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11.02.2020, 16:59 Uhr

Christophorus-Werk: Erfolgreiches Coaching „Neue Autorität“

Die ChristophorusWerk Kinder- und Jugendhilfe GmbH in Lingen hat 2017 damit begonnen, ihren Erziehern das Thema „Neue Autorität“ in Form einer Weiterbildung näher zu bringen. In der vergangenen Woche wurde das Coaching erfolgreich beendet.

55 pädagogische Mitarbeitende der Christophorus-Werk Kinder- und Jugendhilfe GmbH tragen nun den Titel „Coach für Neue Autorität“. Christophorus-Werk Lingen

55 pädagogische Mitarbeitende der Christophorus-Werk Kinder- und Jugendhilfe GmbH tragen nun den Titel „Coach für Neue Autorität“. Christophorus-Werk Lingen

Lingen Am vergangenen Mittwoch wurden 55 Erziehern die Abschluss-Zertifikate feierlich überreicht. In weiten Teilen der Gesellschaft herrscht noch immer ein eher konservatives Bild von Erziehung vor; geprägt von Hierarchiedenken und von Werten und Vorstellungen, denen Kinder und Jugendliche zu folgen haben, wenn Erwachsene dies von ihnen fordern. Das Konzept der „Neuen Autorität“ zeigt neue Sichtweisen auf.

Neue Autorität

Möchte ein Erziehungsverantwortlicher darauf hinwirken, dass sich Kinder und Jugendliche an Regeln halten und den Aufträgen der Erwachsenen nachkommen, enden solche Situationen häufig in Streit, Verweigerung oder Eskalation. Das Konzept der Neuen Autorität hat einen anderen Ansatz: Widerstand und Wiedergutmachung statt Strafe und Härte; Selbstveränderung und Unterstützung statt Einzelkampf und Kontrollversuchen. Mit diesem Ansatz setzte sich die Gruppe seit Start der Weiterbildung im November 2017

auseinander. Begleitet wurde sie dabei von Martin Lemme, Silvia Lemme und Alexandra Zimmermann vom Institut SyNA in Bramsche/Osnabrück, das seit 2002 intensiv an der Weiterentwicklung des Konzeptes beteiligt war.

„Das Konzept wird bei uns gelebt!“

„Das Konzept wird bei uns gelebt!“, freut sich Ina Hartholt; Leiterin der Kinder- und Jugendhilfe GmbH. „Wir wollten eine gemeinsame Grundhaltung, aus der sich unser pädagogisches Handeln ableitet. Und weg von den klassischen Erziehungsmustern, die bei Eskalationen schnell mit Macht, Druck und Sanktionen einhergehen. Die Neue Autorität hat uns Instrumente und Methoden an die Hand gegeben. Wir fühlen uns sicherer und sind handlungsfähiger – auch wenn’s schwierig wird. Dies trägt erheblich zur Qualität unserer Arbeit bei!“

Im Zentrum des Konzepts von Israeli Haim Omer, Professor für Klinische Psychologie an der Universität Tel Aviv, steht die Präsenz der Erziehungsverantwortlichen. Diese nehmen eine

Wirksamkeit im erzieherischen Handeln wahr, wenn sie sich in ihrer eigenen Präsenz stark erleben. Bemerken sie bei sich selbst Handlungsunsicherheiten, dann sind sie in ihrer Präsenz

geschwächt. Es gilt also zu erfahren, an welcher Stelle die Präsenzschwächung stattgefunden hat, um sie dann gezielt zu stärken.

Ausdruck von Qualität

Beim Überreichen der Zertifikate lobte Christophorus-Werk-Geschäftsführer Georg Kruse die Teilnehmenden, die diese Aufgabe auf sich genommen haben: „Die Würde des Kindes gehört zu unserem Selbstverständnis. Mit dieser Weiterbildung haben sich nicht nur die pädagogischen Mitarbeitenden persönlich weiterentwickelt. Auch für das Christophorus-Werk als Träger ist es ein Ausdruck von Qualität.“

Bereits im Verlauf des vergangenen Jahres konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die erlernten Methoden anwenden; die positiven Auswirklungen waren bereits spürbar und

messbar. Die Weiterbildung trägt dazu bei, dass die pädagogischen Mitarbeitenden noch mehr auf vorhandene Ressourcen der Kinder und Jugendlichen schauen und ihnen respektvoll gegenübertreten, sodass sie Konflikten und Krisen noch professioneller begegnen können.

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