07.12.2020, 14:43 Uhr

DRK schließt Projekt „Vielfalt (er)leben“ in Uelsen ab

Zum Projektabschluss treffen sich die Beteiligten am Rathaus in Uelsen (von links): Holger Deters, Samtgemeindebürgermeister Hajo Bosch, Pastor Bodo Harms, Mostafa Hashemi, Dana Aziz, Jenny Nibbrig, Heike Pfingsten und Holger Schoo. Foto: privat

Zum Projektabschluss treffen sich die Beteiligten am Rathaus in Uelsen (von links): Holger Deters, Samtgemeindebürgermeister Hajo Bosch, Pastor Bodo Harms, Mostafa Hashemi, Dana Aziz, Jenny Nibbrig, Heike Pfingsten und Holger Schoo. Foto: privat

Uelsen „Wie können Berührungspunkte geschaffen werden zwischen der einheimischen Uelser Bevölkerung und den seit einigen Jahren in der Samtgemeinde lebenden Migranten?“ Mit dieser Frage hat sich das Zentrum für Migration und Flüchtlinge des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Grafschaft auseinandergesetzt und das Projekt „Vielfalt (er)leben“ auf die Beine gestellt. „Das auf die Dauer eines Jahres angelegte Vorhaben sollte durch verschiedene Aktionen unter Einbeziehung lokaler Partner das Miteinander vor Ort stärken“, erklären die Projektverantwortlichen und ziehen trotz der Corona-Krise und der damit verbundenen Schwierigkeiten eine positive Bilanz.

„Uns war es wichtig, die Ideen mit den Menschen zu entwickeln und ihnen nicht einfach Rollen zuzuweisen“, berichten Heike Pfingsten und Dana Aziz, die beide als Sozialarbeiter des DRK am Projekt beteiligt waren. „Als eine Konstante entwickelten sich die regelmäßigen Zusammenkünfte im Uelser Jugendtreff, wo Teilnehmer unterschiedlichster Nationen zusammen Pläne schmiedeten. Auch wenn die Treffen ab Mitte März wegen des Lockdown erst einmal nicht mehr stattfinden konnten, hatte sich doch ein festes Team gefunden“, resümieren die beiden und erzählen von mehreren Aktionen, die im Rahmen des Projektes umgesetzt werden konnten.

Nähprojekt, Grillfest und ein Workshop

Unter dem Motto „Uelsen näht Behelfsmasken“ haben verschiedene Helfer in der Samtgemeinde von Mai bis September ehrenamtlich Mund-Nasen-Masken gefertigt. Hieraus ergab sich ein Spendenerlös von 120,50 Euro, der wiederum der Kinder- und Jugendarbeit des Uelser Jugendtreffs zugutekam. „Insgesamt haben sich rund ein Dutzend Haushalte verschiedener Nationen beteiligt. Mithilfe des Projektbudgets konnten zudem eine Tischtennisplatte und ein Camcorder angeschafft werden“, heißt es in einer Mitteilung des DRK.

Als weitere Aktion stand ein Grill- und Sommerfest am Flüchtlingswohnheim in Wilsum auf dem Programm. „In der Einrichtung leben ausschließlich Frauen mit Babys und Kleinkindern. Aufgrund der geltenden Coronaregeln war die Zahl der Mitwirkenden auf 15 Teilnehmer begrenzt. Trotz der Beschränkungen erlebten Bewohnerinnen, ehrenamtliche Paten und weitere Gäste einen geselligen, interkulturellen Nachmittag, bei dem gemeinsames Essen und erlebnispädagogische Elemente für ein Miteinander jenseits aller Sprachbarrieren sorgten“, freuen sich Pfingsten und Aziz.

Im Oktober startete mit dem Workshop „Sei stark – und glaub an dich!“ ein drittes Projekt. „Die Teilnehmergewinnung und Öffentlichkeitsarbeit ist im Verbund mit vielen Partnern wie Jugendzentrum, Oberschule, SV Olympia Uelsen und Asylkreis erfolgt. Auch das Team des offenen Treffs war aktiv in diese Arbeit einbezogen“, erzählen die DRK-Mitarbeiter. Allerdings konnten von den ursprünglich anvisierten sechs Terminen vor dem zweiten Lockdown nur drei durchgeführt werden. „Es wurde coronakonform geschwommen, in verschiedenen Sprachen gesungen und eine dem Tischfußball nachempfundene Basketball-Variante erprobt. Eine im Frühjahr ursprünglich geplante AG an der Oberschule zum Thema ;Alte Heimat – Neue Heimat‘ konnte wegen der Pandemie nicht realisiert werden“, bedauern die Projektverantwortlichen.

Gutes Miteinander

Vor Kurzem haben die beteiligten Akteure „Vielfalt (er)leben“ bei einem Treffen abgeschlossen. Dabei erklärte Aziz, dass „mit dem Projekt eine Brücke zwischen Uelsern und Geflüchteten gebaut werden sollte“ und berichtete von der Zeit, als er selbst als Flüchtling neu in Uelsen war und „nicht wusste, wo man Leute treffen kann“. Pfingsten resümierte, dass „einige Beteiligte allein durch das Miteinander schon neue Motivation geschöpft und Perspektiven entwickelt haben, auch ohne an bestimmten Aktionen mitzuwirken“. Und Samtgemeindebürgermeister Hajo Bosch sagte rückblickend: „Wir fanden die Idee sehr interessant und haben gleich gesagt, dass wir das Vorhaben unterstützen – sowohl finanziell als auch mit Räumlichkeiten.“

„Auch wenn das Projekt nun zu Ende geht, soll die Wirkung des Erreichten sich weiterhin entfalten“, betonen die Mitarbeitender des DRK und fügen hinzu: „Der größte Erfolg liegt in dem Zusammenschluss verschiedener Stellen, die auch künftig für eine interkulturelle Arbeit in der Samtgemeinde Uelsen einstehen werden.“