die älteren Menschen zu schützen. Um die Zukunft der jüngeren Generationen zu schützen müssen ebensolche Anstrengungen für den Klimaschutz angestellt werden. Dazu kann auch ein schnellerer Ausstieg aus der Verbrennung fossiler Energieträger und ein Ausstiegsszenario für die heimische Ölförderung gehören.“

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