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14.03.2019, 12:00 Uhr

BUND warnt Autofahrer vor Krötenwanderung

Vorsicht auf den Straßen! Frosch & Co sind auf Wanderschaft. Nach den dunklen Wintertagen lockte das anhaltende, warme Frühlingswetter mit den ersten Sonnenstrahlen dieses Jahr bereits sehr früh Frösche, Kröten und Molche aus ihren Winterverstecken.

BUND warnt Autofahrer vor Krötenwanderung

Die Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bittet um Rücksichtnahme auf die Krötenwanderungen. Foto: privat

Für die beginnt bei den lauen Temperaturen die Paarungszeit. „Wir haben Meldungen zu einer frühen Krötenwanderung in diesem Jahr erhalten“, erklärt Walter Oppel, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe Grafschaft Bentheim. „Wir führen diese auf den in vielen Regionen zu milden Winter und einen zu warmen Februar zurück.“

Die Amphibien wandern mit Beginn der nassen, lauen Nächte von ihren Überwinterungsorten in Wäldern, Parks und Gartengebieten oft über mehrere Kilometer zu den Laichgewässern. Besonders gute Laichgewässer ziehen mehrere hundert bis einige tausend Amphibien an. „Leider überleben viele Amphibien die ersten Tage nach dem Winter nicht“, so der BUND weiter. „Auf ihrer Wanderung müssen die Tiere oft Straßen überqueren – eine große Gefahr für sie. An manchen Orten sterben bis zu 70 Prozent der kleinen Wanderer bei der Überquerung einer einzigen Straße. Entweder werden sie überfahren oder es tötet sie der Luftdruck, der durch schnell fahrende Autos verursacht wird. Ganze Populationen können auf diese Weise umkommen.“

Der BUND ruft Autofahrer daher dazu auf, in diesen Tagen und Wochen Rücksicht auf die wandernden Lurche zu nehmen. Auf Strecken, die bei Amphibien beliebt sind, stehen oft Hinweisschilder mit einem Froschsymbol. Vor allem in regnerischen Morgen-, Abend- und Nachtstunden und bei milderen Temperaturen sollten Autofahrer besonders aufmerksam sein und die Tempolimits einhalten. Es wird empfohlen, in den Gebieten nicht schneller als 30 km/h – möglichst sogar noch langsamer – zu fahren, da so der tödliche Luftstrom am Fahrzeug verhindert wird.

Dauerhafte Hilfe bieten zwar fest installierte Zäune und Amphibientunnel, doch sind diese nicht überall machbar. An solchen Stellen setzen Naturschützer auf mobile Zäune: Die Amphibien suchen entlang der Absperrung einen Durchschlupf und landen dabei in Eimern, die in regelmäßigen Abständen ebenerdig im Boden versenkt sind. Auch zahlreiche andere Kleintiere wie Eidechsen werden hierdurch gerettet. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des BUND sowie andere Freiwillige tragen die Tiere in den Eimern dann auf die andere Straßenseite und lassen sie wieder frei. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Autofahrer auch in Gebieten mit Krötenzäunen runter vom Gas gehen, um die Helfer am Straßenrand nicht zu gefährden. Blinklampen und/oder Warnschilder sowie örtlich Tempolimits weisen auf die Sammelgebiete hin. „Langfristige Abhilfe für das Problem können aber nur Biotopverbundsysteme schaffen“, betont Oppel. „Dann können die Tiere ungehindert wandern – ohne von Autos gefährdet zu werden.“

Die Kreisgruppe bittet darum, Stellen, an denen zahlreiche Amphibien überfahren werden, an den BUND unter Telefon 05923 4161, E-Mail info@bund-grafschaft-bentheim.de, zu melden oder die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Grafschaft Bentheim zu kontaktieren, sodass gegebenenfalls geeignete Schutzmaßnahmen eingeleitet werden können.