24.07.2019, 18:00 Uhr

Dr. Daniela De Ridder zu Gast beim Heimatverein Beesten

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder besuchte gemeinsam mit Corinna Finke, der Vorsitzenden des SPD-Ortsverbandes Freren, den Heimatverein Beesten.

Mit der Vorsitzenden der SPD-Freren, Corinna Finke (links), traf sich Daniela De Ridder mit dem Ehrenvorsitzenden des Heimatvereins, Otto Teipen (2. von links), und dem Vorsitzenden Horst Schlei (4. von links) sowie dem Beestener Bürgermeister Werner Achteresch (2. von rechts) und Godehard Ritz (rechts), dem Samtgemeindebürgermeister von Freren, zum Meinungsaustausch. Foto. privat

Mit der Vorsitzenden der SPD-Freren, Corinna Finke (links), traf sich Daniela De Ridder mit dem Ehrenvorsitzenden des Heimatvereins, Otto Teipen (2. von links), und dem Vorsitzenden Horst Schlei (4. von links) sowie dem Beestener Bürgermeister Werner Achteresch (2. von rechts) und Godehard Ritz (rechts), dem Samtgemeindebürgermeister von Freren, zum Meinungsaustausch. Foto. privat

„Das Interesse an Geschichte und Geschichten, die sich einst direkt vor der eigenen Haustür ereigneten, ist ungebrochen. Ob durch das Archivieren und Sammeln historischer Dokumente oder das Restaurieren von Gebäuden und Gerätschaften so wie hier in Beesten – mit ihrer wertvollen Arbeit stärken die Heimatfreunde das Bewusstsein für lokale und regionale Geschichte und bewahren die Zeugnisse der Vergangenheit für nachfolgende Generationen. Das ist gerade auch für den Zusammenhalt der Gemeinschaft von großer Bedeutung. Auch in Beesten gibt es dank des herausragenden Engagements der ehrenamtlichen Vereinsmitglieder viel über die Geschichte der Tödden in der ehemaligen Grafschaft Lingen zu entdecken“, freut sich Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

Tödden – das ist für viele Menschen im südlichen Emsland stets ein Begriff, denn Tödden waren einst wandernde Kaufleute aus der ehemaligen Grafschaft Lingen, die seit dem 17. Jahrhundert regen Handel mit Textilien und Leinen betrieben. Ihre wichtigsten Handelsrouten führten zunächst in die Niederlande. Die Holländer nutzten das Leinen als Segeltuch für ihre Segelschiffe sowie für wetterfeste Kleidung. Mit der Erschließung immer neuer Absatzgebiete und der starken Nachfrage entstand in den Heimatorten der Tödden ein gewisser Wohlstand – so auch in Beesten. Ein Zeugnis aus dieser Zeit ist das Töddenhaus Urschen, das die Gemeinde Beesten 2007 erwarb und in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein vier Jahre später liebevoll und unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten restaurierte.

Das beeindruckende Fachwerkhaus an der Mühlenstraße kann auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken: Im Jahre 1570 wurde die Hofstelle erstmals unter dem Bewohner Johan Moller erwähnt. Den Beinamen „Urschen“ führte dann Gerdt Möller ab dem Jahr 1684. Typisch für die Bauweise der Kaufmannshäuser ist der relativ kleine Dielenteil für die Landwirtschaft, dem ein ausgeprägter Wohnteil mit hohen Fenstern gegenübersteht. In der Stube erledigte der Kaufmann die Schreibarbeiten und die Buchhaltung. Voller Stolz präsentierten Schlei und Teipen den SPD-Politikerinnen die reich dekorierte Herdwand sowie die zweigeschossige „Butzenwand“ mit Schrankbetten in der Wand zwischen Stube und Upkammer. Heute wird das Haus vielfältig genutzt: Im Erdgeschoss ist ein Gemeindebüro als Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger eingerichtet worden, im Obergeschoss bewahrt der Heimatverein sein Archiv auf. Zudem finden hier auch die Gemeinderatssitzungen statt; äußerst beliebt sind die geschichtsträchtigen Räumlichkeiten auch für romantische Hochzeiten.

Gefragt nach konkreten Verbesserungswünschen wies Schlei darauf hin, dass ehrenamtliche Vereine mit wachsenden bürokratischen Anforderungen und Gebühren belastet werden. Diese gelte es abzubauen, um Menschen für die ehrenamtliche Arbeit, insbesondere auch für Leitungspositionen, gewinnen zu können und Vereinen mehr finanziellen Spielraum zu lassen. Auch mehr Unterstützung bei der Lagerung und Archivierung, Transkription und Übersetzung von wertvollen historischen Dokumenten sowie eine wissenschaftliche Begleitung des kulturhistorischen Erbes, so Schlei, wären wünschenswert.

De Ridder, die sich bereits im vergangenen Jahr an das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) gewandt hat, um für eine bessere finanzielle und konzeptionelle Unterstützung der Heimat- und Brauchtumsvereine zu werben, nahm diese Äußerung unmittelbar zum Anlass, erneut ein Schreiben an den zuständigen Minister Seehofer zu richten. „Es ist für mich ein Herzensanliegen, die Arbeit der engagierten Frauen und Männer für den Erhalt unserer Kulturschätze im Emsland und der Grafschaft Bentheim zu unterstützen. Durch ihr tatkräftiges Engagement leisten sie einen substanziellen Beitrag, um unsere Heimat zu einer starken Kultur- und Tourismusregion auszubauen und dabei zugleich unser kollektives Wissen über unsere hochinteressanten geschichtlichen Zusammenhänge auszubauen“, sagt De Ridder stolz.

Ems-Vechte