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22.09.2020, 15:11 Uhr

BUND informiert: Igeln über den Winter helfen, aber wie?

Die stacheligen Gartenbewohner sind zurzeit auf Futtersuche, um sich für ihren Winterschlaf Fettreserven anzulegen. Foto: BUND

Die stacheligen Gartenbewohner sind zurzeit auf Futtersuche, um sich für ihren Winterschlaf Fettreserven anzulegen. Foto: BUND

Grafschaft Im Herbst sind sie häufiger zu sehen als in anderen Jahreszeiten: die Igel. „Bevor die Temperaturen dauerhaft unter fünf Grad fallen, sind die eigentlich nachtaktiven Wildtiere auch tagsüber in Parks und Gärten unterwegs. Sie müssen sich die nötigen Fettreserven als Kälteschutz und Nahrungsvorrat für den Winterschlaf anfressen“, erklärt Walter Oppel von der Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Neben Insekten, Asseln, Würmern und Schnecken suchen die stacheligen Tiere aber auch nach einem trockenen und frostsicheren Quartier.

„Wer einen Igel im Garten findet, kann ihn bei seinen Winterschlafvorbereitungen unterstützen“, informiert Oppel und ergänzt: „Dichtes Gebüsch, Reisig- und Komposthaufen oder trockene Hohlräume unter Holzstapeln in Gartenhäuschen oder unter Treppen eignen sich als Schlafplatz.“ Auch Blätter, Gestrüpp, Reisig und Zweige dürfen in einer Gartenecke liegen bleiben. Diese Materialien nutzen Igel, um ihre Nester zu isolieren und sich während des Winterschlafs darin einzuwickeln. „Je größer der Haufen, desto besser ist die Wärmedämmung“, so Oppel.

Igel richtig füttern

Wenn im Herbst das Nahrungsangebot für Igel knapper wird, kann auch eine Futterstelle helfen. „Dafür eignet sich Katzen- oder Hundedosenfutter, ungewürztes Rührei, gekochtes Geflügelfleisch oder durchgegartes Hackfleisch. Auf den Speiseplan der Stacheltiere gehören auf keinen Fall Essensreste, Süßes oder Gewürztes. Igeltrockenfutter darf nur in geringen Mengen unter das weitere Futter gemischt werden“, berichtet Oppel. Zu Trinken sollten Igel frisches Wasser, aber keine Milch bekommen. „Der darin enthaltene Milchzucker ist für sie unverdaulich und sie bekommen Durchfall. Schlimmstenfalls verlieren sie dadurch so viel Flüssigkeit, dass sie austrocknen und sterben“, erklärt der Naturschützer. Sobald es friert und schneit, darf Oppel zufolge nicht mehr zugefüttert werden, denn Nahrungsmangel ist ein wichtiger Auslöser für den Winterschlaf. Füttert man die Igel weiter, hält man sie also künstlich wach.

Wann brauchen Igel Hilfe?

Nur verletzte, hilflose oder kranke Tiere dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz aufgenommen werden, um sie gesund zu pflegen, so der BUND. Tiere, die bei anhaltendem Bodenfrost oder Schnee tagsüber unterwegs sind und Anzeichen von Unterernährung aufweisen, krank oder verletzt sind, bedürfen der Hilfe. „Untergewichtige Tiere, oft Jungtiere, die Anfang November weniger als 500 Gramm wiegen und die nach Wintereinbruch noch aktiv sind, erkennt man an einer Einbuchtung hinter dem Kopf, der sogenannten Hungerlinie. Kranke Igel sind apathisch und rollen sich bei Berührung nicht zusammen, ihre Augen sind eingefallen und schlitzförmig“, heißt es vonseiten des BUND.

Weitere Informationen auf www.pro-igel.de.

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