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23.09.2020, 10:48 Uhr

BUND fordert unabhängige Kontrolle der Erdölförderung

Der BUND sieht Erdölbohrungen – wie die Einpressbohrung 132 in Emlichheim – als Gefahr für die Umwelt. Archivfoto: Hille

Der BUND sieht Erdölbohrungen – wie die Einpressbohrung 132 in Emlichheim – als Gefahr für die Umwelt. Archivfoto: Hille

Emlichheim Die neuen Erkenntnisse, die das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) kürzlich im Ausschuss für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz zum ausgetretenen Lagerstättenwasser an einer Ölförderanlage von Wintershall DEA in Emlichheim in der Grafschaft Bentheim bekannt gegeben hat, alarmieren den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Niedersachsen. Der Umweltverband erneuert seine Forderung nach einem sofortigen Verbot von Erdgas- und Erdölbohrungen in Wasserschutzgebieten.

„Seit Bekanntwerden eines zweiten Lecks von giftigem Lagerstättenwasser in Emlichheim ist wohl jedem klar, dass wir derzeit nur die Spitze des Eisberges sehen“, sagt Axel Ebeler, stellvertretender BUND-Landesvorsitzender. „Eine Überwachung der Erdgas- und Erdölbohrungen durch die Unternehmen selbst lehnen wir angesichts der heutigen Missstände kategorisch ab, denn sie hat offensichtlich bisher ja auch kläglich versagt.“ Der BUND fordert zum Schutz von Mensch und Natur, dass keine neuen Genehmigungen mehr zur Förderung von Erdöl und Erdgas in Trinkwassergewinnungsgebieten und Ablenkbohrungen unterhalb der Gebiete erteilt werden. „Bereits vorhandene Bohrungen wie jene in Emlichheim müssen eine klar definierte Endlaufzeit enthalten“, bekräftigt Ebeler und führt weiter aus: „Erdöl- und Erdgasbohrungen und Leitungen für Lagerstättenwasser sind tickende Zeitbomben. Auch bei der konventionellen Förderung von Erdgas gelangt – unabhängig davon, aus welchem Tiefengestein das Gas gefördert wurde – Lagerstättenwasser mit an die Oberfläche, das anschließend entsorgt werden muss. Diese Flüssigkeiten haben einen sehr hohen Salzgehalt und sind mit Kohlenwasserstoffen, Schwermetallen und auch radioaktiven Stoffen belastet. Aufgrund der langen Fließzeiten im Grundwasser wirken Verunreinigungen über Generationen hinaus. Eine Sanierung ist schwierig, oft sogar unmöglich. Bei dem ersten Leck in Emlichheim sollen laut LBEG zwischen 2014 und 2018 unbemerkt über 200 Millionen Liter Lagerstättenwasser versickert sein.“

Ems-Vechte