01.02.2021, 10:33 Uhr

BUND gibt Hinweise zum Bau von Nisthilfen für Freibrüter

Nisttasche aus Ginsterzweigen. Foto: W. Oppel

Nisttasche aus Ginsterzweigen. Foto: W. Oppel

Grafschaft Viele Menschen hängen Nistkästen für Höhlenbrüter wie zum Beispiel für Meisen und Trauerschnäpper auf, die Freibrüter hingegen werden meistens vergessen. Freibrüter sind Vogelarten, die ihre Nester frei, das heißt nicht in Höhlen oder in Nischen, anlegen. Darum können sich die Nistplätze von Freibrütern, je nach Art, an sehr unterschiedlichen Stellen befinden. Für viele Vogelarten kommen dafür allerdings Bäume, Sträucher, Hecken, Reisighaufen und Röhricht in Betracht. Doch für andere freibrütende Arten wiederum können Gebäude oder deren Dächer, Felswände und Gewässerinseln geeignete Niststätten bieten. Auch die sogenannten Bodenbrüter sind grundsätzlich zu den Freibrütern zu zählen.

Freibrüter wie Buchfink, Bluthänfling, Dompfaff, Heckenbraunelle, Stieglitz, Singdrossel und Amsel bauen ihre Nester gerne im oberen Teil von Hecken und Sträuchern; dagegen bevorzugen Grasmücken, Zilpzalp und Zaunkönig dichtes Gestrüpp in Bodennähe.

Im eigenen Garten kann man Freibrütern jedoch mit einigen Tricks Nistplätze schaffen. Im Hausgarten fallen alljährlich Reisig von Hecken, geschnittenen Obstbäumen oder Zweige von Beetabdeckungen vom Winter an. Meistens wird dieses Reisig entsorgt, weil man Ordnung haben möchte. Viel sinnvoller hingegen ist es, das Reisig irgendwo in einer Ecke des Gartens locker aufzuschichten. In diesen Reisighaufen brüten Zaunkönige, Rotkehlchen, Heckenbraunelle und andere Vögel.

Weitere Möglichkeiten, den Freibrütern zu helfen, sind:

Nisttaschen bindet man aus Kiefern- und Ginsterzweigen. Ungeeignet sind Fichtenzweige, weil sie bald ihre Nadeln verlieren. Man nimmt dazu sechs bis acht stark benadelte Zweige von 0,8 bis l Meter Länge und bindet sie an zwei Stellen auf der wetterabgewandten Seite am Stamm fest. Wichtig ist, dass dabei ein geräumiger Hohlraum mit ausreichend Deckung entsteht.

Nistquirle entstehen, wenn man Zweige eines Strauches von Hainbuche, Weißdorn, Liguster oder anderen Heckenpflanzen mit einer Schnur zusammenbindet. Die Zweige müssen sich dabei kreuzen und einen Trichter bilden, der so groß sein soll, dass eine große Faust darin Platz hat. Die Zweige sollen sich gegenseitig verstreben, damit sich die Lage auch bei Wind nicht verändert. Nistquirle kann man aber auch durch einen Schnitt mit der Gartenschere erzeugen. Für den Quirlschnitt eignen sich besonders gut Weißdom, Hainbuche, Weide, aber auch Feldulme. Vom Herbst bis zum zeitigen Frühjahr - vor dem Austrieb - kann man die Quirle schneiden. Und zwar werden die Gehölze in 12 bis 1,8 Metern Höhe abgeschnitten oder abgesägt.

Um die Schnittstelle herum entwickeln sich ringförmig Schösslinge, die im kommenden Herbst auf etwa 10 Zentimeter zurückgeschnitten werden. Durch den erneuten ringförmigen Austrieb bildet sich dann eine richtige Nistkrone. Die Nistquirle sollten alljährlich überwacht und immer wieder einmal zurückgeschnitten werden, damit sie nicht kahl werden. An Dornensträuchern bilden die austreibenden Zweige gleichzeitig einen guten Schutz gegen Feinde.

Nähere Informationen zur Konstruktion der Nisthilfen erfolgen auf www.bund-grafschaft-bentheim.de, Regionales

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