29.10.2020, 14:09 Uhr

DLRG Nordhorn erweitert Einsatzspektrum durch Drohnen

Die flinken Flieger sollen zur Personensuche eingesetzt werden. Foto: Westkamp/Konvex-Media

Die flinken Flieger sollen zur Personensuche eingesetzt werden. Foto: Westkamp/Konvex-Media

Nordhorn Zur Erweiterung des Einsatzspektrums verfügt die Schnelle Einsatzgruppe (SEG) der DLRG Nordhorn nach rund einjähriger Testphase seit Kurzem über drei Drohnen zur Suche von Personen an Land und im Wasser.

„Viele Tests haben ergeben, dass diese neuen, technisch hoch entwickelten Rettungsmittel gerade für Personensuchen an Land und in Gewässern eine optimale Ergänzung zu den bisherigen Standard-Suchverfahren darstellen – die Anschaffung ist also kein Ersatz, sondern eine sinnvolle Erweiterung der Kompetenz der Einsatzgruppe“, erklärt Benjamin Winter, Leiter der SEG und ergänzt: „Die wendigen Fluggeräte sind im Einsatzfall besonders effektiv, weil in kürzester Zeit großen Flächen systematisch abgesucht und verunglückte Personen aufgespürt werden können. Eine hochauflösende Wärmebildkamera überträgt ein gestochen scharfes Bild auf ein Display oder einen großen Bildschirm – dadurch ist es beispielsweise auch möglich, Personen in Uferbereichen oder Feldern zu lokalisieren.“ Die Drohnen seien daher vielseitig einsetzbar, zum Beispiel auch für Luftbilder bei Brandereignissen oder von Unfallstellen, so Winter.

Neue Drohnenpiloten

Nach einem zweitägigen Lehrgang und etwa 260 Ausbildungsflugstunden verfügt die Ortsgruppe der DLRG über rund 13 neu ausgebildete Drohnenpiloten. Im Ernstfall sollen diese grundsätzlich mindestens zu zweit mit einer weiteren Führungskraft im neu angeschafften, gebrauchten Einsatzleitwagen ausrücken, in dem sich alle nötigen Techniken wie Monitore, Laptops und für den Einsatz notwendige Luftkarten befinden.

Unterwassereinsatz

Neben zwei luftgestützten Drohnen wurde zusätzlich eine Unterwasser-Drohne angeschafft, um die Taucher bei ihrer Arbeit unter Wasser zu unterstützen. „Die Nordhorner Einsatzkräfte sind somit die erste Gruppe, die in der Grafschaft Bentheim über luftunterstützte Einsatzmöglichkeiten verfügt“, erklärt Winter. Den ersten Einsatz hatte das neue Rettungsmittel bereits vor einigen Wochen: Auf Anforderung der Polizei Nordhorn hat die SEG bei der Suche nach zwei flüchtigen Personen geholfen. Mit der Drohne wurden Winter zufolge zwei Höfe sowie angrenzende Maisfelder aus der Luft abgesucht.

Interessierte Freiwillige, die künftig Teil der Einsatzgruppe sein wollen oder speziell im Bereich Fernerkundung tätig werden möchten, können sich per E-Mail an einsatz@nordhorn.dlrg.de melden.

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