28.12.2020, 13:34 Uhr

Drohende Abschiebung: De Ridder setzt sich für Afghanen ein

Mit einem Brief setzt sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder für den Verbleib eines abgelehnten Asylbewerbers ein. Symbolfoto: dpa

Mit einem Brief setzt sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder für den Verbleib eines abgelehnten Asylbewerbers ein. Symbolfoto: dpa

Grafschaft Mit einem Schreiben an die niedersächsische Härtefallkommission, die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe Doris Schröder Köpf, den niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius sowie den Bundesinnenminister Horst Seehofer setzt sich die Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder für Emal Zmaraiy Zada ein, dem nach der Ablehnung seines Asylantrages die Abschiebung nach Afghanistan droht. Das erklärt das Nordhorner Büro der SPD-Politikerin in einer Pressemitteilung. Demnach bittet sie in dem Schreiben darum, die drohende Abschiebung auszusetzen.

„Seit vielen Jahrzehnten herrscht in Afghanistan ein brutaler Krieg. Angehörige ethnischer Minderheiten, Frauen, Menschen, die sich für liberale Werte stark machen, sowie zahlreiche weitere Bevölkerungsgruppen sind massiven Repressionen und Einschränkungen ausgesetzt, viele dieser Menschen fürchten um ihr Leben. Dies ist nicht nur sehr häufig Thema im Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestags, dem ich als stellvertretende Vorsitzende angehöre, sondern auch in der allgemeinpolitischen Debatte. Dabei wird sehr deutlich, dass in Afghanistan keine Sicherheit für Leib und Leben der dort lebenden Menschen garantiert werden kann. Dies gilt auch für Emal Zada. Daher setze ich mich mit großem Nachdruck für seinen Verbleib ein“, erklärt De Ridder.

Laut De Ridder ist der heute 27-Jährige im Jahr 2015 aus Afghanistan nach Deutschland geflohen. „Vor seiner Flucht hat er in seinem Heimatland als Dolmetscher und Übersetzer gearbeitet. Gerade Dolmetscher gehen in der Zusammenarbeit mit ausländischen Akteuren ein hohes Risiko ein. Wir können diese Personengruppe häufig nur sehr schlecht schützen und bedauern dies zutiefst. In den Augen der Taliban gelten Mitwirkende bei Gesprächen als ,Verräter‘, was deren persönliche Sicherheitslage nach der drohenden Rückführung noch einmal deutlich verschärft“, erläutert De Ridder und fügt hinzu: „Dies gilt auch für Emal Zada, der in Bad Bentheim und in Schüttorf eine neue Heimat gefunden hat, hier berufstätig ist und in seiner Freizeit ein Fußballteam trainiert. Dass inzwischen auch seine Familie bedroht wird, kann ich nachvollziehen, dies hören wir häufig von Geflüchteten aus Afghanistan“, führt De Ridder aus. „Obwohl er unmittelbar nach seiner Ankunft in Deutschland Asyl beantragt hat, wurde sein Antrag erst nach einer gerichtlichen Anhörung im Februar dieses Jahres abgelehnt. Die von Emal Zada eingereichte Klage wurde abgewiesen. Seither setzen sich zahlreiche Unterstützer, darunter auch der Rat der Stadt Bad Bentheim, dafür ein, dass sein Antrag an die Härtefallkommission beim Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport positiv beschieden wird“, erläutert De Ridder und erklärt: „Emal Zada hat sich bereits bestens in unsere Gesellschaft integriert. Seit nunmehr fünf Jahren lebt er in der Grafschaft Bentheim, er ist durch seine vielfältigen ehrenamtlichen Aktivitäten eine wertvolle Bereicherung für das gesellschaftliche Zusammenleben. Ich hoffe sehr, dass die Härtefallkommission sowie die Innenminister die drohende Abschiebung von Herrn Zada nach Afghanistan positiv beeinflussen und den Fall wohlwollend prüfen“, so De Ridder abschließend.

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