25.01.2022, 13:00 Uhr

BUND empfiehlt die Aufhängung von Nistkästen im Februar

Vögel wie hier die fliegende Blaumeise suchen schon sehr früh ihr zukünftiges Brutquartier aus. Foto: Pixabay

Vögel wie hier die fliegende Blaumeise suchen schon sehr früh ihr zukünftiges Brutquartier aus. Foto: Pixabay

Grafschaft Wer in den Wintermonaten Vorbereitungen für den Frühling treffen möchte, sollte schon jetzt an die Kinderstuben der heimischen Tiere denken, so die Kreisgruppe des BUND.

Die Naturschützer empfehlen, schon im Februar Nistkästen aufzuhängen. Denn bei milder Witterung beginnen die ersten Vögel, wie zum Beispiel Meisen, bereits sehr frühzeitig im Jahr mit dem Nestbau. Viele Tiere sehen sich einem zunehmenden Verlust an natürlichen Brut-, Nist- und Lebensstätten ausgesetzt. Nisthilfen schaffen hierfür Ersatz und sind seit langer Zeit fester Bestandteil im praktischen Naturschutz.

„In gründlich durchforsteten Wäldern, aber auch in Gärten und auf Balkonen ist es sinnvoll, Nistkästen aufzuhängen“, erklärt Walter Oppel vom BUND. „In Wäldern bieten sie Ausweichmöglichkeiten für Höhlenbrüter, die dort kaum noch alte und morsche Bäume zum Nestbau finden. Auch im städtischen Bereich gehen durch Sanierung zunehmend Nischen für Gebäudebrüter wie Mauersegler und Haussperling verloren.“ Gerade Kinder und Jugendliche können mit der Tierwelt und ihren Gefährdungen vertraut gemacht werden, indem sie mit etwas handwerklichem Geschick und ohne großen finanziellen Aufwand Nistkästen selbst bauen. Je nach Vogelart gibt es verschiedene Nistkastenformen und Größen der Einfluglöcher. Dafür bietet der BUND verschiedene Bauanleitungen auf seiner Website.

Außerdem stellt sich nach Fertigstellung und Aufhängen des Nistkastens in der Regel schnell ein Erfolg ein. „Einen Vogel beim Nestbau oder bei der Fütterung seiner Jungen zu beobachten ist ein wahres Naturerlebnis“, so der BUND. „Wer dies vor seiner Haustür erlebt, ist in den meisten Fällen begeistert und erhält so einen direkten Zugang zur Natur.“

Der Februar ist übrigens, wenn nicht schon im Herbst geschehen, auch die beste Zeit, alte Nistkästen zu reinigen und das Nestmaterial zu entfernen. „Für die Reinigung reicht eine feste Bürste aus. Auf keinen Fall sollten Chemikalien verwendet werden“, rät der BUND. „Zum eigenen Schutz sind bei der Reinigung Handschuhe sinnvoll. Das Nistmaterial gehört wegen oft vorhandenen Ungeziefers in den Restmüll oder auf den Komposthaufen.“

Nistkästen hängt man mit dem Flugloch nicht in die pralle Sonne und nicht zur Wetterseite (Wind, Regen); am besten in drei bis vier Meter Höhe mit dem Flugloch nach Süden oder Osten. Freihängende Nisthilfen versieht man mit einem Aufhängedraht, der mit einem Gummischlauch umwickelt ist und so den Baum schützt.

Aber auch für Heckenbrüter kann man etwas tun: Unter ihnen gibt es viele gute Sänger wie Amsel, Drossel oder Grasmücken. Sie alle stellen nur geringe Ansprüche an einen Nistplatz und es ist leicht, auch für diese Vögel gute Brutmöglichkeiten zu schaffen. Dichte Hecken und Gebüsche, auch Wacholder oder Waldreben schneidet man gelegentlich zurück, damit sie gedrungener und buschiger wachsen. So wird den Vögeln im Garten ausreichender Sichtschutz für ihre Nester geschaffen. Mehrere an einem Stamm hoch gebundene, ausgepolsterte Koniferenzweige bilden eine einladende Nisttasche, auch ein großer Reisighaufen bietet gute Verstecke für die Nester von Heckenbraunelle und Co.

Weitere Infos zum naturnahen Gärtnern und zu Nisthilfen gibt es auf www.bund-grafschaft-bentheim.de, Tipps.