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26.02.2020, 15:59 Uhr

BUND-Kreisgruppe: Zipfelfalter ist Schmetterling des Jahres

Der BUND kürt seit 2003 den Schmetterling des Jahres, um auf die Bedeutung und Bedrohung der Arten aufmerksam zu machen. 2020 ist es der Grüne Zipfelfalter, der den jährlichen Titel verliehen bekommt.

Der Grüne Zipfelfalter ist vom BUND zum „Schmetterling des Jahres 2020“ gekürt worden. Foto: BUND/Walter Schön

Der Grüne Zipfelfalter ist vom BUND zum „Schmetterling des Jahres 2020“ gekürt worden. Foto: BUND/Walter Schön

Schüttorf Der auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten stehende Grüne Zipfelfalter (Callophrys rubi) wurde vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum Schmetterling des Jahres 2020 gekürt. Obwohl wenig spezialisiert, steht der weit verbreitete Falter schon lange auf der „Vorwarnliste“ der gefährdeten Schmetterlinge. Ein Beispiel dafür, dass auch häufige Arten heute auf dem Rückzug sind. „Der Bestand des Grünen Zipfelfalters geht an vielen Stellen in Deutschland deutlich zurück“, erklärt Walter Oppel von der Kreisgruppe des BUND. „Das dramatische Artensterben betrifft auch Arten wie den Grünen Zipfelfalter. Dies ist umso bedenklicher, da der kleine grünschimmernde Falter keine besonderen Ansprüche an seinen Lebensraum stellt und sich von vielen unterschiedlichen Pflanzen ernähren kann.“ So fressen die Raupen Blüten, Blätter und unreife Früchte von vielen verschiedenen Pflanzenarten. Auch die ausgewachsenen Schmetterlinge saugen Nektar an unterschiedlichen Blüten wie Hahnenfuß, Klee, Weißdorn oder Hartriegel.

Der einzige heimische Tagfalter mit grünen Flügelunterseiten, der dennoch zu der Familie der Bläulinge gehört, liebt strukturreiche, halboffene Standorte wie Niederwälder, Buschlandschaften oder Waldränder. Magere Feucht- und Trockenheiden, Trockenrasen und Wiesen schätzt er genauso wie trockenwarme lichte Wälder und Gebüsche. Viele solcher Kulturlandschaften werden heutzutage nicht mehr bewirtschaftet und wachsen zu. Aber auch wenn Flächen intensiver landwirtschaftlich genutzt und gedüngt oder aber aufgeforstet werden, geht Lebensraum für den Falter verloren.

Der Grüne Zipfelfalter fliegt von April bis Juli und ist anhand seiner leuchtend grünen Flügelunterseiten eindeutig zu erkennen. Da er die Flügel beim Sitzen fast immer zusammenklappt, ist er zwischen den Blättern gut getarnt. Die braunen Flügeloberseiten sind so gut wie nie zu sehen. Der Schmetterling hat eine Flügelspannweite von etwa 25 Millimetern und gehört damit zu den kleinen Faltern. Seine Verbreitung erstreckt sich von Nordafrika über ganz Europa bis nach Sibirien. Der Lebenszyklus des Grünen Zipfelfalters beginnt mit einem grünlichen Ei, das vom Weibchen in der Nähe der Blütenknospen der Nahrungspflanzen abgelegt wird. Aus dem Ei schlüpft nach fünf bis zehn Tagen eine ebenfalls grüne Raupe. Diese frisst zunächst bevorzugt Blüten und unreife Früchte, später auch Blätter von Ginster, Heidelbeere oder Sonnenröschen. Im Alter von drei bis vier Wochen verpuppt sie sich. Die unauffällig braune Puppe überwintert frei am Boden. Bei Störungen können die Puppen zirpende Geräusche machen. Im April ist es dann so weit: Der Falter schlüpft.