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04.03.2020, 04:41 Uhr

Eine Deutschlandtour in vier Jahreszeiten

Deutschland, was bist du schön! Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, ob Narzissen in der Eifel oder Indian Summer in Brandenburg: Jederzeit sind zwischen Alpen und Ostsee tolle Ziele zu entdecken.

Die Mandelblüte taucht die Pfalz im Frühling in ein zartes Rosa. Foto: Dominik Ketz/Bildarchiv Südliche Weinstrasse e.V./dpa-tmn

Die Mandelblüte taucht die Pfalz im Frühling in ein zartes Rosa. Foto: Dominik Ketz/Bildarchiv Südliche Weinstrasse e.V./dpa-tmn

Von Tom Nebe, dpa

dpa/tmn Berlin Am Ende fahren viele Urlauber zwar im Sommer doch wieder an die See und im Winter in die Berge. Deutschland bietet aber eine Menge mehr. Eine Deutschlandtour im Jahreszyklus führt zu Urlaubsklassikern und unbekannten Orten.

- Frühling:

Für Liebhaber der Blütenpracht ist der Frühling die perfekte Reisezeit - zum Beispiel für einen Besuch in der Pfalz. Hier taucht die Mandelblüte eine ganze Landschaft in zartes Rosa, verspricht die zuständige Tourismusagentur. Zwischen März und April öffnen sich die Knospen, in dieser Zeit steigen auch die Pfälzer Mandelwochen.

In der Eifel wiederum zeigen sich meist im April Millionen wilder Narzissen. Nahe Monschau, einer kleinen Stadt südlich von Aachen, führt die Narzissenroute mitten durch dieses Naturschauspiel.

Nicht ganz so zart kommt die Bärlauchblüte daher. Der Wald im Nationalpark Hainich bei Eisenach werde in der Zeit mit einem feinen Knoblauchduft erfüllt, heißt es auf der Webseite des Parks.

In Niedersachsens Mooren blüht ungefähr zwischen April und Juni das Wollgras. Besonders gut lässt sich das etwa bei einem Spaziergang im Pietzmoor im Süden der Lüneburger Heide beobachten.

Und im Zwillbrocker Venn im Münsterland lassen sich während der Brutzeit im April und Mai bis zu 50 wilde Flamingos beobachten. Die Kolonie der rosa Vögel ist Namensgeber der 450 Kilometer langen Flamingoroute für Radler.

- Sommer:

Nord- und Ostsee locken mit weitläufigen Stränden und Seeluft. Doch auch weit abseits der Küsten warten Badeorte, zum Beispiel im Ländereck Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Alte Braunkohle-Tagebaugebiete wurden dort geflutet und in Seelandschaften umgewandelt. Allein rund um Leipzig liegen neun Badeseen.

Deutlich bekannter als Binnenbadeziel ist die Mecklenburgische Seenplatte mit ihrem Zentrum Waren an der Müritz. Nach Angaben des Landestourimusverbandes gibt es in der Region 200 Naturbadestellen.

Rund 3000 Badeseen soll es in Brandenburg geben. Einem verhalf der Schriftsteller Theodor Fontane zur Berühmtheit: „Der Stechlin“ hieß sein letzter Roman, benannt nach dem Stechlinsee, der mit einer Sichttiefe von bis zu sieben Metern gut zum Tauchen geeignet ist.

Eine Spur Island gibt es zwischen Rhein und Eifel zu finden. Nahe Andernach in Rheinland-Pfalz sprudelt etwa alle 100 Minuten ein großer Kaltwassergeysir und bringt Abkühlung an heißen Tagen.

Rund 80 Kilometer weiter flussaufwärts lockt eine Weinbergtour der besonderen Art: In Rüdesheim im Rheingau fährt eine Gondel den Berg hinauf. Von dort geht es zu Fuß weiter. Der Spaziergang mit Blick auf das Rheintal führt bis zur Niederwald-Bahn. Hier fährt ein Lift hinab nach Assmannshausen. Mit dem Schiff geht es zurück nach Rüdesheim.

Wer im Sommer einen Kurztrip nach Hamburg macht und sich nach Abkühlung sehnt, kann den Elbstrand bei Övelgönne im Stadtteil Altona ansteuern. In Berlin sorgt eine Radtour in den Südwesten für Entschleunigung, zum Beispiel entlang der neuen Dahlem-Route.

Wildnis gibt es im Schwarzwald. In Trekkingcamps können Wanderer dort zwischen den Bäumen ihre Zelte aufschlagen, eine Feuerstelle und eine Komposttoilette sind der einzige Komfort.

- Herbst:

Der Blick auf die Saarschleife ist ohnehin atemberaubend. Zeigen sich die Blätter der Wälder entlang der Flussbiegung im Herbst aber in bunten Farben, so ergibt das ein ganz spezielles Panorama - besonders am Morgen, wenn die Sonne aufgeht und Nebel von der Saar aufsteigt.

Generell kann nicht nur Kanada „Indian Summer“. Von den Talsperren der Eifel und des Bergischen Landes im Westen bis hin zum Buchenwald im brandenburgischen Grumsin im Osten regt das Farbenspiel der Natur viele Urlauber und Tagesausflügler zu langen Waldspaziergängen an.

Die Buchen in dem Brandenburger Unesco-Weltnaturerbe, das zum Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin gehört, sind bis zu 180 Jahre alt. Im Nationalpark Jasmud auf Rügen, im Müritz-Nationalpark, im Nationalpark Hainich und im Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen stehen ebenfalls alte Buchenwälder, die zum Weltnaturerbe zählen.

Etwas Grusel verspricht eine herbstliche Wanderung durch den Nationalpark Bayerischer Wald, in den Moorgebieten und früheren Hochweiden. Holzstege führen dort durch die sumpfigen Passagen.

Steht einem mehr der Sinn nach mediterranem Flair, ist vielleicht das Weinanbaugebiet Saale-Unstrut das Herbstziel der Wahl. Als „Toskana des Nordens“ preist es die Tourismusagentur Sachsen-Anhalts.

Ein Naturschauspiel der besonderen Art zeigt sich in Niedersachsens Wäldern - oder eher ein Hörspiel, glaubt man dem Tourismusmarketing des Landes. Gemeint ist die Brunftzeit der Rothirsche: Die männlichen Tiere begeben sich von Anfang September bis Mitte Oktober in den Wäldern auf die Suche nach paarungswilligen Hirschkühen.

- Winter:

Die Nächte sind nun länger, die Tage kürzer. Wer gerne in den Sternenhimmel guckt, muss den Winter also lieben. Nur sieht man gerade in Großstädten nicht so viele Sterne. Also ab nach Brandenburg. Der Naturpark Westhavelland, rund 80 Kilometer von Berlin entfernt, wirbt mit seiner Dunkelheit. Seit 2014 trägt die Region offiziell den Titel „Sternenpark“. Das Kontrastprogramm zur ruhigen Auszeit im Dunklen sind die Weihnachtsmärkte im ganzen Land.

In Bremen stehen die Buden direkt an der Weser - der „Schlachte-Zauber“ verspricht eine Mischung aus maritimem Flair, Mittelalter und Weihnachten. Im rheinland-pfälzischen Traben-Trarbach geht es beim Mosel-Wein-Nachts-Markt unter die Erde: Der Stadtkern wurde für die Weinlagerung großflächig unterkellert - in vier dieser Keller bieten Winzer, Künstler und Handwerker ihre Waren an.

Auch die Küsten haben in der kalten Jahreszeit ihren Reiz. An der Nordsee brennen im Februar an vielen Orten die Biikefeuer. Sonst ist es Zeit für lange Spaziergänge an vergleichsweise leeren Stränden - und für Wellness. Hartgesottene können auch baden gehen. Wer dabei gerne in Gesellschaft ist, hat über den Winter verteilt eine Menge Gelegenheiten dazu, vor allem in Mecklenburg-Vorpommern. So wird zum Beispiel in Prerow, Banzkow und Boltenhagen das neue Jahr am 1. Januar traditionell mit einem Eisbade-Event begrüßt.

Der Buchenwald im thüringischen Nationalpark Hainich gehört zum Weltnaturerbe der Unesco. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Der Buchenwald im thüringischen Nationalpark Hainich gehört zum Weltnaturerbe der Unesco. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Wenn das Wollgras im Frühling blüht, ist ein Spaziergang in der Lüneburger Heide besonders schön. Foto: Markus Tiemann/Lüneburger Heide GmbH/dpa-tmn

Wenn das Wollgras im Frühling blüht, ist ein Spaziergang in der Lüneburger Heide besonders schön. Foto: Markus Tiemann/Lüneburger Heide GmbH/dpa-tmn

Im Zwillbrocker Venn in Nordrhein-Westfalen lassen sich im Frühjahr bis zu 50 wilde Flamingos beobachten. Foto: Stroetmann/Biologische Station Zwillbrock/Tourismus NRW e.V./dpa-tmn

Im Zwillbrocker Venn in Nordrhein-Westfalen lassen sich im Frühjahr bis zu 50 wilde Flamingos beobachten. Foto: Stroetmann/Biologische Station Zwillbrock/Tourismus NRW e.V./dpa-tmn

Theodor Fontane machte den Stechlinsee im Norden Brandenburgs mit seinem Roman „Der Stechlin“ berühmt. Foto: Steffen Lehmann/TMB - Fotoarchiv/dpa-tmn

Theodor Fontane machte den Stechlinsee im Norden Brandenburgs mit seinem Roman „Der Stechlin“ berühmt. Foto: Steffen Lehmann/TMB - Fotoarchiv/dpa-tmn

Zum Themendienst-Bericht von Tom Nebe vom 4. März 2020: Rund alle 100 Minuten spritzt kaltes Wasser aus dem Geysir im rheinland-pfälzischen Andernach. Foto: Dominik Ketz/Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH/dpa-tmn

Zum Themendienst-Bericht von Tom Nebe vom 4. März 2020: Rund alle 100 Minuten spritzt kaltes Wasser aus dem Geysir im rheinland-pfälzischen Andernach. Foto: Dominik Ketz/Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH/dpa-tmn

Zum Themendienst-Bericht von Tom Nebe vom 4. März 2020: In Assmannshausen im Rheingau kann man durch die Weinberge spazieren und mit einem Lift wieder hinunter ins Tal fahren. Foto: Hessen Tourismus/dpa-tmn

Zum Themendienst-Bericht von Tom Nebe vom 4. März 2020: In Assmannshausen im Rheingau kann man durch die Weinberge spazieren und mit einem Lift wieder hinunter ins Tal fahren. Foto: Hessen Tourismus/dpa-tmn

Die Dahlem-Route führt Radfahrerinnen und Radfahrer durch Berlins Südwesten - zum Beispiel zum mondänen Mexikoplatz in Zehlendorf. Foto: Steven Ritzer/visitBerlin/dpa-tmn

Die Dahlem-Route führt Radfahrerinnen und Radfahrer durch Berlins Südwesten - zum Beispiel zum mondänen Mexikoplatz in Zehlendorf. Foto: Steven Ritzer/visitBerlin/dpa-tmn

Im Schwarzwald können Wanderer in mehreren Trekkingcamps zwischen den Bäumen ihre Zelte aufschlagen. Foto: Dietmar Denger/TMBW/dpa-tmn

Im Schwarzwald können Wanderer in mehreren Trekkingcamps zwischen den Bäumen ihre Zelte aufschlagen. Foto: Dietmar Denger/TMBW/dpa-tmn

Die Saarschleife ist sicherlich das bekannteste Fotomotiv des Saarlands - an frühen Herbstmorgen ist das Panorama fast mystisch. Foto: Eike Dubois/Tourismus Zentrale Saarland/dpa-tmn

Die Saarschleife ist sicherlich das bekannteste Fotomotiv des Saarlands - an frühen Herbstmorgen ist das Panorama fast mystisch. Foto: Eike Dubois/Tourismus Zentrale Saarland/dpa-tmn

Unverstellter Weitblick: Im Bayerischen Wald kann man nicht nur im Herbst herrlich Wandern gehen. Foto: Gert Krautbauer/www.bayern.by/dpa-tmn

Unverstellter Weitblick: Im Bayerischen Wald kann man nicht nur im Herbst herrlich Wandern gehen. Foto: Gert Krautbauer/www.bayern.by/dpa-tmn

Das Landesweingut Kloster Pforta gehört zur Saale-Unstrut-Region, die auch als Toskana des Nordes beworben wird. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Das Landesweingut Kloster Pforta gehört zur Saale-Unstrut-Region, die auch als Toskana des Nordes beworben wird. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Dem Himmel so nah. Der Naturpark Westhavelland in Brandenburg gilt als besonders dunkel - ideal für Sternengucker. Foto: Steffen Lehmann/TMB - Fotoarchiv/dpa-tmn

Dem Himmel so nah. Der Naturpark Westhavelland in Brandenburg gilt als besonders dunkel - ideal für Sternengucker. Foto: Steffen Lehmann/TMB - Fotoarchiv/dpa-tmn

Auch in Bremen geht es zur Weihnachtszeit besinnlich zu - hier auf dem Marktplatz. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa/dpa-tmn

Auch in Bremen geht es zur Weihnachtszeit besinnlich zu - hier auf dem Marktplatz. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa/dpa-tmn

Mit dem traditionellen Biikefeuer sollen die Geister des Winters vertrieben werden. Foto: Carsten Rehder/dpa/dpa-tmn

Mit dem traditionellen Biikefeuer sollen die Geister des Winters vertrieben werden. Foto: Carsten Rehder/dpa/dpa-tmn

Wagemutige können im sächischen Markkleeberg in einem Schlauchboot durch eine künstliche Wildwasseranlage paddeln. Foto: Katja Fouad Vollmer/dpa-tmn

Wagemutige können im sächischen Markkleeberg in einem Schlauchboot durch eine künstliche Wildwasseranlage paddeln. Foto: Katja Fouad Vollmer/dpa-tmn

Am Övelgönner Elbstrand gegenüber dem Containerterminal Burchard-Kai lassen sich Schiffe beobachten - oder ein Bad in der Elbe nehmen, wenn es warm genug ist. Foto: Markus Scholz/dpa/dpa-tmn

Am Övelgönner Elbstrand gegenüber dem Containerterminal Burchard-Kai lassen sich Schiffe beobachten - oder ein Bad in der Elbe nehmen, wenn es warm genug ist. Foto: Markus Scholz/dpa/dpa-tmn

Ob als Badenixe oder Frosch: Mit Kälte darf man beim Neujahrsanbaden in Prerow (Mecklenburg-Vorpommern) kein Problem haben. Die Ostsee ist zu der Zeit fünf Grad kalt. Foto: Stephan Schulz/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Ob als Badenixe oder Frosch: Mit Kälte darf man beim Neujahrsanbaden in Prerow (Mecklenburg-Vorpommern) kein Problem haben. Die Ostsee ist zu der Zeit fünf Grad kalt. Foto: Stephan Schulz/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Das Meer ist auch im Winter schön, wie hier an einem Ostsee-Strand mit Blick auf die Fehmarnsundbrücke. Foto: Oliver Franke/Tourismus-Service Fehmarn/dpa-tmn

Das Meer ist auch im Winter schön, wie hier an einem Ostsee-Strand mit Blick auf die Fehmarnsundbrücke. Foto: Oliver Franke/Tourismus-Service Fehmarn/dpa-tmn

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4. März 2020, 04:41 Uhr
Aktualisiert:
4. März 2020, 04:41 Uhr
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