12.11.2019, 00:30 Uhr

Clevere Tierhaltung in Wilsum gewürdigt

MdB Dr. Daniela De Ridder informierte sich kürzlich über die regionale Landwirtschaft auf dem Hof von Ingo Mardink in Wilsum.

Im Gespräch (von links): Dr. Daniela De Ridder, Ingo Mardink und Richard Mardink.Foto: privat

Im Gespräch (von links): Dr. Daniela De Ridder, Ingo Mardink und Richard Mardink.Foto: privat

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder war zu Besuch auf dem Hof von Ingo Mardink. Im Fokus des Gesprächs stand dabei seine Erfindung, mit der er die Haltung von Legehennen revolutionierte und für die er eine Auszeichnung als Geflügelhalter des Jahres 2016 verliehen bekam. De Ridder betont, dass eine nachhaltige Verbesserung des Tierschutzes in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung von substanzieller Bedeutung ist.

„Nicht erst in jüngerer Zeit, sondern bereits seit mehreren Jahren hat sich ein gesellschaftlicher Diskurs für mehr Tierschutz in allen Bereichen der Tierhaltung entwickelt. Dabei lehnen immer mehr Menschen intensive Haltungsformen in der Landwirtschaft aus Tierschutzgründen grundsätzlich ab. Mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung lässt sich allerdings oft schon erreichen, wenn an einzelnen Stellschrauben im landwirtschaftlichen Betrieb gedreht wird. Und hier hat Ingo Mardink unter Beweis gestellt, dass Geflügelhaltung auch ohne das für die Tiere leidvolle Kürzen der Schnäbel funktioniert“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

Geflügelhalter des Jahres 2016 – eine renommierte Auszeichnung, die der Wilsumer Landwirt dank seiner innovativen Erfindung erhalten hat. 2010 stieg er in die Freilandhaltung von Legehennen ein. Wichtig war dem Geflügelhalter vor allem eine tierwohlgerechte Haltung. Seine Hennen haben mehr Platz, als gesetzlich vorgeschrieben ist; im Krankheitsfall wird mit natürlichen Mitteln so etwa mit Oregano als Beigabe zum Futter behandelt. Zudem verzichtete Mardink auf die bis dahin durchgeführte Kürzung der Schnabelspitzen. Mit dem Kupieren der Schnäbel sollte verhindert werden, dass die Hennen aus Stress und Langeweile andere Tiere durch Picken verletzen oder töten. Dieser Verzicht sei allerdings nur unter stressfreien Haltungsbedingungen möglich. Um die Hennen sinnvoll zu beschäftigen, kam Mardink auf die Idee, Maissilage in den Stall zu bringen. Mehrmals am Tag rieselt für einige Sekunde der geschredderte Mais über ein Rohrsystem in den Stall.

Sobald die Maschine startet, stürzen die Hennen drauf los, picken die Körner heraus und scharren dabei gleichzeitig das Einstreumaterial. Durch diese Beschäftigung wird das Risiko von Verhaltensstörungen, wie etwa dem Federpicken oder Kannibalismus, minimiert, erläutert Mardink im Gespräch mit De Ridder. Seit 2017 ist das Schnabelkürzen bei Legehennen in Niedersachsen verboten. Auch bundesweit wird seither auf das Kupieren der Schnäbel verzichtet. Einig sind sich De Ridder und Mardink darin, dass die Landwirtschaft in besonderem Maße vom Klimawandel betroffen ist: Bedingt durch die hohen sommerlichen Temperaturen würden die Legehennen weniger fressen, dafür aber sehr viel trinken. Dadurch verlören sie an Gewicht und Federn, führt Mardink aus. Daher sei es von substanzieller Bedeutung, dass sich auch die Landwirte für eine ambitionierte Klimaschutzpolitik einsetzen.

So sieht das Ziel der Bundesregierung vor, die jährlichen Emissionen aus der Landwirtschaft bis 2030 gegenüber 2014 um elf bis 14 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zu reduzieren: Zum einen sollen Emissionen gemindert, zum anderen Ressourcen effizienter eingesetzt werden.

„Die Landwirtschaft ist beim Klimawandel Ursache und Teil der Lösung zugleich“, sagt De Ridder. Auch Landwirtschaft müsse ihren Beitrag leisten, damit die weltweite Durchschnittstemperatur nicht mehr als um zwei Grad Celsius ansteige. Und selbst dieser begrenzte Anstieg habe enorme Auswirkungen auf die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft. „Dennoch müssen wir die Sorgen und Ängste der Landwirte, dazu zählen etwa die Änderung in der Düngemittelverordnung oder die Beschränkung beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, ernst nehmen“, so De Ridder.

Nähere Informationen: www.daniela-de-ridder.de

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