19.05.2021, 13:45 Uhr

BUND fordert mehr Anstrengungen zum Artenschutz

Blühstreifen, wie hier am Rand eines Maisfeldes, leisten einen wichtigen Beitrag für den Artenschutz. Archivfoto: Hille

Blühstreifen, wie hier am Rand eines Maisfeldes, leisten einen wichtigen Beitrag für den Artenschutz. Archivfoto: Hille

Schüttorf Am Sonnabend, 22. Mai, ist Welttag der biologischen Vielfalt. Darauf macht Walter Oppel von der Kreisgruppe Grafschaft Bentheim des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) aufmerksam und sagt: „Neben der Klimakrise ist das Artensterben die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts.“ Um die Vielfalt an Lebensräumen und Arten in der Kulturlandschaft zu erhalten und zu verbessern, hat sich das Land Niedersachsen mit dem „Niedersächsischen Weg“ zu einem umfassenden Paket an Schutzmaßnahmen verpflichtet. „Diese Maßnahmen gilt es jetzt auch vor Ort schnell und umfassend umzusetzen und so den ,Niedersächsischen Weg‘ mit Leben zu füllen“, betont die Kreisgruppe des BUND. Die auf Landesebene geschlossene Allianz aus Naturschutz, Landwirtschaft und Politik biete eine große Chance, in einer breiten Kooperation mehr für den Artenschutz auch in der Grafschaft zu tun.

„Artenschutz fängt in den Kommunen an“

Eine Hauptursache des Artensterbens ist Oppel zufolge die zunehmende Versiegelung der Landschaft. Industrie- und Gewerbegebiete auf der „grünen Wiese“ sowie der weitere Neu- und Ausbau zusätzlicher Straßen nehmen immer mehr Fläche ein. Der Flächenfraß zerstört Nahrungs-, Wohn- und Brutstätten vieler Arten, die Zerschneidung von Lebensräumen verhindert ihren genetischen Austausch. „Die Auswirkungen von Versiegelung auf Boden, Wasser, Klima und Artenvielfalt müssen in der Bauleitplanung auf Landkreis- und Gemeindeebene stärker berücksichtigt werden“, fordert die Kreisgruppe des BUND. Notwendig seien dazu unter anderem flächenschonende Bauweisen, die Reaktivierung von Altstandorten im besiedelten Bereich und der weitgehende Verzicht auf einen Neubau von Straßen.

Wichtiger Teil der kommunalen Freiflächenplanung ist ein Konzept für einen Biotopverbund. Bestandteil könnten zum Beispiel Streuobstwiesen, Blühflächen, Hecken und Alleen, aber auch naturnahe Säume entlang von Wegrändern und Fließgewässern sein. „Solche Strukturen leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag für den Artenschutz, sondern prägen auch das Landschaftsbild und dienen der Erholungsfunktion für die Bewohner“, erklärt Walter Oppel.

Positive Wirkung auf Artenvielfalt und Klima

Naturnahe Grünflächen in Städten und Gemeinden bieten Lebensräume für eine vielfältige Pflanzenwelt, für Insekten, Vögel und andere Tierarten, gleichzeitig erhöht mehr Grün die Lebensqualität und kann einen effektiven Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel leisten. „Gerade im besiedelten Bereich ist es nicht schwer, neue Lebensräume für Insekten zu schaffen“, betont Oppel. „Bereits kleine Umstellungen in den jährlichen Arbeitsabläufen können eine große positive Wirkung auf die Artenvielfalt haben.“ Der BUND fordert, auf allen öffentlichen Flächen auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu verzichten und bei der Bepflanzung und Pflege eigener Grünflächen auf heimische, insektenfreundliche Pflanzen und Bewirtschaftungsweisen umzustellen. Durch insektenfreundliche Straßenbeleuchtungen, den Verzicht auf Himmelsstrahler und überflüssige nächtliche Beleuchtung könne die Lichtverschmutzung deutlich reduziert werden. Zudem könne bei der Verpachtung von gemeindeeigenen land- und forstwirtschaftlichen Flächen durch entsprechende Pachtvorgaben eine nachhaltige und naturschutzgerechte Bewirtschaftung gefördert werden.

Ems-Vechte