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10.01.2020, 13:30 Uhr

Emlichheim übergibt ab 2021 Abwasserbetrieb an WAZ

Schmutzwassergebühr von 2,22 Euro hat bis Ende 2023 Bestand. Die Samtgemeinde Emlichheim überträgt alle technischen Einrichtungen, Anlagen und Zubehör und die Grundstücke an den Abwasserverband. Dieser zahlt ein Übernahmeentgelt von 4,4 Millionen Euro.

Rudolf Ribbert, Samtgemeinderat, Verbandsausschuss, Gerhard Trüün, Ratsvorsitzender Samtgemeinderat, Verbandsausschuss, Sascha Geerds (stellvertretender Geschäftsführer des WAZ, (stehend, von links), Günter Oldekamp,Vorsitzender Verbandsversammlung WAZ, Samtgemeindegemeindebürgermeister Neuenhaus, Daniela Kösters Samtgemeindebürgermeisterin, Johannes Schnieder, Geschäftsführer WAZ, (sitzend, von links) unterschreiben den Vertrag. Foto: Lindschulte

Rudolf Ribbert, Samtgemeinderat, Verbandsausschuss, Gerhard Trüün, Ratsvorsitzender Samtgemeinderat, Verbandsausschuss, Sascha Geerds (stellvertretender Geschäftsführer des WAZ, (stehend, von links), Günter Oldekamp,Vorsitzender Verbandsversammlung WAZ, Samtgemeindegemeindebürgermeister Neuenhaus, Daniela Kösters Samtgemeindebürgermeisterin, Johannes Schnieder, Geschäftsführer WAZ, (sitzend, von links) unterschreiben den Vertrag. Foto: Lindschulte

Der Wasser- und Abwasser- Zweckverband Niedergrafschaft (WAZ) übernimmt neben der Trinkwasserversorgung für die Samtgemeinden Emlichheim, Neuenhaus, Uelsen und der Gemeinde Wietmarschen bereits seit 2001 die Aufgabe der Abwasserbeseitigung für die Samtgemeinden Neuenhaus und Uelsen. Die Samtgemeinde Emlichheim betreibt bisher die Abwasserentsorgung noch in Eigenregie. Die beiden Kläranlagen in Emlichheim und Hoogstede, die Klärteiche in Laar sowie das gesamte Kanalnetz stehen im Eigentum der Samtgemeinde Emlichheim.

Bereits vor einiger Zeit befassten sich die politischen Gremien der Samtgemeinde intensiv mit der zukünftigen strategischen Ausrichtung des Abwasserbetriebs und möglichen Handlungsoptionen. Hintergrund sind die immer höheren Anforderungen an die Abwasserreinigung, die Beseitigung der Klärschlämme, sowie strengere gesetzliche Vorgaben und Auflagen. Die Aufgabe der Abwasserklärung wurde in den vergangenen Jahren zunehmend komplexer. „Vor allem die Gewinnung von Fach- und Nachwuchskräften ist für diesen Bereich schon jetzt sehr schwierig, und wird in Zukunft noch anspruchsvoller, da sich die Anforderungen zukünftig noch weiter erhöhen“, berichtet Samtgemeindebürgermeisterin Daniela Kösters. „Der Abwasserbetrieb der Samtgemeinde ist für sich genommen zu klein, um für alle spezialisierten Bereiche entsprechendes Personal vorzuhalten“, ergänzt Kösters. Der WAZ hat sich hier in den vergangenen Jahren mit seinem Personal auf die entsprechenden Anforderungen im Bereich der Abwasserklärung vorbereitet und ist somit in der Lage, die Aufgaben mit dem entsprechenden Know-how zu bearbeiten.

Nach Prüfung diverser Handlungsoptionen entschied man sich, mit dem hiesigen WAZ in konkrete Verhandlungen zu treten, um die Möglichkeiten einer Aufgabenübertragung auszuloten. „Diese Entscheidung war durchaus naheliegend, denn wir sind bereits bei der Trinkwasserversorgung mit dem WAZ eng verbunden und es besteht ein über viele Jahre gewachsenes Vertrauensverhältnis zur Geschäftsführung und allen Zweckverbandmitgliedern, die ausschließlich aus Gemeinden der Niedergrafschaft bestehen“, erklärt Kösters.

Der Verbandsgeschäftsführer des WAZ, Johannes Schnieders, ergänzt: „Wir sind ein rein kommunales Unternehmen, das unter anderem auf die Ver- und Entsorgung von Wasser spezialisiert ist. Wenn unsere Mitglieder derartige, bisher in Eigenregie betriebene Aufgaben in unsere Hände legen wollen, sind wir selbstverständlich offen dafür, hier eine sinnvolle Wahl zu sein.“ Nach Prüfung der aktuellen Situation und den Auswirkungen einer Übertragung werden für beide Seiten viele Vorteile gesehen. Zuletzt gab es schon Kooperationsvereinbarungen im Bereich der Abwasserbeseitigung zwischen der Samtgemeinde und dem WAZ. „Das funktionierte sehr gut und die Mitarbeiter auf den Anlagen auf beiden Seiten kennen sich dadurch bereits“, berichten Kösters und Schnieders.

Es sind für beide Parteien viele Synergieeffekte möglich, zum Beispiel bei größeren Neu- oder Ersatzinvestitionen. Bei der Klärschlammverwertung stand die Samtgemeinde Emlichheim vor einer großen Investition. Durch eine vertragliche Zusammenarbeit mit dem WAZ, der dort bereits seit einigen Jahren ein gutes und wirtschaftliches Konzept fährt und dabei eigene Anlagen zur Eindickung von Klärschlämmen betreibt, konnte in der Samtgemeinde diese große Investition vermieden werden. Zukünftig ist mehr Flexibilität denkbar, zum Beispiel können Abwässer innerhalb des Verbandsgebiets zu anderen Anlagen gepumpt werden, wenn sich Auslastungen oder Auflagen ändern. Dieses kann in näherer Zukunft für die Abwässer aus der Gemeinde Laar eine Rolle spielen. Derzeit werden dort Klärteiche betrieben. Mittelfristig müsste die Samtgemeinde dort eine Kläranlage bauen. Durch die Übertragung ist es denkbar, dass der WAZ die in Laar anfallenden Abwässer zur bestehenden Kläranlage Wielen transportiert und dort zentral die Anlage auf die zusätzlichen Kapazitäten vorbereitet.

Die Samtgemeinde Emlichheim und der WAZ haben sich in den vergangenen Monaten intensiv über die Rahmenbedingungen für einen Übertragungsvertrag ausgetauscht. Nunmehr sind beide Parteien übereingekommen, dass der Abwasserbetrieb zum 1.Januar 2021 an den WAZ übertragen wird. Wesentliche Inhalte der Übertragungsvereinbarung sind, dass die derzeit festgesetzte niedrige Schmutzwassergebühr von 2,22 Euro für die zentrale Schmutzwasserbeseitigung über mindestens drei Jahre, also bis zum 31. Dezember 2023 festgeschrieben wird. „Für die Einwohner der Samtgemeinde Emlichheim werden sich bezogen auf die zentrale Schmutzwassergebühr in den nächsten vier Jahren keine Änderungen ergeben“, erläutert Kösters.

Die Samtgemeinde überträgt sämtliche für die Schmutzwasserbeseitigung vorhandenen technischen Einrichtungen, Anlagen und Zubehör einschließlich der Grundstücke zum Übertragungszeitpunkt zum Restbuchwert. „Wir haben bei der Bewertung vergleichbare Maßstäbe angewendet wie seinerzeit bei der Übernahme der Abwasserbeseitigungsanlagen in den Samtgemeinden Neuenhaus und Uelsen“, erklären Erster Samtgemeinderat Ansgar Duling und der stellvertretende Geschäftsführer des WAZ Sascha Geerds. Für die Übertragung der Anlagen erhält die Samtgemeinde Emlichheim vom WAZ ein Übernahmeentgelt von circa 4,4 Millionen Euro.

Alle zu beteiligenden Gremien des WAZ und der Samtgemeinde Emlichheim haben sich in den entsprechenden Sitzungen im November und Dezember eingehend mit der Angelegenheit befasst. In allen Entscheidungsgremien sind einstimmige Beschlüsse gefasst worden, zuletzt in der Samtgemeinderatssitzung in Emlichheim.

Der gerade neu gewählte Vorsitzende der Verbandsversammlung des WAZ Günter Oldekamp freut sich, dass hier in kürzester Zeit ein zukunftsfähiges Konzept für die Abwasserentsorgung in der Samtgemeinde Emlichheim erarbeitet werden konnte und sieht die damit verbundenen Investitionen als eine der Kernaufgaben für den WAZ in den kommenden Jahren.