24.11.2020, 12:29 Uhr

BUND-Kreisgruppe: „Nistplätze für Höhlenbrüter schaffen“

Dieser Nistkasten eignet sich für Kohlmeisen und kann leicht selber gebaut werden. Foto: Oppel

Dieser Nistkasten eignet sich für Kohlmeisen und kann leicht selber gebaut werden. Foto: Oppel

Schüttorf Die Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) informiert über geeignete Nisthilfen für Höhlenbrüter. „Immer seltener finden höhlenbrütende Vogelarten in unseren Städten und Gärten natürliche Nistgelegenheiten. Wirtschaftlichem Denken und übertriebenem Ordnungssinn des Menschen ist es zuzuschreiben, dass leider viele alte Bäume aus Gärten und Parks entfernt, hohle Kopfweiden und Streuobstwiesen fast völlig verschwunden sind“, erläutert Walter Oppel von der Kreisgruppe. Stehen natürliche Höhlungen in der ausgeräumten Landschaft nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung, empfiehlt Oppel, Höhlenbrütern durch das Aufhängen von Nistkästen eine geeignete Nistmöglichkeit zu bieten.

Nisthilfe bauen

Den Höhlenbrütern Kohl- und Blaumeisen, Kleiber, Gartenrotschwanz, Baumläufer, Star, Haus- und Feldsperling helfen laut Oppel künstliche Nisthöhlen, in denen die Jungen sicher vor Feinden aufwachsen können. „Nistkästen kann man leicht selbst anfertigen. Bauanleitungen findet man in einschlägigen Büchern oder im Internet. Hier finden sich auch Angaben über die richtigen Fluglochgrößen für jede Höhlenbrüterart“, führt der Naturschützer aus. Kinder und Jugendliche helfen nach Oppels Erfahrung gerne beim Bau der Nisthilfen. Wer nicht selbst Hand anlegen will, kann auf fertige Nistkästen vom Fachhandel zurückgreifen. „Dabei sind Holzbetonhöhlen besonders haltbar“, weiß der Fachmann.

Doch nicht alle angebotenen Modelle sind gleich gut geeignet. „Leider ist immer wieder zu beobachten, dass häufig viel zu kleine Nistkästen auf dem Markt angeboten werden. Kohl- und Blaumeisen legen pro Brut neun bis zwölf Eier“, so Oppel. „Daher sollte der Nistkasten geräumig sein und einen Vorplatz haben, damit sie vor Nesträubern geschützt sind. Zudem müssen die Altvögel beim Füttern dann nicht auf ihren Jungen sitzen und benässen diese auch nicht bei Regenwetter. In einem geräumigen Nistkasten können sich die Jungen bis zur vollen Flugfähigkeit entwickeln, beengen sich dadurch nicht und fliegen somit nicht allzu früh aus, um ihren Feinden wehrlos ausgesetzt zu sein.“ Der Boden der Nisthilfe sollte daher etwa die Ausmaße 13 bis 15 Zentimeter aufweisen.

Ein Schutzanstrich gegen Nässe ist Oppel zufolge normalerweise nicht erforderlich, denn der Kasten trocknet meistens schnell wieder durch die Sonne. „Will man dennoch Nistkästen vor Witterungseinflüssen schützen, kann man sie mit ungiftigen Holzschutzmitteln streichen. Der Innenraum bleibt immer unbehandelt. Die üblichen Holzschutzmittel sollte man nicht benutzen, da sie giftige Dämpfe ausdünsten, die den Vögeln schaden können“, so seine Empfehlung.

Nistkasten richtig anbringen

Die Kreisgruppe des BUND rät, schon im Herbst alte Nistkästen zu reinigen und neue Nisthilfen aufzuhängen, da einige Höhlenbrüterarten schon sehr früh ihr zukünftiges Brutquartier auswählen und während kalter Nächte diese gerne abends aufsuchen.

„Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Nistkästen weder in die pralle Sonne noch in die dunkelste Ecke gehängt werden sollen. Am günstigsten ist die leichte Beschattung durch überhängende Äste von Laubbäumen“, sagt Oppel und fügt hinzu: „Morgens und abends kann der Kasten jedoch von der Sonne beschienen werden. In umfriedeten Gärten können die Nisthilfen für Kleinvögel an ruhigen Stellen in zwei Meter Höhe hängen. Grundsätzlich ist das Flugloch Richtung Osten oder Südosten auszurichten und nicht zur Wetterseite (Wind, Regen). An anderen Orten ist es ratsam, sie drei bis vier Meter hoch aufzuhängen; sie können dann nicht so leicht zerstört oder gar gestohlen werden.“

Holzbetonhöhlen, aber auch Holznistkästen können laut Oppel zum Schutz vor Katzen freihängend an einem starken Ast angebracht werden. Ein mit einem Gummischlauch umwickelter Aufhängedraht schützt dabei den Baum. Im Herbst sollten die alten Nester entfernt und der Kasten vom gröbsten Schmutz zum Beispiel mit einer Bürste gesäubert werden. „Den Nistkasten niemals mit Chemikalien reinigen“, appelliert Oppel eindringlich. Weitere Informationen gibt es auf www.bund-grafschaft-bentheim.de.

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