28.02.2019, 11:14 Uhr

Damit Verständigung in allen Situationen funktioniert

Vertreter von acht Trägern der Behindertenhilfe trafen sich jetzt, um das dreijährige Projekt „Gelingende Kommunikation“in Süd-West Niedersachsen mit Leben zu füllen. Unterstützt wird es in nicht unerheblichem Maß von der Aktion Mensch.

Marion Wehr (CV Altenoythe), Barbara Strunk (HHO), Maria Lampe-Bernholt (Andreaswerk Vechta), Katrin Hinternesch (Lebenshilfe Nordhorn), Bernd Hempen (CV Altenoythe), Hildegard Südkamp (HpH Bersenbrück), Margret Kröger (RAG Werkstattrat), Helge Sonnenberg (CWL), Christina Runnebaum (HpH Bersenbrück), Ruth Tuschinski (St. Lukas-Heim Papenburg), Mats Barlage (Vitus Meppen), Hendrik Dangschat (HHO), Christin Kalmer (Vitus Meppen) trafen sich um das Projekte Gelingende Kommunikation auf den Weg zu bringen. Foto: privat

Marion Wehr (CV Altenoythe), Barbara Strunk (HHO), Maria Lampe-Bernholt (Andreaswerk Vechta), Katrin Hinternesch (Lebenshilfe Nordhorn), Bernd Hempen (CV Altenoythe), Hildegard Südkamp (HpH Bersenbrück), Margret Kröger (RAG Werkstattrat), Helge Sonnenberg (CWL), Christina Runnebaum (HpH Bersenbrück), Ruth Tuschinski (St. Lukas-Heim Papenburg), Mats Barlage (Vitus Meppen), Hendrik Dangschat (HHO), Christin Kalmer (Vitus Meppen) trafen sich um das Projekte Gelingende Kommunikation auf den Weg zu bringen. Foto: privat

Es ist gar nicht schwer, aneinander vorbeizureden, die Menschen erleben es jeden Tag. Mag Sprache auch die Quelle aller Missverständnisse sein – ohne Worte wird es noch viel schwieriger. Wer nicht sprechen und oft auch nicht lesen kann, benötigt besondere Unterstützungsformen, um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Die Möglichkeiten dazu haben sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt. Davon profitieren insbesondere Menschen mit kommunikativen Beeinträchtigungen, aber auch (funktionale) Analphabeten sowie Neubürger mit Deutsch als Zweitsprache. Piktogramme, leichte beziehungsweise einfache Sprache, Gebärden und Tablets sind nur einige Beispiele, wie Kommunikation unter erschwerten Bedingungen gestaltet werden kann.

Hier setzt das dreijährige Projekt „Gelingende Kommunikation“ an, das der Verbund „Die Vielfalter – Experten für Teilhabe“ mit großer Unterstützung von Aktion Mensch auf den Weg gebracht hat. Acht Träger der Behindertenhilfe von Papenburg bis Osnabrück, von Nordhorn bis Vechta und Altenoythe haben gemeinsame Standards zu Gelingender Kommunikation entwickelt. Diese sind nicht nur für die circa 16.000 Klienten und 6600 Mitarbeitende von Bedeutung, sie wirken auch in das Umfeld hinein. Es sind die ganz normalen kleinen Dinge, die zur Lebensqualität beitragen und im Alltag zählen: zum Bäcker gehen, Sport- und Freizeitangebote nutzen, ein Restaurant, eine Arztpraxis oder die Apotheke aufsuchen und vieles mehr. Wer trotz kommunikativer Einschränkungen nicht nur dabei, sondern mittendrin sein will, benötigt konkrete Hilfen, die in diesem Projekt entwickelt werden.

Die Bedeutung von Kommunikation, verstehen und verstanden werden ist durch das 2017 in Kraft getretene Bundesteilhabegesetz nochmals unterstrichen worden. Um das dort begründete Wunsch- und Wahlrecht von Menschen mit Beeinträchtigungen in Anspruch nehmen zu können, müssen diese informiert sein, befähigt und ermutigt werden: Empowerment als vielschichtige Aufgabe, die mit der entsprechenden Haltung eine Gesellschaft bereichern und inklusiv gestalten kann. Gelingende Kommunikation ist eine wesentliche Grundlage dafür.

Das Modellprojekt „Gelingende Kommunikation“ ist im Januar 2019 gestartet, aufbauend auf ein zuvor vom Land Niedersachsen gefördertes Projekt. Die Gesamtkoordination erfolgt durch die Heilpädagogische Hilfe Bersenbrück unter Beteiligung von acht Trägern der Behindertenhilfe sowie einer Vertreterin des Werkstattrates der Regionalen Arbeitsgemeinschaft der Werkstätten. Die Projektgruppe formiert sich noch, das erste Treffen fand im Christophorus-Werk Lingen statt, um die Planungen zu konkretisieren, erste Termine und Meilensteine abzustimmen.

Auch die Lebenshilfe Nordhorn gGmbH ist am Projekt „Gelingende Kommunikation“ der Vielfalter beteiligt, vertreten durch Katrin Hinternesch. Als besonderer Schwerpunkt steht das Thema Qualifizierungen im Blickpunkt. Ziel soll es sein, dass nicht nur entsprechende Fachkräfte zum Thema „Gelingende Kommunikation“ geschult werden, sondern ebenso auch jene, die im Alltag, durch zum Beispiel Tätigkeiten im örtlichen Sportverein oder durch Gemeindearbeit mit Menschen mit kommunikativen Beeinträchtigungen zu tun haben.

Weitere Informationen: www.gemeinsam-vielfalt-leben.de/das-christophorus-werk/gelingende-kommunikation

www.hph-bsb.de

www.lebenshilfe-nordhorn.de

www.andreaswerk.de/de/